"Sie sind gefeuert": Wie die Queen ihre Hofschneiderin prankte

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Queen Elizabeth II. musste oft die Würde des Amtes bewahren. Doch die Königin hatte auch eine sehr lustige Seite, wie diese Anekdote ihrer intimsten Assistentin beweist.

Queen Elizabeth II. neben Vogue Chefin Anna Wintour, Caroline Rush, Chief Executive of the British Fashion Council, und ihrer Hofschneiderin Angela Kelly (ganz rechts) bei der London Fashion Week. (Bild: REUTERS/Yui Mok/Pool)
Queen Elizabeth II. neben Vogue Chefin Anna Wintour, Caroline Rush, Chief Executive of the British Fashion Council, und ihrer Hofschneiderin Angela Kelly (ganz rechts) bei der London Fashion Week. (Bild: REUTERS/Yui Mok/Pool)

Seit 28 Jahren arbeitet Angela Kelly bereits für Queen Elizabeth. Kaum jemand dürfte wohl so viel gemeinsam mit der verstorbenen Monarchin erlebt haben, wie die 69-Jährige. Denn als "Royal Dresser" bekam sie einen intimen Einblick hinter die Kulissen des königlichen Lebens, der selbst den allermeisten engen Angestellten verborgen bleibt. Einige Anekdoten aus der langen gemeinsamen Geschichte teilte die persönliche Hofschneiderin in ihrer 2019 erschienenen Biografie. Zu den Memoiren mit dem Original-Titel "The Other Side of the Coin: The Queen, The Dresser and the Wardrobe", auf Deutsch unter dem etwas schnöderen Titel "Das trägt die Queen" veröffentlicht, hatte Elizabeth II. ihr das Okay gegeben.

Und so dürfte sich die für ihren Humor bekannte Queen auch nicht daran gestört haben, dass Kelly diese lustige Anekdote von einer Australien-Reise teilte. Bei der Reise im Jahr 2006 legte Kelly jedoch zunächst einmal ihre königliche Chefin herein. Denn diese hatte ihr von den australischen Kookaburras erzählt. Die Vögel, so die Queen, machen ein Geräusch, "das man niemals wieder vergessen wird". Und versprach ihrer Hofschneiderin, sie werde viele Kookaburras auf der Reise sehen.

Der Scherz ging fast nach hinten los

Dies aber war etwas voreilig, denn auch nach mehreren Tagen hatte sich noch kein einziger der Vögel blicken lassen. Also entschied Kelly, der Queen einen kleinen Streich zu spielen und kaufte kurzerhand einen Spielzeug Kookaburra auf einem Markt in Sydney. In ihrem Buch beschreibt sie sie die Szene, nachdem sie den "Vogel" in einem Käfig vor dem Zimmer der Queen abgestellt hatte. "Ich wollte gerade die Käfigtür öffnen, als sie lautstark sagte 'Tun Sie das nicht. Er wird davon fliegen.' erinnert sich Kelly. "Blitzschnell stand sie hinter mir. Ich nahm den Vogel auf und sagte mit gedämpfter Stimme, dass er wohl tot sei." Die Königin habe zutiefst erschrocken ausgesehen und erst als sie den Vogel selbst in die Hand nahm entdeckt, dass es sich um ein Stofftier handelte und sie auf einen Streich hereingefallen war.

Eine Hommage an den Humor der Queen: Die lustigsten Momente mit Elizabeth II.

Kelly dachte mit einem "April, April" sei die Sache erledigt. Doch da hatte die Hofschneiderin nicht mit der Schlagfertigkeit und dem Humor der Queen gerechnet. Denn diese antwortete prompt in voller Ernsthaftigkeit: "You are sacked." - "Sie sind gefeuert." Das war zum Glück nicht ernst gemeint, denn Kelly war längst mehr, als nur eine Modeberaterin und Schneiderin für Elizabeth II.

Eine ungewöhnliche Freundschaft

Wie die privaten Besuche der Queen bei ihrem Haus auf dem Gelände von Schloss Windsor zeigen, waren die beiden Frauen sich in den vielen gemeinsamen Jahren auch persönlich nahe gekommen. Die Beziehung zwischen der Tochter eines Kranführers und der Regentin ist eine der faszinierendsten Freundschaften der britischen Königshauses.

Inzwischen ist Kelly längst auch für die jüngeren Generationen der Royals verantwortlich. So schneiderte sie zum Beispiel das Taufgewand von Prinz George. Die Nähkenntnisse hat sie von ihrer eigenen Mutter und ihrer Tante gelernt. Sogar einen eigenen Spitznamen hat sie im Buckingham Palace. Dort ist Angela Kelly nur unter dem Kürzel "AK47" bekannt.

Banner Queen. (Bild: Yahoo/Getty Images)
Banner Queen. (Bild: Yahoo/Getty Images)

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