Verzweifelter Lieferdienst-Fahrer löst Welle der Hilfsbereitschaft aus

·Freie Autorin
·Lesedauer: 4 Min.

Ein Lieferdienstfahrer von Uber Eats in den USA teilte in einem emotionalen Video den harten Alltag in seinem Job mit den TikTok-Usern. Mit der darauf folgenden Reaktion der Community hatte er wohl nicht gerechnet.

Male courier with bicycle delivered no name shopping bag to the client.Courier delivery food service at home
Lieferdienste haben im Corona-Lockdown Hochkonjunktur - wer denkt, dass die Fahrer davon auch so enorm profitieren wie die Unternehmen, irrt jedoch (Symbolbild: Getty Images)

Gerade in Lockdownzeiten lassen sich viele Menschen Essen von Lieferdiensten direkt an die Haustür bringen. Nicht alle Fahrer haben dabei ein Auto zur Verfügung, viele steigen auf das Fahrrad um. Und das bei jedem Wetter. Besonders gut bezahlt sind diese Jobs nicht – und wenn die Kunden dann auch noch am Trinkgeld für den Fahrer sparen, kann es schnell frustrierend werden.

Lieferdienst-Fahrer verzweifelt an geringem Trinkgeld

Riley Elliot postete vor wenigen Tagen ein Video auf TikTok, in dem er in Tränen ausbricht. Er erzählt von einem Kunden, der sich weigerte, das Essen auf dem Parkplatz in Empfang zu nehmen. Daher musste der Fahrer drei Dollar für den Parkplatz aus eigener Tasche bezahlen.

Essen im Lockdown: Zwischen Kochlust und Frust

Er bekam dann 1,50 Dollar Trinkgeld, von seinem Arbeitgeber 2,50 Dollar für die Lieferung, die 45 Minuten in Anspruch nahm. Mit tränenerstickter Stimme berichtete Riley Elliot von seinen finanziellen Problemen, obwohl er mehrere Jobs hat und dass er womöglich zum dritten Mal seit Mai 2020 obdachlos werden könnte: "Und alles nur, weil die Leute ihren Lieferdienst-Fahrern kein Trinkgeld geben."

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Über zwei Millionen Mal wurde das Video bisher angesehen. Und das war ein Segen für Riley Elliot: Denn wie er in einem weiteren Video verkündete, erhielt er nach seiner emotionalen Ansprache so viele herzliche Nachrichten und Spenden, dass er mit seiner Freundin in eine neue Wohnung ziehen kann. Ihm ist anzusehen, wie ergriffen er von der Hilfe der Leute ist.

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Auch auf Twitter wurde das Video geteilt und erhielt gemischte Reaktionen. Manche User merkten an, dass das eigentliche Problem nicht das zu geringe Trinkgeld ist, sondern die schlechte Bezahlung durch die Lieferdienste. Viele User reagierten auf den Tweet einer Userin, die anmerkte, dass es einen speziellen Platz in der Hölle gibt für Leute, die kein Trinkgeld geben:

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Du bist wütend auf Bürger mit wenig Einkommen, statt auf die Milliarden-Dollar-Unternehmen, die ihren Angestellten von vornherein vernünftige Löhne zahlen sollten. Also richte deine Wut in eine andere Richtung.

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Wo ist deine Wut auf die Milliarden-Dollar-Industrie, die sich weigert, ihre Angestellten vernünftig zu bezahlen? Die Last, den Lohn der Fahrer zu ergänzen, sollte nicht bei den Kunden liegen. Die Unternehmen sollten ihre Kräfte im Servicebereich nicht so beschissen behandeln. Übe Druck auf sie aus.

So verdienen Lieferdienst-Fahrer in Deutschland

Laut "handelsblatt.com" verdienen Fahrradfahrer bei einem Lieferservice in Deutschland kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde (Stand November 2020). Die Lieferdienste selbst gaben demnach auf Nachfrage an, dass die Kunden großzügig mit dem Trinkgeld seien und es pro Bestellung zwischen 1,50 Euro und drei Euro liege.

Auskünfte von Fahrern zeichnen ein anderes Bild. Sie geben an, dass sie vor allem bei Lieferungen an Firmen leer ausgehen und Privatleute mehr Trinkgeld geben.

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Mittlerweile kann man das Trinkgeld zum Beispiel bei Lieferando auch direkt online auf die Rechnung aufschlagen, und das auch noch bis zu 14 Tage nach der Bestellung. 5%, 10% oder 15% der Bestellsumme kann man mit dieser Methode als Trinkgeld wählen – oder einfach bar zahlen.

Natürlich ist das Geben von Trinkgeld eine freiwillige Leistung. Auf der Homepage von "Lieferando" wird jedoch darauf hingewiesen: "Mit Trinkgeld kannst Du Dich ganz einfach für eine schnelle und professionelle Lieferung bedanken."

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