Stefanie Giesinger will Hunger in Afrika bekämpfen – und wird dafür angegriffen

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Stefanie Giesinger ist für ein Projekt der Welthungerhilfe nach Malawi gereist. In einer Grundschule verteilt das 23-jährige Model Essen an Kinder. Bei ihren Followern kam diese Aktion jedoch nicht gut an.

Stefanie Giesinger beim Leipziger Opernball 2019 (Bild: Getty Images)

In den Kommentaren unter der Fotoserie werfen sie Giesinger vor, sie wolle sich damit nur selbst inszenieren. „Solche Fotos sind rassistisch, herablassend, eurozentristisch und strotzen nur so vom White Savior Komplex. Mit solchen Aktionen tut ihr den Menschen vor Ort nur noch sehr viel Schaden an”, schreibt eine Userin. Es wirke so, als wolle Giesinger der Welt mit diesen Fotos zeigen, was für ein „toller Mensch“ sie ist, findet eine andere und fügt hinzu: “Ich hoffe, dass deine Follower merken, dass dies alles nur eine Show ist!” Eine dritte meint: “Einfach nur lächerlich... schön Posen beim Essen ausgeben. Geht an der Realität vorbei.”

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Was ist ein White Savior Komplex?

Vom White Savior Komplex ist oft die Rede, wenn weiße, privilegierte Menschen sich einen Vorteil verschaffen, indem sie nicht-weißen, unterprivilegierten Menschen helfen. Auch Absolventen von Freiwilligendiensten sehen sich oft mit diesem Backlash konfrontiert. Ihre Kritiker empfinden es vor allem als problematisch, dass sich weiße privilegierte Menschen als Retter inszenieren. Meist würden zudem Bilder verbreitet, die ein sehr eindimensionales Bild von Afrika entstehen lassen - denn der Kontinent ist ebenso vielfältig wie Europa oder Asien. Nicht alle Menschen seien arm und krank und schon gar nicht seien sie auf die Hilfe von Europäern angewiesen, die die Probleme durch den Kolonialismus erst nach Afrika gebracht hätten. Kritiker des White Savior Komplex argumentieren stattdessen, dass man auch auf den guten Zweck aufmerksam machen kann, ohne sich selbst in die Geschichte zu drängen.

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So reagiert Stefanie Giesinger auf die Kritik

Giesinger hat bereits auf die Kritik ihrer Follower reagiert. Sie wolle in Zukunft mehr Feingefühl beweisen, wenn es darum geht, von ihrer Arbeit in Malawi zu berichten. In einem Post schreibt die Influencerin:

„Ich bin hier, weil ich meine Reichweite für Gutes nutzen will. 2019 leiden über 820 Millionen Menschen an Hunger, während wir in Europa Milliarden für Konsumgüter ausgeben. Lycka ist ein deutsches Sozialunternehmen, das vor fünf Jahren gegründet wurde. Sie kämpfen für eine Welt ohne Hunger mittels nachhaltiger Entwicklung. Ihr Partner bei diesen Projekten ist die Welthungerhilfe, die seit 2012 mit dem lokalen Team in Malawi zusammenarbeitet. Ich bin hier, weil ich an die Missionen von beiden glaube. Der Fokus unserer Projekte liegt auf in der Region angebautes Schulessen und Gesundheitsclubs für Mädchen und Jungen, die von den Muttern geführt werden. Ich glaube, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann, unsere gemeinsamen Probleme zu lösen. Das hier ist meiner.“ 

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