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Millionenpleite: Österreichische Flink-Tochter meldet Insolvenz an

In Wien, Graz und Innsbruck verschwinden die Flink-Fahrer nun von den Straßen - Copyright: Flink SE
In Wien, Graz und Innsbruck verschwinden die Flink-Fahrer nun von den Straßen - Copyright: Flink SE

Während der Konkurrent Gorillas mit dem türkischen Vorbild Getir über eine Übernahme verhandelt, hatte sich der deutsche Wettbewerber Flink bislang im Windschatten ohne große Schlagzeilen ebenfalls zu einem mächtigen Player entwickelt. Nun muss aber auch der pinkfarbene Lieferdienst einstecken: Die österreichische Tochter des Lieferdienstes hat Insolvenz angemeldet. Das teilte der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) mit, das Verfahren am Handelsgericht Wien sei bereits eröffnet worden.

In dem Land war Flink bislang in den Städten Wien, Graz und Innsbruck aktiv. Gegründet hatte der Lieferdienst die Tochter im September 2021, einen Monat später nahm sie das operative Geschäft auf. Mit finanzieller Hilfe der deutschen Mutter hätte dieser Geschäftsbereich in Österreich aufgebaut werden sollen.

Zweistelliger Millionenverlust

Die deutsche Muttergesellschaft in Deutschland hat eine Restrukturierung eingeleitet und stellt daher keine weiteren finanziellen Mittel zur Verfügung. Es sei auf absehbare Zeit nicht möglich gewesen, das Geschäft profitabel zu gestalten, so ein Sprecher von Flink. Deshalb habe man die Reißleine gezogen. Zuletzt waren 163 Mitarbeitende an den insgesamt zwölf Standorten in den drei Städten beschäftigt, fast ausschließlich Fahrer und Angestellte in den Warenlagern.

Ob das Unternehmen weitergeführt und eine Entschuldung durch einen Sanierungsplan beantragt wird, muss sich nun im Rahmen des Insolvenzverfahrens zeigen. Bisherige Verkaufsversuche waren nach Angaben des Kreditorenverbands erfolglos. Auch der Flink-Sprecher bestätigte, dass Verkaufsverhandlungen vergeblich verlaufen seien. Abgesehen von Deutschland ist Flink indessen nur noch in Frankreich und den Niederlanden aktiv. In diesen Märkten wolle man weiterhin aktiv bleiben, so der Sprecher.

Insgesamt belaufen sich die Verbindlichkeiten der österreichischen Flink-Tochter den Angaben zufolge auf 22,4 Millionen Euro, davon etwa 18 Millionen Euro gegenüber der deutschen Muttergesellschaft. Die hat bis dato bereits knapp eine Milliarde Euro an Investorengeldern eingesammelt.