Schnabel dämpft Hoffnungen auf Blockbuster-Stimulus der EZB

Jana Randow, Carolynn Look und Alexander Weber
·Lesedauer: 2 Min.

(Bloomberg) -- Die Europäische Zentralbank sollte sich nach Ansicht von Isabel Schnabel darauf konzentrieren, das Finanzumfeld während der Krise auf dem aktuellen Niveau zu halten. Hoffnungen auf ein Blockbuster-Konjunkturpaket, das die Markterwartungen übertrifft, dämpfte die EZB-Direktorin.

Etwas mehr als eine Woche vor der geldpolitischen Entscheidung des EZB-Rates bestätigte Schnabel, dass weitere unterstützende Maßnahmen wahrscheinlich seien, da die Pandemie länger dauern werde als erwartet. “Dies muss sich in unseren geldpolitischen Entscheidungen widerspiegeln”, sagte sie am Montag in einem Bloomberg-Interview.

Sie unterstrich aber auch, dass die Fremdkapitalkosten aufgrund von geld- und fiskalpolitischen Hilfen auf Rekordtiefs gesunken sind. Am Wichtigsten sei, diesen Zustand bis zum Ende der Krise aufrecht zu erhalten.

“Es ist angemessen, sich darauf zu konzentrieren, diese Bedingungen zu bewahren, statt viel weiter zu lockern”, sagte Schnabel. “Wenn es notwendig ist, etwas zu tun, das nicht den Markterwartungen entspricht, müssen wir das trotzdem tun.”

Ökonomen prognostizieren, dass die EZB ihr Pandemie-Anleihekaufprogramm in Höhe von 1,35 Billionen Euro um rund 500 Milliarden Euro erhöhen wird, es um mindestens sechs Monate bis Ende nächsten Jahres verlängern und den Banken mehr langfristige Kredite anbieten wird. Die Société Générale SA und die Commerzbank AG prognostizieren jeweils zusätzliche Käufe von 600 Milliarden Euro. Bloomberg Economics erwartet 450 Milliarden Euro.

Schnabels Äußerungen signalisieren, dass sie argumentieren wird, innerhalb der Größenerwartungen zu bleiben, die Dauer aber weiter auszudehnen. Auf die Frage, ob sie eine 12-monatige Verlängerung der Anleihekäufe bis Mitte 2022 unterstützen würde, antwortete sie, dass dies eine der Optionen sei, die in Betracht gezogen würden.

Schnabel zeigte sich auch offen, den Zeitrahmen, in dem Banken auf den „äußerst günstigen“ Zinssatz von -1% für langfristige Kredite zugreifen können, zu verlängern. Derzeit geht dieser von Juni 2020 bis Juni 2021. Sie schloss zwar nicht aus, diesen Zinssatz zu reduzieren, äußerte aber Vorbehalte.

“Es gibt keinen technischen Grund, warum dieser nicht gesenkt werden könnte”, sagte sie. “Die Frage ist, ob dies als angemessen angesehen wird.”

Überschrift des Artikels im Original:ECB’s Schnabel Warns Against Hopes for Blockbuster Stimulus

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