Schuldnerberatungen fordern Rechtsanspruch auf kostenloses Angebot

FRANKFURT/WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Schuldnerberatungen in Deutschland fordern einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose Schulder- und Insolvenzberatung. "Die Hürden sind oft zu hoch: In manchen Bundesländern ist der Zugang zu den Beratungsstellen über das Einkommen begrenzt", sagte die Geschäftsführerin der Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (BAG-SB), Ines Moers, der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. "Wir fordern einen rechtlichen Anspruch auf Schuldnerberatung."

Schätzungen zufolge sind in Deutschland drei bis sieben Millionen Menschen überschuldet. 500 000 bis 600 000 lassen sich nach Angaben von Moers in einer anspannten finanziellen Lage beraten. An diesem Mittwoch (8.00 Uhr) veröffentlicht das Statistische Bundesamt Zahlen zur Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland im Jahr 2021.

"Wir haben während der Corona-Krise steigende Beratungszahlen in unseren Schuldnerberatungsstellen gesehen", schilderte Moers. "Aktuell sind wir wieder auf einem ähnlichen Niveau wie vor der Pandemie. Wir rechnen aber tendenziell mit steigenden Zahlen auch angesichts der zuletzt extrem gestiegenen Preise." Hohe Energie- und Lebensmittelpreise sind für viele Menschen zur Belastung geworden.

Der Staat müsse für eine bessere Finanzierung der Schuldnerberatung sorgen, forderte Moers. "Auch die Gläubiger sollten sich an den Kosten der Beratung beteiligen, schließlich ist das Angebot auch in ihrem Interesse. Europaweit gibt es zahlreiche Beispiele, wie eine Gläubigerfinanzierung umgesetzt werden kann." Mit einer bundesweiten Aktionswoche (30.5. bis 3.6.2022) wollen die Schuldnerberatungen ihren Anliegen Nachdruck verleihen.

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