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"tagesschau" auf Mastodon: Die ARD geht neue Wege

Das dezentralisierte Mastrodon bekommt prominenten Zuwachs: Die Nachrichtenplattform tagesschau startet auf der Social-Media-Plattfrom. (Bild: iStock /hapabapa)
Das dezentralisierte Mastrodon bekommt prominenten Zuwachs: Die Nachrichtenplattform tagesschau startet auf der Social-Media-Plattfrom. (Bild: iStock /hapabapa)

Mastodon gehört keinem Tech-Konzern und gilt als Alternative zu Twitter. Nun will sich auch die "tagesschau" auf der nutzerbetriebenen Plattform ausprobieren. Laut ARD-Vorsitzendem ein vielversprechender Ansatz, das Internet "anders zu denken".

Auf Twitter, Instagram und TikTok ist die "tagesschau" bereits aktiv, nun kommt eine weitere Social Media Plattform hinzu: Auf dem Microblogging-Dienst Mastodon will die Social-Media-Redaktion der Nachrichten-Marke Erfahrungen mit neuen, nutzerbetriebenen Plattformen sammeln. Der in der zugehörigen Pressemitteilung als "Experiment" bezeichnete Ausflug auf Mastodon soll Erkenntnisse liefern, die auch im Betrieb eigener ARD-Digitalplattformen Anwendung finden sollen.

Laut ARD-Chef Kai Gniffke sei der Start bei Mastodon "ein vielversprechender Ansatz, das Internet und Social Media noch einmal anders zu denken - stärker auf die Nutzerinnen und Nutzer fokussiert und weniger abhängig von amerikanischen oder chinesischen Tech-Konzernen".

Dies biete die Möglichkeit, "neue öffentlich -rechtliche Standards" auf Social Media zu setzen. Gniffke nannte diesbezüglich etwa die Teilhabe des Publikums, Unabhängigkeit und faktenbasierte Kommunikation frei von Hass. "Mit dem Start auf Mastodon erfüllen wir auch einen Wunsch unserer Communitys, die vielfach nach Alternativen zu den kommerziellen Plattformen fragen", ergänzt Juliane Leopold, Chefredakteurin Digitales ARD-aktuell.

Dezentral aufgebaute Instanzen

Anders als die bekannten Social-Media-Netzwerke befindet sich Mastodon nicht in Besitz eines kommerziellen Anbieters. Stattdessen arbeitet die Plattform mit einzelnen, dezentral aufgebauten Instanzen, in denen jeweils die User die Regeln mitbestimmen können. Die Umgangsformen beispielsweise werden nicht von einem Konzern festgelegt, sondern sind ein Konsens der Nutzerinnen und Nutzer. Die Funktionsweise ist vergleichbar mit Twitter: eine Verteilung von Kurznachrichten. Allerdings unterliegen selbige keinem Algorithmus, sondern werden chronologisch dargestellt.

"Zum Start der sechsmonatigen Testphase setzt die Social-Media-Redaktion der tagesschau mit ihrem Mastodon-Account tagesschau@ard.social auf die Ausspielung starker tagesschau.de-Inhalte", heißt es in der zugehörigen Pressemitteilung. Nachdem die Testphase zu Ende ist, sollen die gesammelten Erkenntnisse ausgewertet werden. Erst dann wird entschieden, wie es mit dem Account weitergeht. Auch der NDR wird von Anfang an mit einem eigenen Auftritt dabei sein.