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So hat es diese Ernährungsberaterin geschafft, den Jojo-Effekt beim Abnehmen zu vermeiden

Angela Clucas ist eine Ernährungsberaterin aus dem Vereinigten Königreich. - Copyright: Amore du Plessis Photography
Angela Clucas ist eine Ernährungsberaterin aus dem Vereinigten Königreich. - Copyright: Amore du Plessis Photography

Dieser Artikel basiert auf einem Gespräch mit Angela Clucas, einer registrierten Ernährungsberaterin von der Isle of Man, UK. Er wurde aus Gründen der Länge und Klarheit überarbeitet.

Es begann alles, als ich 16 oder 17 war. Die Y2K-Diätkultur war allgegenwärtig. Wenn ich heute auf einige dieser Dinge zurückblicke, ist das total verrückt. Man sieht die "Plus Size"-Frauen bei "America's Next Top Model", und sie haben buchstäblich US-Größe 6 (in Deutschland eine 34).

Ich war nicht sehr selbstbewusst, und ich glaube, ich habe angefangen, diese Botschaften zu sehen und zu denken: Wenn ich meinen Körper verändere, wenn ich abnehme, wenn ich so sein kann, dann werde ich einfach besser akzeptiert.

Also habe ich versucht, eine Diät zu machen, und ich nehme an, es war eine Art Kontrollzwang. Ich habe die Kohlsuppendiät gemacht, die British Heart Foundation Diät, die nicht von der British Heart Foundation stammt: Man ernährt sich so gut wie gar nicht, und dann bekommt man eines Tages Bananen und Milch. Das ist wirklich verrückt.

Ich habe eine Diät nach der anderen gemacht, und das Verrückte daran ist, dass ich eigentlich gar kein Gewicht zum Abnehmen hatte. Jedes Mal, wenn ich eine dieser Diäten machte, habe ich etwas abgenommen und dann wieder mehr zugenommen. Ich steckte in diesem Kreislauf fest und dachte immer: Ich schaffe es nicht. Ich kann nicht genug abnehmen. Warum bin ich ein Versager?

Und das gepaart mit dem geringen Selbstvertrauen, das ich anfangs hatte... Das ging jahrelang so weiter.

Clucas im Jahr 2008. Sie hielt sich oft den Arm vor den Bauch, um ihn zu verbergen, und schwamm im Urlaub jede Nacht eine Runde im Pool, um sich Kalorien zu "verdienen", obwohl sie seit einem Jahr ein Ernährungsstudium absolvierte. - Copyright: Angela Clucas
Clucas im Jahr 2008. Sie hielt sich oft den Arm vor den Bauch, um ihn zu verbergen, und schwamm im Urlaub jede Nacht eine Runde im Pool, um sich Kalorien zu "verdienen", obwohl sie seit einem Jahr ein Ernährungsstudium absolvierte. - Copyright: Angela Clucas

Aber jetzt ist mir klar, dass ich nie abnehmen musste. Seitdem ich meine Einstellung geändert habe, habe ich viel mehr Selbstvertrauen in mich. Ich weiß, dass ich meine geistige Energie viel besser nutzen kann, wenn ich mich auf Stärke, Gesundheit und Glück konzentriere, als ständig zu versuchen, meinen Körper zu bestrafen und zu verkleinern.

Mode-Diäten sind nicht nachhaltig, und gesundes Abnehmen bedeutet nicht, dass man sich zu sehr einschränkt oder Lebensmittelgruppen weglässt. Ich habe nur lange gebraucht, das zu verstehen.

Ein Diplom in Ernährungswissenschaften hat mich nicht davon abgehalten, Mode-Diäten zu machen

Als ich 22 war, war ich so besessen von Ernährung, dass ich beschloss, einen Abschluss in diesem Bereich zu machen. Aber ich konnte danach keinen Job als Ernährungsberaterin finden und machte immer mehr und schlechtere Diäten wie Whole 30 und Insanity, ein 90-Tage-Workoutplan, der der ultimative Schlankmacher sein soll.

Das Studium enthielt eine Menge wissenschaftlicher Informationen darüber, was Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette sind, aber es ging nie um Psychologie. Ich könnte einen Ernährungsplan für jemanden schreiben, der abnehmen will. Es geht aber nicht darum, dass man ihm sagt, wie es geht. Wir alle wissen, dass wir mehr Gemüse essen sollten, aber wir tun es nicht.

Clucas im Jahr 2014, als sie "von einer Packung Krabben und einer Schüssel Müsli pro Tag und viel schwarzem Kaffee lebte". Sie hatte ihr erstes Studium abgeschlossen, wusste aber, dass sie tiefer in der Diätkultur steckte als je zuvor. - Copyright: Angela Clucas
Clucas im Jahr 2014, als sie "von einer Packung Krabben und einer Schüssel Müsli pro Tag und viel schwarzem Kaffee lebte". Sie hatte ihr erstes Studium abgeschlossen, wusste aber, dass sie tiefer in der Diätkultur steckte als je zuvor. - Copyright: Angela Clucas

Ich arbeitete immer noch in einem Büro und probierte all diese Dinge aus, und ich wusste immer noch, dass ich mehr als alles andere als Ernährungsberaterin arbeiten wollte. Also ging ich mit 34 Jahren zurück an die Uni und machte einen Master in Sporternährung – was mir sehr gefiel. Das Studium vertiefte das Verständnis des Stoffwechsels, aber es gab mir immer noch keine Antwort auf die Frage, warum ich nicht genug abnehmen konnte.

Die Ironie dabei ist, dass ich bei den meisten Messungen, wie zum Beispiel dem BMI, nie übergewichtig war. Ich hatte nur immer das Gefühl, dass ich dünner sein müsste. Andererseits kenne ich keine Frau, die nicht sagt, dass sie drei Kilo abnehmen möchte.

Ausstieg aus der Diätkultur durch Änderung meiner Denkweise

Der Wendepunkt kam, als ich ein Buch mit dem Titel "The Chimp Paradox" (Das Schimpansen-Paradox) las, in dem es darum geht, die Stimme in unserem Kopf zu verstehen.

Ich dachte mir: Moment mal, das ist doch viel wichtiger als nur der Versuch, dünner zu werden. Und von da an ging es nur noch bergauf, auf eine gute Art und Weise.

Ich habe viel mehr darüber gelesen, wie man seine Denkweise ändern kann, zum Beispiel habe ich die Arbeit von Brene Brown geliebt. Sie hat mich auf die Idee gebracht, dass es einen besseren Weg geben muss, um entweder nachhaltig abzunehmen und das Gewicht zu halten, oder um aus der Denkweise herauszukommen, dass man überhaupt erst einmal abnehmen müsse.

Ein großer Teil meines Durchbruchs kam durch die Zusammenarbeit mit einem brillanten Personal Trainer. Wir tauschten ständig Ideen über das Körperbild aus, und allmählich wurde mir klar, dass ich keine Kalorien reduzieren oder mich schlecht fühlen muss, wenn ich einen Donut esse. Diese kontinuierliche Botschaft in Verbindung mit der Konzentration auf meine körperliche Fitness war für mich ein entscheidender Wendepunkt.

Jetzt bin ich Vollzeit-Ernährungsberaterin und helfe anderen, ihre Ziele zu erreichen.

Auf meiner Reise habe ich gelernt, wie wichtig es ist, an der eigenen Einstellung zu arbeiten. In meinem Unterricht geht es jetzt um mehr als nur darum, jemandem zu sagen, dass er mehr Eiweiß essen soll. Es geht darum, wie man über Ziele und Gewohnheiten nachdenkt und sich selbst so einrichtet, dass man erfolgreich ist.

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