Kurt Krömer: Grimme-Preis für "herausragenden Fernsehmoment"

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Komiker Kurt Krömer (47) sprach in seiner Sendung 'Chez Krömer' mit seinem Kollegen Torsten Sträter (55) so ansprechend über seine eigene Depression, dass dies große Wellen schlug und die Grimme-Kommission ihm jetzt einen Preis verlieh.

Öffentliche Unterhaltung über Depression

Normalerweise fertigt der Berliner - bürgerlicher Name Alexander Bojcan - mit seiner Kunstfigur die Menschen in seiner Show eher schnodderig ab, aber in der Sendung mit Torsten Sträter ging es um ein Thema, das ihm am Herzen lag. Sein Kollege hatte sich schon öffentlich zu seinen Depressionen bekannt und nun war es an seinem Gastgeber, über seine Probleme zu sprechen. Und das kam an. "Es ist ein Gespräch auf Augenhöhe, ein fesselnder Dialog über ein gemeinsames Anliegen", fand auch die Grimme-Jury in der Begründung für ihren Preis. "Diese Konstellation ist so spannend, berührend und erhellend, weil hier ein herausragender Fernsehmoment geschaffen wird, in dem wir einem Prozess beiwohnen dürfen: einem Coming-out zu depressiven Störungen." Für den Talkmaster war es erst der Beginn.

Kurt Krömer ist nun "der Komiker mit Depressionen"

Kurt Krömer veröffentlichte nämlich danach sein Buch 'Du darfst nicht alles glauben, was du denkst: Meine Depressionen', das zu einem Bestseller wurde. Er machte die Runde durch sämtliche TV-Shows und erzählte, wie sehr die Depression ihn in allen Lagen im Griff hatte. Die Offenheit berührte viele viele Menschen und animierte sie dazu, mit ihren eigenen Geschichten auf ihn zuzukommen. In einer ARD-Show mit Torsten Sträter klagte er unlängst: "Ich bin jetzt zu 98 Prozent der Komiker mit den Depressionen und nur noch 2 Prozent Komiker" Da widersprach ihm sein Komikerkollege, der selbst Schirmherr der Deutschen Depressionsliga ist. "Du bist jetzt nicht der depressive Prominente, der zu 2 Prozent Komiker ist. Momentan bist du für mich eher der Bestsellerautor, der über Depressionen geschrieben hat und nebenbei Komiker ist." Damit hat er wohl Recht und Kurt Krömer muss jetzt damit klarkommen, für viele ein Held zu sein – das hört sich erstmal schön an, kann aber auch gehörigen Druck erzeugen.

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