Lange Reisen im Auto, Bus, Zug oder Flugzeug: So schützt du deine Gesundheit

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Auch bei Menschen ohne Vorerkrankung bringen lange Reisezeiten, in denen man sitzt, ohne sich groß zu bewegen, eine Gefahr mit sich: Thrombosen, die im schlimmsten Fall tödlich enden können. Dabei gibt es ein paar einfache Tricks, um sich davor zu schützen.

Rear view of commercial airliner cabin with passengers. Interior of airplane with people sitting on seats.
Reisen bedeutet oft langes Sitzen - nutzt also den Gang, so oft es geht (Bild: Getty Images)

Beim Laufen werden die Venen durch unsere Wadenmuskeln massiert und das Blut kann ungehindert von den Beinen zurück zum Herz fließen. Auf langen Reisen im Auto, dem Zug oder dem Flugzeug aber ist es oft eng und wir sind gezwungen, die Beine anzuwinkeln. Wer dann in einem Pkw sitzend nicht anhalten will, weil er oder sie gerade so gut durchkommt oder den schlafenden Sitznachbarn nicht wecken möchte, um kurz aufzustehen und sich die Beine zu vertreten, kann ein ernstes Problem bekommen.

Dickes Blut kann verklumpen und ein Gefäß verschließen

Durch die mangelnde Bewegung wird das Blut dicker und fließt langsamer durch die sich weitenden Venen. Der Worst Case: Es bildet sich ein Blutgerinnsel, das eine Vene verschließen oder durch den Körper wandern kann, um letztendlich eine potenziell tödliche Lungenembolie auszulösen. 

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Gerade im Flugzeug steigt die Gefahr dafür durch die trockene Luft in der Kabine sowie dem Luftdruck, der die Gefäße erweitert und den Blutfluss verlangsamt.

Viel trinken und regelmäßig bewegen

Der wichtigste Tipp für Reisende lautet deshalb, viel zu trinken und auf Alkohol zu verzichten, da auch dieser dafür sorgt, dass der Körper Flüssigkeit verliert. Daneben gibt es aber auch ein paar einfache Möglichkeiten, die Muskelpumpe auch auf engstem Raum anzuregen und so für eine bessere Durchblutung zu sorgen. 

Dazu gehört regelmäßiges Aufstehen und Herumlaufen im Flugzeug-, Bus- oder Zuggang. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte regelmäßig, laut TÜV Rheinland am besten alle zwei Stunden, eine Pause von 15 Minuten machen. In dieser Zeit sollten alle Mitreisenden das Auto verlassen und sich draußen bewegen. Für die Fahrerin oder den Fahrer seien Pausen vor allem nach Staus mit Stop-and-go-Verkehr wichtig, die besonders anstrengend seien.

So kannst du die Blutpumpe selbst anregen

Doch es gibt auch Übungen, die du auf engstem Raum im Sitzenbleiben machen und mit denen du dir und deinem Körper etwas Gutes tun kannst. Zum Beispiel die sogenannte Fußwippe. Dabei stellst du die Füße mit geschlossenen Beinen auf den Boden und hebst immer im Wechsel die Fersen und Zehen an. Hilfreich ist auch das Massieren der Beine oder ein abwechselndes An- und Entspannen der Waden.

Diese Personen sind besonders gefährdet

Zur Gruppe der besonders Thrombose gefährdeten Reisenden gehören unter anderem ältere Menschen mit einer Venenschwäche, Raucher, Menschen mit einem erblichen Gerinnungsdefekt wie der Faktor-V-Leiden-Mutation, Schwangere und Frauen, die mit der Pille oder anderen Hormonpräparaten verhüten. 

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Grundsätzlich kann eine Thrombose aber jeden treffen. Wer entsprechende Vorerkrankungen oder ein erhöhtes Risiko hat, bekommt vor langen Reisen vielleicht blutverdünnende Medikamente wie Heparin von seinem Hausarzt verschrieben. Zur Vorbeugung hilfreich sind auch Kompressionsstrümpfe. Und wer die Wahl hat, sucht sich am besten einen Platz mit mehr Beinfreiheit, zum Beispiel am Gang.

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