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Urlaub im Müll? 19 beliebte Reiseziele, die im Dreck versinken

Touristen-Hotspots mit Abfallbergen

<p>MZeta/Shutterstock</p>
MZeta/Shutterstoc

Schmutzige Strände, stinkende Städte und Plastikmüll in Seen und Meeren – einige der schönsten Reiseziele der Erde haben ein massives Müllproblem. Der Abfall und die daraus resultierenden Umweltprobleme bedrohen auch die letzten verbliebenen Wildnisgebiete. Wir werfen einen Blick auf Urlaubshotspots, die durch Überbevölkerung und Massentourismus von Müll überschwemmt werden.

Adaptiert von Astrid Hofer und Ina Hieronimus

Bali, Indonesien

<p>Agung Parameswara/Getty Images</p>
Agung Parameswara/Getty Image

Die Strände von Bali sehen auf Postkarten paradiesisch aus. Einige der schönsten Strände der Insel, einschließlich dem bekannten Kuta Beach (im Bild) sind inzwischen aber inoffiziell zu Müllhalden verkommen. Besonders schlimm ist es jedes Jahr während der Monsunzeit, wenn der Abfall durch starke Winde und Strömungen über die Strände verteilt wird. Die Flüsse, die in dieser Jahreszeit besonders viel Wasser führen, tragen ihr übriges dazu bei, die Ufer zu verschmutzen.

Bali, Indonesien

<p>Mike Workman/Shutterstock</p>
Mike Workman/Shutterstoc

Der Strand zwischen Kuta und Canggu ist einer von Indonesiens Touristen-Highlights schlechthin – aber leider auch einer jener Abschnitte, auf denen sich besonders viel Müll türmt. Das Problem betrifft aber auch andere Strände in Bali sowie angrenzende Regionen wie Java und Ost-Nusa Tenggara, wo Treibholz und Müll (darunter viel Einwegplastik) idyllische Strände verschandeln. Bali rief 2017 einen „Müllnotstand" aus, weil die Küsten und Gewässer der Insel mit Unmengen von Müll übersät sind.

Bali, Indonesien

<p>SONNY TUMBELAKA/AFP/Getty Images</p>
SONNY TUMBELAKA/AFP/Getty Image

Indonesien ist einer der größten Verursacher der globalen Plastikverschmutzung. Laut einem Bericht der Weltbank von 2020 entsorgt das Land jedes Jahr 201,1 bis 552,3 Tausend Tonnen Plastik ins Meer. Umweltaktivisten versuchen gegenzusteuern: Die Freiwilligengruppe „One Island One Voice“ organisiert Massensäuberungsaktionen an der Küste Balis. 70.000 Menschen haben dadurch in den letzten sechs Jahren an 560 Orten verhindert, dass 203 Tonnen anorganischer Abfälle ins Meer gelangen. Die Behörden haben zur Eindämmung der Müllflut ein Verbot von Plastikstrohhalmen und -tüten erlassen.

Mallorca, Spanien

<p>Bodo Marks/DPA/PA Images</p>
Bodo Marks/DPA/PA Image

Die Kombination aus Massentourismus und schlechter Infrastruktur lässt die Mittelmeerinsel Mallorca zunehmend im Müll versinken. In den letzten Jahren hat sich diese Bucht in der Nähe von Palma in Zeiten starker Regenfälle in eine unansehnliche Ansammlung von Müll und Abwässern verwandelt. Rücksichtslose Touristen hinterlassen am stark frequentierten Strandabschnitt der Playa de Palma regelmäßig ihre Bierflaschen, Essensverpackungen und Zigarettenkippen.

Mount Everest, Nepal

<p>DOMA SHERPA/AFP/Getty Images</p>
DOMA SHERPA/AFP/Getty Image

Ausrangierte Campingausrüstung, leere Sauerstoffflaschen, Seile, Verpackungsmaterial von Lebensmitteln und Fäkalien – auch das ist das Gesicht des Abenteuertourismus am Mount Everest. Dieses Bild wurde 2018 im Camp 4 aufgenommen, dem höchsten Campingplatz der Welt auf 7.998 Metern. Das Hauptproblem ist hier, dass Bergsteiger regelmäßig Zelte und Ausrüstung zurücklassen. Da die Besteigung des Everest immer kommerzieller wird, sparen günstigere Expeditionen wohl unter anderem an der ordnungsgemäßen Müllentsorgung.

Mount Everest, Nepal

<p>DOMA SHERPA/AFP/Getty Images</p>
DOMA SHERPA/AFP/Getty Image

Erschöpfung, der steile Auf- und Abstieg, die Höhe und das gefährliche Gelände sind nur einige jener Gründe, warum so mancher Kletterer sperrige Gegenstände nicht wieder mit nach unten nimmt. Stattdessen werden diese samt Müll zurückgelassen – und durch die starken Winde oft quer über den Berg verteilt. Und auch wenn man argumentieren mag, dass eingefrorene Zelte unmöglich zu entfernen sind, stellen diese letztlich nicht nur eine Umweltbelastung dar, sondern sind auch potenzielle Gefahrenquellen für Bergsteiger. Bei Hunderten Abenteuerlustigen pro Saison darf man davon ausgehen, dass der Müllberg weiter wächst.

Mount Everest, Nepal

<p>NAMGYAL SHERPA/AFP/Getty Images</p>
NAMGYAL SHERPA/AFP/Getty Image

Viele Sherpas haben bereits ihr Leben riskiert, um Abfall – und menschliche Ausscheidungen – zu entfernen, die die Bergsteiger am Mount Everest zurückgelassen haben. Seit einigen Jahren organisieren die nepalesische Regierung, Expeditionsorganisatoren und NGOs zu Beginn der Saison offizielle Säuberungsaktionen, um den Müll auf der Wegstrecke zum Basislager, um das sich immer mehr Menschen tummeln, und darüber hinaus aufzusammeln. Trotzdem ist es schwierig, der Lage Herr zu werden, da jedes Jahr mehr als 600 Menschen versuchen, den Gipfel zu erklimmen. Wie viel Müll sich auf dem Mount Everest angesammelt hat, ist nicht bekannt, man geht aber von mehreren Tonnen aus.

Halong-Bucht, Vietnam

<p>Pcess609/Shutterstock</p>
Pcess609/Shutterstoc

Die Halong-Bucht in Vietnam ist eigentlich für ihr smaragdgrünes Wasser und ihre hoch aufragenden Kalksteininseln berühmt. Vielen Besuchern und Besucherinnen bleibt allerdings vor allem der schwimmende Müll in Erinnerung. Das UNESCO-Weltnaturerbe ist zwar heute noch eine magische Landschaft, mit wachsenden Besucherzahlen steht es aber vor immer größeren ökologischen Herausforderungen. Eines der Hauptprobleme ist, dass der Abfall und die Treibstoffreste im Wasser oft von Ausflugsbooten stammen, die Touristen durch die Bucht schippern.

Halong-Bucht, Vietnam

<p>USAID Vietnam/Flickr/United States government work</p>
USAID Vietnam/Flickr/United States government wor

Styropor, Plastikverpackungen und Flaschen im Wasser sind ein deprimierender Anblick, der sich auch in TripAdvisor-Erfahrungsberichten widerspiegelt. Reisende beklagen häufig den Müll und das Abwasser in der Bucht. Doch es gibt auch positive Meldungen: Freiwillige Helfer versuchen, das wachsende Müllproblem in den Griff zu bekommen, um eines der wertvollsten und einzigartigsten Reiseziele Vietnams zu schützen. Allein zwischen März und Mai 2023 wurden 10.000 Kubikmeter Müll (genug, um vier olympische Schwimmbecken zu füllen) aus der Bucht entfernt.

Machu Picchu, Peru

<p>Mark Pitt Images/Shutterstock</p>
Mark Pitt Images/Shutterstoc

Auch wichtige historische Stätten vermüllen zunehmend. Touristen, die entlang des Inkapfads zu den Ruinen der alten Zitadelle von Machu Picchu wandern, berichten immer wieder vom Abfall am Weg. Das Problem ist so schlimm geworden, dass die UNESCO damit gedroht hat, Machu Picchu den Status als Weltkulturerbe abzuerkennen.

Malediven

<p>Mouskie/Shutterstock</p>
Mouskie/Shutterstoc

Die Malediven gelten als eines der unberührtesten Inselparadiese der Welt, doch gleichzeitig haben sie ein riesiges Abfallproblem. Viele der weißen Sandstrände müssen täglich von angespültem Müll und weggeworfenen Fischernetzen gereinigt werden. Die Touristenmassen verstärken den Plastikmüll auf den Inseln im Indischen Ozean – mit schwerwiegenden Folgen: Der Abfall stellt eine reale und unmittelbare Bedrohung für Meerestiere und das empfindliche Ökosystem dar, da das Mikroplastik von Plankton, Fischen und anderen Lebewesen aufgenommen wird.

Malediven

<p>AFP PHOTO/ Roberto SCHMIDT/Getty Images</p>
AFP PHOTO/ Roberto SCHMIDT/Getty Image

Die Abfallentsorgung ist seit langem ein echtes Problem für die entlegenen Inseln, wo vieles importiert werden muss. Eine Zeit lang befand sich die einzige Abfallverwertungsanlage der gesamten Malediven auf einer Insel namens Thilafushi. Alle Abfälle wurden auf diese sogenannte Müllinsel westlich der Hauptstadt Malé gebracht, um dort vergraben, verbrannt oder recycelt zu werden. Die Anlage war aber so stark ausgelastet, dass einige Abfälle illegal direkt ins Meer gekippt wurden. Giftige Dämpfe führten dazu, dass die Inselgruppe 2021 erst die offene Müllverbrennung verbot und 2022 die Herstellung und den Verkauf von Einwegplastik.

Themse, England

<p>Jack Taylor/Getty Images</p>
Jack Taylor/Getty Image

Pro Jahr werden bis zu 300 Tonnen Abfall aus der Themse, die sich unter anderem durch die britische Hauptstadt London schlängelt, gefischt. Bei Reinigungsaktionen durch die „Marine Conservation Society“ und „Thames21“ wurde festgestellt, dass 60 Prozent davon Plastikmüll war. Erschreckend: Bis zu 75 Prozent einiger Fischarten hatten Forschern zufolge Plastikfasern in ihren Eingeweiden. Metalldosen, Lebensmittelverpackungen und Feuchttücher sind ein weiteres Ärgernis in der Themse. Der Fluss war bereits so verschmutzt, dass er als „biologisch tot“ galt.

Themse, England

<p>Dan Kitwood/Getty Images</p>
Dan Kitwood/Getty Image

Das Problem besteht übrigens nicht nur im Zentrum von London. In Southend-on-Sea (im Bild), wo die Themse in die Nordsee mündet, liegt jede Menge Müll herum, inklusive winzig kleine Plastikpartikel. Die Themsemündung ist ein wichtiger Lebensraum für Watvögel und andere Meerestiere. Obwohl sich der Zustand des Flusses in den letzten Jahren weitgehend verbessert hat, bedroht die Verschmutzung durch Abwässer und Abfälle immer noch das Leben in den Wasserstraßen des Themse-Tals und darüber hinaus.

Hawaii, USA

<p>Polihale/Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.0</p>
Polihale/Wikimedia Commons/CC BY-SA 3.

Auch in abgelegenen Teilen des Pazifiks hat der Müll im Meer ein kritisches Niveau erreicht. Mehrere der einst unberührten Strände Hawaiis kämpfen mit einem massiven Plastikproblem. Viele Strände und Inseln, einschließlich Niihau (hier abgebildet), sind voller Müllberge. Ein Großteil stammt von einem riesigen Haufen, der als Pazifischer Müllstrudel bekannt ist und im Pazifischen Ozean zwischen der Küste von Kalifornien und Hawaii treibt.

Hawaii, USA

<p>Kara Knight/Shutterstock</p>
Kara Knight/Shutterstoc

Kamilo Point, ein abgelegener Strand im Süden von Big Island, ist zu einem der absoluten Müll-Hotspots von Hawaii geworden und trägt inzwischen den wenig schmeichelhaften Beinamen „Plastikstrand“. Der weiße Sand ist eine Müllhalde, einschließlich Plastik und weggeworfener Fischereiausrüstung, da die Strömungen und starken Winde des Pazifischen Ozeans den Abfall über der Küste verstreuen.

Hawaii, USA

<p>RugliG/Shutterstock</p>
RugliG/Shutterstoc

Im Januar 2023 wurde ein toter Pottwal vor der Küste der Insel Kauai angeschwemmt, der große Mengen Plastikmüll im Bauch hatte und daran starb. Wissenschaftler fanden in seinem Darm Fischreusen, weggeworfene Netze, Plastiktüten und anderen Müll. Aktionen zur Säuberung der Gewässer von Hawaii sollen solche Vorfälle verhindern: Nach Angaben des „Hawai'i Wildlife Fund“ hat das „Hawaiʻi Nei Marine Debris Removal Project“ in den letzten zwei Jahren 167.554 Kilogramm Plastikmüll von vier verschiedenen hawaiianischen Inseln entfernt.

Barcelona, Spanien

<p>Patricia Chumillas/Shutterstock</p>
Patricia Chumillas/Shutterstoc

Barcelona wird regelmäßig von Touristen überrannt. Und viele Partygänger hinterlassen mehr als nur Fußspuren im Sand. Beliebte Strände wie jener von Barceloneta (im Bild) sind voller Zigarettenkippen, Plastikbecher, Flaschen und Lebensmittelbehälter.

Barcelona, Spanien

<p>MikeDotta/Shutterstock</p>
MikeDotta/Shutterstoc

Müll achtlos wegwerfen kann in Barcelona allerdings ziemlich teuer werden: Wenn Sie am Strand erwischt werden, müssen Sie mit einer saftigen Geldstrafe rechnen. Im Jahr 2022 hat die Stadt sich offiziell dazu verpflichtet, abfallfrei zu werden. Zu den Zielen für die kommenden Jahre gehören die Reduzierung des kommunalen Festabfalls und die Verringerung der Abfallerzeugung pro Kopf auf 427 Kilogramm pro Jahr.

Phuket, Thailand

<p>TS Photographer/Shutterstock</p>
TS Photographer/Shutterstoc

Auch Thailand hat nicht zuletzt dank seiner Touristen seit Jahren ein massives Müllproblem. Das hier abgebildete Phuket ist ein Ferienhotspot – doch seine Strände verschwinden im Abfall und die Wasserqualität leidet erheblich darunter. Die Müllberge, verursacht durch die vielen Touristen und die schlechte Abfallbewirtschaftung, stellen das ganze Land vor ernste ökologische Probleme. Thailand gehört weltweit zu den schlimmsten Verursachern von Plastikverschmutzung. In Phuket wird das Problem besonders deutlich. Obwohl im Jahr 2023 schon einige Maßnahme zur Reinigung der Inselstrände unternommen wurden, spülte der Monsun wieder Öl- und Teerablagerungen an die Nordküste.

Koh Lanta, Thailand

<p>Sergej Uhrich/Shutterstock</p>
Sergej Uhrich/Shutterstoc

Das Müllproblem auf den Partyinseln Phuket und Koh Samui mag keine große Überraschung sein. Schockierender ist, dass auch weit weniger bekannte Strände wie etwa Koh Lanta inzwischen stark verschmutzt sind. Nach Angaben der „Ocean Conservancy“ produziert Thailand jährlich bis zu 27,8 Millionen Tonnen Abfall, wobei der meiste Meeresmüll aus Plastikmüll (12 %), Styroporboxen (10 %), Lebensmittelverpackungen und Plastiktüten (8 %), Glas- und Plastikflaschen (7 %) und Strohhalmen (5 %) besteht. Um die beliebten Strände sauber zu halten, wurden eine Reihe von Maßnahmen ergriffen: So wurden dort Zigaretten verboten, auch Plastiktüten und Styroporbehälter sind in Marine-Nationalparks untersagt.

Rom, Italien

<p>MZeta/Shutterstock</p>
MZeta/Shutterstoc

Die meisten Touristen assoziieren das Kolosseum wohl eher nicht mit Müllbergen, aber genau dieses Bild zeigt sich in der italienischen Hauptstadt immer häufiger. Schuld daran ist die anhaltende Müllkrise, die einen Streik der Müllabfuhr sowie einen Brand in einer Müllverbrennungsanlage einschließt. Überquellende Mülleimer und Abfall auf den Gehwegen und Marktplätzen sind inzwischen ein fast vertrauter Anblick in der italienischen Hauptstadt.

Rom, Italien

<p>Kraft74/Shutterstock</p>
Kraft74/Shutterstoc

Das Müllentsorgungsproblem in Rom führte im Jahr 2022 dazu, dass sich Wildschweine und riesige Möwen über die Mülltonnen der Stadt hermachten. Bürgergruppen nahmen die Sache schließlich selbst in die Hand und organisierten freiwillige Aufräumaktionen in der italienischen Hauptstadt. Der Bürgermeister versprach, die Stadt bis Dezember 2022 zu säubern, doch die Proteste gegen die unzumutbaren Lebensbedingungen gingen weiter. Im April 2023 wurde dann bekannt gegeben, dass Rom jede Woche 900 Tonnen Müll nach Amsterdam schicken würde, um die Entsorgung in den Griff zu bekommen.

Boracay Island, Philippinen

<p>NOEL CELIS/AFP/Getty Images</p>
NOEL CELIS/AFP/Getty Image

Im Jahr 2018 wurde der philippinische Badeort Boracay Island zu einem negativen Symbol der Überentwicklung, als Präsident Rodrigo Duterte ihn mit der Begründung schloss, er sei eine „Jauchgrube“ geworden. Der Kommentar bezog sich auf Filmmaterial von Abwasser, das von Hotels und Restaurants direkt ins Meer rund um die winzige Insel floss. Dazu produziert Boracay Island auch übermäßig viel Müll: Berichten zufolge pro Kopf mehr als dreimal so viel wie in der Hauptstadt Manila.

Boracay Island, Philippinen

<p>NOEL CELIS/AFP/Getty Images</p>
NOEL CELIS/AFP/Getty Image

Zu Spitzenzeiten kamen 40.000 Besucher in den beliebten Badeort – und hinterließen Berge von Müll. Nach einer sechsmonatigen Schließung für umfangreiche Müllbeseitigungsarbeiten und die Modernisierung des Abwassersystems wurde die Insel 2018 mit einer Obergrenze für die Besucherzahlen (nur 19.215 Touristen gleichzeitig) wiedereröffnet. In dem Bemühen, den Tourismus nach der Corona-Pandemie wieder anzukurbeln, scheint diese Regel jedoch nicht mehr strikt befolgt worden zu sein.

Titicaca-See, Bolivien und Peru

<p>Todd Powell/Shutterstock</p>
Todd Powell/Shutterstoc

Der Anblick von Müll am Ufer des höchstgelegenen Sees der Welt an sich ist schon eine Katastrophe. Doch es ist nur eines jener Probleme, mit denen der Titicaca-See, dessen Wasser von den Inkas als Geburtsort der Sonne angesehen wird, zu kämpfen hat. Gewerbe- und Haushaltsabfälle, Plastik und anderer Müll werden ins Wasser gespült und vergiften den Lebensraum der darin lebenden Tiere. Der auf den Inseln gelagerte Müll wird von Vieh gefressen und die Verschmutzung führt zu Gesundheitsproblemen bei den Menschen, die an den Ufern des Sees leben.

Agra, Indien

<p>ModernNomads/Shutterstock</p>
ModernNomads/Shutterstoc

Das Taj Mahal, das sich im mit Müll übersäten Yamuna-Fluss spiegelt, ist nicht gerade das, was sich die meisten Besucher beim Indien-Besuch vorstellen. Einer der heiligsten Flüsse Indiens, der an dem berühmtesten Gebäude des Landes vorbeifließt, ist schon seit langem völlig verdreckt. Abfall ist im ganzen Land ein ernstes Problem. Viele Flüsse und Wasserstraßen sind mit Flaschen, Tüten und Plastikverpackungen verstopft, viele Straßen mit Müllsäcken übersät. Der Zustand des Yamuna war im Jahr 2021 so schlimm, dass sich auf der Oberfläche des Flusses ein giftiger weißer Schaum bildete, der durch eine schädliche Kombination aus Abwässern und Industrieabfällen verursacht wurde.

Mumbai, Indien

<p>PUNIT PARANJPE/AFP/Getty Images</p>
PUNIT PARANJPE/AFP/Getty Image

Eine weitere indische Stadt, die einen scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die Müllfluten führt, ist die Metropole Mumbai. Seit Jahren arbeiten Freiwillige hart daran, den Abfall von der Küste zu entfernen. Doch es geht nicht nur um das, was Nachtschwärmer täglich zurücklassen. Die Strände werden durch Abfälle verschmutzt, die tonnenweise aus dem Meer angespült werden. Versova und Juhu Beach zählen zu den am meisten betroffenen Orten, Müllberge und unangenehme Gerüche prägen hier das Bild.

Mumbai, Indien

<p>PUNIT PARANJPE/AFP/Getty Images</p>
PUNIT PARANJPE/AFP/Getty Image

Die Müllflut, die aus den Straßen und Slums von Mumbai gespült wird, landet im Arabischen Meer, bevor große Mengen davon wieder an den Stränden abgelagert werden. Das unangenehme Problem verschärft sich während der starken Regenfälle in der Monsunzeit, wenn täglich Lastwagenladungen von Müll von den Stränden geräumt werden.

Libanon

<p>JOSEPH EID/AFP/Getty Images</p>
JOSEPH EID/AFP/Getty Image

Der Libanon ist ein weiteres Land, das einen schier endlosen Kampf gegen den Müll führt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua produziert das Land über zwei Millionen Tonnen Müll pro Jahr, von denen 94 Prozent auf Mülldeponien landen und nur 6 Prozent recycelt werden. In den vergangenen Jahren haben Winterstürme die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam gemacht, da die schöne Mittelmeerküste des Landes mit Unmengen von Müll übersät war und die Meere mit Müll überschwemmt wurden. Bei den Schneestürmen im Jahr 2022 waren viele gezwungen, Müll, Plastik oder sogar ihre eigene Kleidung zu verbrennen, um sich warm zu halten.

Libanon

<p>SOPA Images/SIPA USA/PA Images</p>
SOPA Images/SIPA USA/PA Image

Verrottende Abfälle auf der Mülldeponie nahe des Costa-Brava-Strands lockten zahlreiche Möwen an, was wiederum Auswirkungen auf den nahe gelegenen internationalen Flughafen in Beirut hatte. Umweltgruppen organisieren seit Jahren regelmäßige Strandsäuberungen. 2019 wurde im Libanon eine große landesweite Säuberungsaktion durchgeführt, um riesige Müllberge zu beseitigen – ein Großteil davon aus Plastik. Freiwillige Helfer befreiten mehr als 150 Orte, darunter Strände und Gewässer, von Unmengen an Müll. Auf dem Bild ist ein Taucher zu sehen, der Müll vor der Corniche-Seepromenade in Beirut sammelt.

Honduras

<p>RLANDO SIERRA/AFP/Getty Image</p>
RLANDO SIERRA/AFP/Getty Imag

Die Karibik assoziieren viele von uns mit postkartenreifen Stränden, doch durch ihr einst kristallklares Wasser schwimmt inzwischen jede Menge Müll. Strände unter anderem in Honduras und auf den San-Blas-Inseln in Panama werden von einer Masse von Plastikflaschen, Verpackungen und anderen Abfällen verstopft, die an Land gespült werden. Vor der Küste von Roatán, einer für ihre schönen Strände bekannten Insel in Honduras (Bild), schwimmt Plastikmüll, der vermutlich aus Guatemala ins Meer gespült wurde.

Dominikanische Republik

<p>Paolo De Gasperis/Shutterstock</p>
Paolo De Gasperis/Shutterstoc

Auch in der Dominikanischen Republik hat die Verschmutzung der Strände und Gewässer durch Mikroplastik stark zugenommen. Die winzigen Plastikteile haben verheerende Auswirkungen auf Korallenriffe und Organismen, die das Plastik aufnehmen. Im September 2022 fand auf der Trauminsel eine große Aufräumaktion statt, bei der Umweltorganisationen, Privatunternehmen und öffentliche Einrichtungen Strände säuberten.