US-Studie: Verunreinigter Fisch könnte Risiko für Hautkrebs erhöhen

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Eine großangelegte Studie aus den USA zeigt einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fisch und einem erhöhten Risiko von Hautkrebs auf.

Fisch ist gesund. Oft aber nehmen die Meeresbewohner Verunreinigungen auf
Fisch ist gesund. Oft aber nehmen die Meeresbewohner Verunreinigungen auf. (Symbolbild: gettyimages)

Wer viel Fisch isst, könnte ein höheres Risiko für Hautkrebs haben. In diese Richtung weist eine aktuelle Untersuchung aus den USA.

Großangelegte Untersuchung

Forschende der Brown University in Providence haben sich das Essverhalten von knapp 500.000 US-Amerikaner*innen angeschaut. Sie wollten wissen: Gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Fisch und der Entwicklung von Hautkrebs?

Die Ergebnisse der Studie haben sie vergangene Woche im Journal "Cancer Causes and Control" veröffentlicht. In einer begleitenden Pressemitteilung der Universität erklärt zudem die beteiligte Professorin für Dermatologie und Epidemiologie Eunyoung Cho, was die Stärke der Untersuchung ist: "Die Studie ist einerseits groß und andererseits prospektiv angelegt gewesen. Das bedeutet, dass der Fischverzehr bereits vor der Entwicklung von Krebs untersucht wurde." Umgekehrt, also retrospektive Untersuchungen, suchen hingegen nach Zusammenhängen in bereits vorhandenem Datenmaterial.

Erhöhtes Risiko durch Fisch

Das Team um Cho hat nun herausgefunden, dass ein höherer Fischkonsum tatsächlich zu einem erhöhten Krebsrisiko führen kann. Sie haben dazu zwei Gruppen miteinander verglichen: Menschen, die im Schnitt rund drei Gramm Fisch pro Tag essen und Menschen, die über 40 Gramm Fisch pro Tag zu sich nehmen. Menschen, die mehr Fisch essen, zeigten über einen Zeitraum von 15 Jahren ein 22 Prozent erhöhtes Risiko eines malignen Melanoms – also von schwarzem Hautkrebs.

Laut der American Cancer Society erkrankt im Laufe ihres Lebens derzeit durchschnittlich eine aus 38 Personen in den USA mit weißer Haut an dieser Form von Krebs. Für Menschen mit schwarzer Haut ist das Risiko mit einer aus 1.000 Personen geringer.

Viele Einschränkungen

Die Forschenden schreiben aber von einer Korrelation, keiner Kausalität. Das bedeutet, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Fisch und der Entwicklung von Hautkrebs gibt. Sie können aber nicht sagen, dass der Fisch ursächlich für Krebs ist.

In ihren Modellen haben die Forschenden um Cho zahlreiche andere Risikofaktoren für Krebs einbezogen, wie etwa sportliche Aktivität, Rauchen, Vorerkrankungen in der Familie, Koffeinkonsum oder soziodemografische Faktoren.

Allerdings konnten auch einige Faktoren nicht berücksichtigt werden, wie etwa die Anzahl an Muttermalen pro Person oder die Häufigkeit von Sonnenbaden und das Verhalten zum individuellen Schutz vor Sonnenbrand. Auch wurde das Essverhalten der Proband*innen nur zu Beginn der langjährigen Phase abgefragt, sie spiegelt also nicht unbedingt die lebenslange Ernährung wider.

Nicht der Fisch, sondern die Verunreinigungen sind Problem

Zuletzt heißt es in der Pressemitteilung der Brown University, dass nicht der Fisch selbst die Erkrankung auslöst – sondern Verunreinigungen. So hat die Dermatologin Cho schon früher den Zusammenhang zwischen Hautkrebs und erhöhten Quecksilberwerten in der Ernährung untersucht. "Quecksilberkonsum in den USA stammt hauptsächlich aus Fisch", sagt sie. "Wenn Quecksilber mit Hautkrebs in Verbindung steht, dann liegt es nahe, dass auch Fischkonsum damit in Verbindung steht." Deshalb vermutet ihr Team auch jetzt, dass die aktuellen Ergebnisse auf Schadstoffe im Fisch zurückzuführen sind, wie etwa Dioxine, Arsen und Quecksilber.

Cho wird dazu wie folgt zitiert: "Frühere Forschungen haben gezeigt, dass ein höherer Fischkonsum mit höheren Konzentrationen dieser Schadstoffe im Körper einhergeht. Sie haben bereits einen Zusammenhang zwischen diesen Schadstoffen und einem höheren Hautkrebsrisiko festgestellt."

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