Nach Mobbing am Strand: Frau findet starke Worte gegen Body-Shaming

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style

Die Neuseeländerin Shelly Proebstel hat genug von festgefahrenen Beauty-Idealen. Um zu zeigen, dass man auf viele Arten schön sein kann, präsentiert sie sich und ihren Körper gerne und hat sich den Kopf kahl geschoren. Nun wendet sie sich in einem emotionalen Facebook-Post an Männer, die sie am Strand wegen ihrer Figur gemobbt haben und erhält viel Zuspruch.

“An die Typen, die auf mich gezeigt und gelacht haben, als ich meinen Rock heute am Strand ausgezogen und meine Seele (meine Bikini-Figur) mit der Welt geteilt habe, ich wollte euch nur sagen (entschuldigt meine Ausdrucksweise aber) F*CKT EUCH! […]”

Der Beitrag, den die Bloggerin und Aktivistin Shelly Proebstel aus Waipa in Neuseeland vergangenes Wochenende auf Facebook geschrieben hat, beginnt voller Zorn. Sie war am Mount-Maunganui-Strand in der neuseeländischen Stadt Tauranga von ein paar Männern lächerlich gemacht worden. Doch Proebstel ging es nicht darum, einfach Dampf abzulassen, sie wollte ganz Grundsätzliches klären:

“Wegen Leuten wie euch hungern Menschen und machen sich krank, um einer ‘Modelfigur’ nachzueifern. Wegen Leuten wie euch tragen Menschen ganzjährig lange Ärmel, weil sie Angst haben, ihre Arme zu zeigen.”

Seit Monaten setzt sich Proebstel für Body-Positivity ein, dafür, dass jeder Mensch zu seinem Körper stehen und sich wohlfühlen kann. Um ein Zeichen zu setzen, rasierte sie sich ihre Haare ab und trennte sich damit von einem vermeintlichen Statussymbol der Weiblichkeit. Unter dem Namen “Bald and Beautiful” (deutsch: “kahl und schön”) veröffentlicht sie ihre Erfahrungen und ermutigt Menschen dazu, ihre eigenen Schönheitsideale zu entwickeln und zu verwirklichen.


“Moment mal! Ist das ein Baywatch-Babe, das da in Zeitlupe am Strand entlang rennt?”

“Es gibt nicht nur eine Körperform”

In dem Facebook-Eintrag, der in wenigen Tagen Tausende Male geteilt und kommentiert wurde, macht sie darauf aufmerksam, dass verächtliche Zurufe und Gemeinheiten, wie sie sie nun erfahren habe, eine Person tief treffen und jahrelang verfolgen können. Sicher sei nicht nur die eine Bemerkung, der eine gemeine Witz für den inneren Zustand eines Menschen und Mobbingopfers entscheidet, doch solle man sich immer einer gewissen Verantwortung bewusst sein: “Wenn ihr das nächste Mal jemanden wie mich in einem Bikini oder in einer ähnlichen Situation seht und darüber lachen wollt, bedenkt den Schaden, den ihr anrichten könnt.” Nicht jeder Mensch hätte ein dickes Fell wie sie und könne solche Kommentare einfach abschütteln.

In der Body-Positivity-Bewegung geht es darum, dass alle Menschen sich in ihrem Körper fühlen können. (Symbolbild: Getty Images)

Auch an junge Eltern richtete sie einige Worte. Denn es komme auf die nächste Generation an, wenn wir an der Überwindung alter Schöheitsideale arbeiten wollen: “Ich bitte euch eindringlich, euren Kindern beizubringen, dass es nicht nur eine Körperform gibt, sondern einen ganzen Regenbogen aus wunderschönen Körpern.” In zehn oder 20 Jahren, so hofft sie abschließend, werden dann vielleicht keine Menschen mehr öffentlich lächerlich gemacht, weil sie nicht der “Norm” entsprechen.