Teure Tage: So viel zahlen Frauen im Laufe ihres Lebens für die Periode

Antonia Wallner
Freie Autorin

Sie sind völlig natürlich, dabei aber oft nervig und nicht selten schmerzhaft: Die vier bis fünf Tage im Monat, an denen eine Frau blutet. Als wäre das nicht schon belastend genug, ist die Periode auch noch teuer. Rechnet man die Kosten für Binden, Tampons und Co. mal hoch, gibt eine Frau im Laufe ihres Lebens etwa so viel Geld für ihre Natur aus wie für einen Kleinwagen.

Für Menstruationsprodukte gibt eine Frau im Laufe ihres Lebens eine ganze Menge Geld aus. (Symbolbild: Getty Images)

Jede Frau entwickelt eigene Methoden, um mit ihrer Periode fertig zu werden. Die eine benutzt nur Tampons, die andere kombiniert Tampons mit Binden, die dritte verwendet ganz umweltfreundlich eine Menstruationstasse oder wiederverwendbare Periodenslips. Bei Krämpfen setzen einige Damen auf die bewährte Wärmflasche, andere wiederum auf Schmerzmittel. Wenn die Stimmung am Boden ist, Stichwort PMS, braucht es vielleicht Trostfutter in Form von Schokolade und anderen Süßigkeiten. Alles in allem ist das eine ganze Menge Geld, die Frauen für etwas bezahlen, das vollkommen natürlich ist und sich sowieso nicht verhindern lässt.

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Bis zu 20.000 Euro für Menstruationsprodukte

Was da an Kohle im Laufe eines Perioden-Lebens ausgegeben wird, hat die britische “Huffington Post mal beispielhaft ausgerechnet. Wenn man davon ausgeht, dass eine Frau ihre erste Blutung mit frühen 13 Jahren bekommt und sie bis ins 51. Lebensjahr haben wird, sind das insgesamt 38 Jahre mit 456 Perioden. Die Huffington Post geht von einer Periodenlänge zwischen drei und sieben tagen aus, was dann summa summarum 2.280 Tage oder 6,25 Jahre ist, an denen Frauen ihre Tage haben. Die Zeitung kommt auf die imposante Summe von rund 16 bis 20.000 Euro, die für Slipeinlagen, Tampons, Schmerzmittel und andere Hilfsmittel draufgehen. Eine krasse Zahl, wenn man bedenkt, dass das meiste Wegwerfartikel sind.

“Tamponsteuer”: Bundestag berät im September über Steuersenkung

Debatte um “Tamponsteuer“

Trotzdem werden in Deutschland Damenhygieneprodukte noch immer mit der “Luxussteuer“ von 19 Prozent belastet. Dieser Mehrwertsteuersatz fällt in der Regel für Genussprodukte an und für solche, die im Alltag entbehrlich sind. Der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent gilt beispielsweise für Bücher und Zeitschriften sowie für die meisten Grundnahrungsmittel. Grotesk, wenn man bedenkt, dass die Periode eine natürliche Notwendigkeit des weiblichen Körpers ist und kein Luxusgut. Die Diskussion um die sogenannte “Tamponsteuer“ schlug in den letzten Monaten hohe Wellen und fand dank Petitionen und Initiativen sogar schon den Weg in den Bundestag, wo im September eine erneute Beratung ansteht. Dass es auch anders geht, zeigen Länder wie Australien, Irland oder Kanada: sie haben die Besteuerung von Tampons und Co. komplett aufgehoben.

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