Rasen im März schon vertikutieren: Gut oder schlecht?

Rasen im März schon vertikutieren: Gut oder schlecht?

Wer den Rasen zum falschen Zeitpunkt vertikutiert, schadet nicht nur der Grasnarbe, sondern provoziert sogar einen Unkrautteppich. Wann fällt der Startschuss für diese radikale Pflegemaßnahme?

Die ersten warmen Tage im Frühling locken Anfang März mit Macht in den Garten. Dann dauert es in der Regel nicht lange, bis man den ersten Vertikutierer auf Nachbars Rasen hört. Dann den nächsten, den übernächsten, immer mehr reihen sich ein. Dabei ist es noch viel zu früh zum Vertikutieren. Der Rasen ist noch gar nicht bereit für diesen doch sehr stressigen Eingriff, der für ihn eine echte Belastung ist. Denn der Boden ist trotz der steigenden Temperaturen noch kalt. Für den Rasen zu kalt. Der Vertikutierer holt nämlich allerlei Moos und Rasenfilz aus dem Rasen und hinterlässt dabei teilweise recht große Lücken im grünen Teppich. Diese Lücken kann er so früh im Jahr schlichtweg nicht schnell genug wieder schließen. Die perfekte Chance für keimende Unkräuter! Sie haben nämlich mit kühlen Bodentemperaturen keinerlei Probleme und können sich deshalb wesentlich schneller breitmachen als der durch die Vertikutiermesser doch arg in Mitleidenschaft gezogene Rasen.

Wann sollte man den Rasen im Frühjahr vertikutieren?

Vertikutieren Sie Ihren Rasen nicht vor Mitte April, eher sogar noch später. Vorher wächst Rasen einfach nicht schnell genug. Auch der Nachsaatrasen lässt sich mit dem Keimen ewig Zeit, bis er die durchs Vertikutieren in der Grasnarbe entstandenen Lücken zuwächst.

Unser Tipp: Düngen Sie Ihren Rasen bereits zwei Wochen vor dem Vertikutieren, damit er fit für den Eingriff ist und dann nachher gleich loslegen kann. Rasen keimt am besten, wenn die Bodentemperatur dauerhaft über 14 Grad Celsius liegt. Das gilt auch für hochwertiges Saatgut, dass zwar auch bei niedrigen Temperaturen keimt, aber nicht besonders willig. Wenn Sie nach dem Vertikutieren Rasen aussäen müssen, haben Sie mit einer Mischung der ursprünglich verwendeten Rasensorte oder jedenfalls einer sehr ähnlichen und einer Nachsaatmischung übrigens den besten Erfolg.

Rasen vertikutieren
iStock/Antagain

Den Rasen im Herbst vertikutieren

Im Sommer bleibt der Vertikutierer im Schuppen und wird im Garten höchstens mit einer Lüfterwalze für den Rasen genutzt. Bei Bedarf können Sie den Rasen allerdings auch im Herbst noch mal vertikutieren. Und zwar Ende September. Dann ist der Boden vom Sommer immer noch schön warm und Nachsaatrasen keimt nicht nur problemlos, sondern wächst bis zum Winter auch noch an. Wenn Sie später vertikutieren wollen, bekommt der neu wachsende Rasen womöglich Probleme mit ersten Frösten und geht dann geschwächt in den Winter. Rasen ist frostfest, aber von Hause aus eine Langtagpflanze, die mit den kürzer werdenden Tagen immer langsamer wächst.

Wenn Sie im Herbst vertikutieren, verbinden Sie das gleich mit der herbstlichen Düngung. Bringen Sie hierzu am besten rund zwei Wochen vor dem Vertikutieren einen speziellen Herbstrasendünger aus.

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