ROUNDUP/Eurozone: Industriestimmung trübt sich etwas weniger ein als erwartet

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LONDON (dpa-AFX) - Die Stimmung in den Industrieunternehmen der Eurozone hat sich im November etwas weniger als erwartet eingetrübt. Der vom Marktforschungsinstitut IHS Markit erhobene Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im Vergleich zum Vormonat um 1,0 Punkte auf 53,8 Punkte, wie das Institut am Dienstag nach einer zweiten Schätzung mitteilte. In einer ersten Schätzung waren noch 53,6 Punkte ermittelt worden. Volkswirte hatten mit einer Bestätigung der Erstschätzung gerechnet.

Verantwortlich für den Rückgang sind die neuen wirtschaftlichen Beschränkungen in der zweiten Welle der Corona-Krise. Allerdings wird die Industrie dadurch weniger getroffen als der Dienstleistungssektor. Mit einem Wert von merklich über 50 Punkten deutet der Indikator immer noch auf ein robustes Wachstum hin. Die erste Corona-Welle im Frühjahr hatte auch die Industrie stark belastet. Im Sommer folgte eine kräftige Erholung, weil die staatlichen Maßnahmen zur Virus-Eindämmung deutlich zurückgefahren wurden.

Besonders robust zeigt sich die Industrie in Deutschland. In Frankreich hingegen deutet der Indikator eine Schrumpfung an, wenn auch nicht so stark wie in der Erstschätzung ermittelt. In Italien fiel der Rückgang zwar etwas stärker als erwartet aus, der Wert liegt aber noch über der Wachstumsschwelle. In Spanien hingegen signalisiert er eine Schrumpfung der Aktivität in der Industrie. In Italien und Spanien wird keine Erstschätzung durchgeführt.

"Deutschland blieb die Wachstumslokomotive, hier legten Produktion und Auftragseingang abermals so stark zu wie selten zuvor in den zurückliegenden 25 Jahren seit Beginn der Umfrage", erklärte Chris Williamson, Chef-Ökonom von Markit. Der Ausblick für das kommende Jahr habe sich für den Währungsraum verbessert. Williamson verweist auf die jüngsten Fortschritte bei der Impfstoffentwicklung. Daher dürfte die Abhängigkeit von Deutschland im nächsten Jahr nachlassen.

Die Daten im Überblick:

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Region/Index November Prognose Vorläufig Vormonat

EURORAUM

Verarb. Gew. 53,8 53,6 53,6 54,8

DEUTSCHLAND

Verarb. Gew. 57,8 57,9 57,9 58,2

FRANKREICH

Verarb. Gew. 49,6 49,1 49,1 51,3

ITALIEN

Verarb. Gew. 51,5 52,0 --- 53,8

SPANIEN

Verarb. Gew. 49,8 50,7 --- 52,5°

(Angaben in Punkten)