#RespectMySize: Instagram-Aktion sagt Bodyshaming den Kampf an

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.
Rear view shot of different size women in white t-shirt and blue jeans. Multiracial women standing together over white background.
Körperliche Vielfalt ist Trumpf: Wenn jemand anders aussieht, kann man das auch einfach akzeptieren und respektieren, finden zwei Bloggerinnen (Symbolbild: Getty Images)

Schlagworte wie Body Positivity oder Selbstliebe sind längst im Alltag angekommen, und doch müssen übergewichtige Menschen sich nach wie vor mit Vorurteilen und Beleidigungen herumschlagen: Sie seien faul, hässlich, undiszipliniert und maßlos, müssen sich auch die Curvy-Bloggerinnen Verena Prechtl und Julia Kremer immer wieder anhören. Jetzt haben sie genug davon und starteten die Initiative #RespectMySize.

Dass die beiden Influencerinnen ausgerechnet jetzt diese Aktion starteten, wo sie sich doch schon seit Jahren für mehr Akzeptanz und Körper-Vielfalt einsetzen, hat einen bestimmten Grund. Ausschlaggebend war ein Artikel in der "ButenunBinnen" von Anfang Juni, in der eine Hotelbesitzerin erklärte, dass in ihrem Hotel in Cuxhaven dicke Menschen nicht erwünscht seien. Von Diskriminierung wollte sie jedoch nichts wissen - vielmehr legte sie nach: "Also ich finde es persönlich diskriminierend, dass ich so einen Anblick ertragen muss – ehrlich gesagt. Und ich weiß, wenn ich dick bin, dass da was nicht stimmt. Und es hat auch nicht jeder was mit der Schilddrüse."

Diese Aussagen sorgten deutschlangweit für Diskussionen, und auch die Bloggerinnen Verena Prechtl und Julia Kremer waren fassungslos. "Als Verena und ich diesen Artikel gelesen haben, ist uns wieder einmal bewusst geworden, dass Diskriminierung von Übergewichtigen im Alltag dazu gehört. Nach einer kurzen Umfrage innerhalb unserer Communities haben wir innerhalb von 24 Stunden Hunderte Nachrichten mit berührenden und sehr erschreckenden Geschichten erhalten”, erklärte Julia auf Instagram.

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Diskriminierung sei für viele dicke Menschen an der Tagesordnung. Sie würden nicht nur auf der Straße offen beleidigt, sondern auch im Beruf, im Fitnesstudio, beim Einkaufen und sogar bei Arztbesuchen immer wieder stigmatisiert. Die Erfahrungen ihrer Follower teilen auch die beiden Curvy-Bloggerinnen selbst. Julia erzählt, dass sie sich in ihrem Leben immer wieder anhören durfte, dass sie aufgrund ihres Körpers hässlich sei. Verena bekam oft von vollkommen Fremden die Bezeichnung “ekelhaft” an den Kopf geworfen.

Deswegen starteten die beiden die Kampagne #RespectMySize, die anderen kurvigen Frauen - und Männern - Mut zusprechen und außerdem Menschen mit Vorurteilen die Stirn bieten soll. “Respektiert meinen Körper”, lautet die Botschaft, die bisher großen Anklang findet. Unter dem Hashtag der Aktion teilen andere Instagram-User, welche Beleidigungen sie selbst sich immer anhören mussten und kontern das nicht selten mit einer Botschaft der Selbstliebe.

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Die Bloggerinnen sind überwältigt von der Resonanz. In einem Video bedankte sich Julia für die Reaktionen und räumte zugleich mit einem Missverständnis auf: Sie und Verena wollen mit ihrer Kampagne Übergewicht nicht verherrlichen. Ihnen geht es lediglich darum, auf Diskriminierung aufmerksam machen und für mehr Akzeptanz zu werben. "Wir wünschen uns, dass jeder Mensch so sein darf, wie er ist, ohne diskriminiert zu werden", sagt Julia.