Auf sieben Tage verkürzt: Wegen der neuen Quarantäne-Regeln kann man sich jetzt schneller freitesten

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Ein Mann arbeiten während seiner Corona-Quarantäne aus der heimischen Küche. Künftig darf er schneller wieder da Haus verlassen.
Ein Mann arbeiten während seiner Corona-Quarantäne aus der heimischen Küche. Künftig darf er schneller wieder da Haus verlassen.

Die neuen Quarantäneregeln für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen gelten seit Mitte Januar. Der Bundesrat hatte am Freitag einstimmig eine Verordnung gebilligt, die dafür einen rechtlichen Rahmen schafft. Sie war erst am Abend zuvor vom Bundestag beschlossen worden.

Die neuen Regeln sehen vor, dass sich dreifach geimpfte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten nicht mehr in Quarantäne begeben müssen. Das gilt auch für frisch doppelt Geimpfte oder frisch Genesene. Außerdem werden kürzere Quarantänezeiten im Fall von Infektionen ermöglicht, um bei stark steigenden Infektionszahlen den personellen Zusammenbruch wichtiger Versorgungsbereiche zu verhindern. Künftig können sich Infizierte oder Kontaktpersonen, die die Vorgaben für eine Quarantäne-Befreiung nicht erfüllen, nach sieben Tagen durch einen PCR-Test oder einen zertifizierten Antigen-Schnelltest freitesten lassen. Die Regeln gelten für alle bekannten Virusvarianten – auch für Infektionen mit Omikron.

Allerdings gibt es schlechte Nachrichten für Menschen, die eine Corona-Erkrankung durchgestanden haben: Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat mit Wirkung zum 15. Januar neue Richtlinien für den Genesenennachweis veröffentlicht. Statt sechs Monate ist der Status nur noch drei Monate gültig. Dann muss man sich eine Impfung geben lassen. Grundlage für einen Genesenenstatus ist weiterhin ein positives PCR-Testergebnis, das mindestens 28 Tage zurückliegt. Insgesamt ist man dann also nur noch 62 Tage befreit.

In der Sondersitzung betonte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), Deutschland habe in diesem Jahr die Chance, die Pandemie weitgehend hinter sich zu lassen. Dafür müsse allerdings die Impfquote steigen, was nur mit einer allgemeinen Impfpflicht gehe. Die Omikron-Variante werde aber zunächst noch zu einem deutlichen Anstieg der Infektionszahlen führen. Im Herbst sei mit einer neuen Virusvariante zu rechnen.

Experten sehen die neuen Möglichkeiten zur Freitestung kritisch, weil Schnelltests zu fehleranfällig sind. Die Ärzteorganisation Marburger Bund bemängelte auch, dass frisch geimpfte und frisch genesene Kontaktpersonen nicht einmal dann in Quarantäne müssten, wenn sie mit Infizierten zusammenwohnen. "Wir fürchten, dass dann Infektionen weitergetragen werden", erklärte die Verbandsvorsitzende Susanne Johna im ZDF-"Morgenmagazin".

Lauterbach rät eindringlich zur Impfung

Lauterbach sagte in der Länderkammer, die Pandemie sei an einer "Schnittstelle" angekommen. Man gehe in das dritte Jahr. In diesem stelle sich die Frage, ob es gelinge, die Pandemie so zu entschärfen, dass man in eine endemische Lage mit nur noch sporadischen Ausbrüchen und wenigen Todeszahlen komme – oder ob man diese Gelegenheit ungenutzt passieren lasse. "Wir haben die Mittel dafür, die Pandemie in Deutschland in diesem Jahr weitestgehend zu beenden."

Lauterbach appellierte erneut an alle noch nicht geschützten Bürger, sich jetzt impfen oder boostern zu lassen und warnte: "Wenn wir alle für uns in Anspruch nähmen, dass wir es nicht nötig haben oder besser wissen oder nicht mitmachen wollen oder ein anderes Staatsverständnis haben, dann würden wir im Chaos enden."

Die nötige Grundimmunisierung der Bevölkerung sei aus seiner Sicht nur durch eine allgemeine Impfpflicht zu erreichen, sagte Lauterbach. Er glaube, dass eine Mehrheit der Bevölkerung diesen Weg mitgehen werde. Der Gesundheitsminister betonte, niemand solle dazu gezwungen werden, einen bestimmten Impfstoff zu nehmen. Er habe auch den Totimpfstoff Novavax besorgt. Am 21. Februar werde Deutschland eine erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen bekommen.

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