US-Wahlen: Wir erklären den skurrilen „Rettet Barron Trump”-TikTok-Trend

Style International Redaktion
·Lesedauer: 4 Min.

Trends bei TikTok sind vielen ein Rätsel. Der vielleicht skurrilste aktuelle Trend ist die „Rettet Barron Trump”-Bewegung, die aus dem Nichts entstanden zu sein scheint.

Barron Trump steht im Mittelpunkt eines merkwürdigen TikTok-Trends. Foto: Getty Images
Barron Trump steht im Mittelpunkt eines merkwürdigen TikTok-Trends. Foto: Getty Images

Eine Reihe von Videos von Teenagern in der App vertritt die Theorie, dass Barron von seinem Vater daran gehindert wird, ein „normales” Leben zu führen. Er soll ihn aus der Öffentlichkeit fern halten, da er ideologisch ganz anderer Meinung sei als sein Vater.

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Man sieht den 14-Jährigen eher selten in der Öffentlichkeit. Er erscheint nur bei größeren Veranstaltungen an der Seite seiner Eltern. Allerdings wurden die wenigen Aufnahmen, die von ihm existieren, zu einer Reihe von Videos zusammengeschnitten, die „beweisen” sollen, dass der Teenager „Hilfe” benötigt.

Braucht Barron Hilfe?

Der Teenager ist mittlerweile zu so etwas wie einem Internet-Star geworden. Einige verzweifelte Nutzer versuchen sogar, mit ihm Kontakt über Roblox aufzunehmen, ein Online-Gaming-Portal, das er angeblich nutzen soll.

-Barron, falls du das hier über deinen geheimen Account siehst: Wir lieben dich.

-Er sieht so häufig so traurig aus. Er hat in der Schule kaum Freunde. Jemand hat erzählt, dass er gemobbt wird. Er spielt Roblox und sieht sich Anime an. RETTET BARRON, BEVOR ES ZU SPÄT IST

-Die Tatsache, dass Barron Trump in der Schule geweint hat, weil er an dem Tag nicht nach Hause gehen wollte, LGBTQ+-Unterstützer ist und seine Klassenkameraden erzählen, er sei total nett, macht mich echt traurig.

Videos wie diese rufen zur Befreiung von Barron auf. Die Gründe dafür sind diverse Gerüchte über sein „eingeschränktes” Leben. Foto: TikTok
Videos wie diese rufen zur Befreiung von Barron auf. Die Gründe dafür sind diverse Gerüchte über sein „eingeschränktes” Leben. Foto: TikTok

Ihre Argumente dafür, dass man ihn „retten” muss, beruhen zum großen Teil auf Fotos, auf denen er traurig aussieht. Dazu gibt es Behauptungen, dass sein Vater ihm Soziale Medien, Freunde und Sport verboten haben soll. Das soll die Erklärung dafür sein, wieso er kein öffentliches Profil hat.

Unbegründete Behauptungen, dass Barron keine Freunde haben darf, haben den Trend losgetreten. Foto: TikTok
Unbegründete Behauptungen, dass Barron keine Freunde haben darf, haben den Trend losgetreten. Foto: TikTok

Es gibt mittlerweile Tausende von Videos, die bereits von Hunderttausenden von Nutzern aufgerufen wurden.

Der Trend folgt dem „Rettet Melania”-Trend. Dieser war in den Sozialen Medien entstanden, nachdem Videos in den Umlauf gebracht wurden, in denen Melania bei öffentlichen Veranstaltungen so wirkte, als fühle sie sich nicht wohl. Allerdings hat sie sich schon immer lautstark für ihren Mann eingesetzt, sodass es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass an den Verschwörungstheorien etwas dran ist.

Barron befindet sich in einer traditionellen, privaten Blase

Der Grund dafür, dass man Barron wenig in der Öffentlichkeit sieht, ist die Tradition des Weißen Hauses, das Leben der Kinder möglichst privat zu halten. Foto: Getty Images
Der Grund dafür, dass man Barron wenig in der Öffentlichkeit sieht, ist die Tradition des Weißen Hauses, das Leben der Kinder möglichst privat zu halten. Foto: Getty Images

Natürlich ist die Realität um einiges langweiliger als die wilden Theorien. Ein Grund für das nicht vorhandene öffentliche Profil von Barron ist mit großer Wahrscheinlichkeit die alte Tradition, die Kinder des Präsidenten aus Gründen der Privatsphäre und Sicherheit vor den Blicken der Öffentlichkeit zu schützen.

Wie die anderen Kinder im Weißen Haus nach Chelsea Clinton, wird auch Barron so (bis auf ein paar Ausnahmen) mehr oder weniger vor den kritischen Augen der Öffentlichkeit geschützt.

Chelsea Clinton hat 1993 den Standard für Kinder im Weißen Haus gesetzt. Foto: Getty Images
Chelsea Clinton hat 1993 den Standard für Kinder im Weißen Haus gesetzt. Foto: Getty Images

Chelsea Clinton setzte 1993 den Standard, nachdem sich Wayne World bei SNL über ihre „erbarmungslose Pubertät” lustig gemacht hatte.

Der Sketch wurde sowohl von der Öffentlichkeit als auch von den Clintons scharf verurteilt. Er führte zu einer Entschuldigung und zu dem Beginn einer Tradition, die Kinder, die sich ihr berühmtes Schicksal nicht ausgesucht haben, aus dem Rampenlicht fernzuhalten.

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So wurden auch Malia und Sasha Obama größtenteils in Ruhe gelassen. Nur einmal wurde in den Sozialen Medien Kritik über ihre „unangemessene” Kleidung laut. Der republikanische Mitarbeiter, der den Beitrag verfasst hatte, wurde deshalb zum Rücktritt gezwungen.

Malia und Sasha wurden während Obamas Amtszeit weitgehend in Ruhe gelassen. Foto: Getty Images
Malia und Sasha wurden während Obamas Amtszeit weitgehend in Ruhe gelassen. Foto: Getty Images

Barron wurde 2017 Opfer eines gemeinen Twitter-Witzes der Saturday Night Life-Autorin Katie Richie und 2018 von Beschimpfungen durch Peter Fonda. Zu den Leuten, die ihn in Schutz nahmen, gehörte niemand anderes als Chelsea Clinton.

Seitdem kann der mittlerweile sehr in die Höhe geschossene Teenager mehr oder weniger seine Privatsphäre genießen – mit Ausnahme seiner neuen Rolle und Kampagne bei TikTok.

Penny Burfitt

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