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Victoria und David Beckham nehmen sich in Werbespot auf die Schippe

Victoria und David Beckham sind Teil einer Werbekampagne von Uber Eats. In einem neuen Werbespot, in dem sie ein auffälliges T-Shirt trägt, zeigt sich das Paar von der selbstironischen Seite.

LONDON, ENGLAND - OCTOBER 03: David Beckham and Victoria Beckham attend the Netflix 'Beckham' UK Premiere at The Curzon Mayfair on October 03, 2023 in London, England. (Photo by Samir Hussein/WireImage)
David und Victoria Beckham bei der Premiere der Dokumentation "Beckham" in London (Bild: Samir Hussein/WireImage)

Victoria und David Beckham sind ein Traumpaar – und ein lustiges dazu. In einem Werbespot für den US-Lieferdienst Uber Eats nehmen sich die beiden gehörig auf die Schippe. Und Dreh- und Angelpunkt des ebenso lustigen wie gelungenen Seitenhiebs ist ein T-Shirt, das Victoria trägt. Darauf zu lesen: der längst Kult gewordene Satz "My Dad had a Rolls-Royce".

In dem Clip, der am 11. Februar während des Superbowls zwischen den San Francisco 49ers und den Kansas City Chiefs ausgestrahlt wird, ist die Rahmenveranstaltung Teil des Inhalts. Oder besser: des vereitelten Inhalts. Victoria hat die Aufgabe, die Zuschauer auf ihren und Davids Uber-Spot hinzuweisen, der während des Superbowls ausgestrahlt wird. Doch ihr Mann, der Gewissenhafte, fährt ihr, die es mit der Wahrheit anscheinend nicht immer genau nimmt, in die Parade.

Sei ehrlich, Victoria

"David und ich", sagt Victoria, auf einer weißen Couch sitzend, bekleidet mit Jeans und dem Rolls-Royce-T-Shirt, "werden in diesem kleinen Werbespot mitwirken…" Den Satz kann sie nicht beenden, aus dem Off unterbricht sie David: "Sei ehrlich", sagt er. Die Kamera schwenkt zu ihm. Er lugt hinter einer Wand hervor. "Sei ehrlich", beharrt er. Die Ermahnung trägt Früchte. Na gut. Victoria ist jetzt "ehrlich": "Es ist ein großer Werbespot", gibt sie zu.

Es entspinnt sich nun ein Dialog zwischen den beiden, der vor Wortwitz, Anspielungen aber auch vor Selbstironie der Darsteller nur so strotzt. Mit dem Einlenken Victorias ist es nicht getan, David ist noch nicht zufrieden. Wann werde der Werbespot ausgestrahlt, will er wissen. Man ahnt, worauf er hinauswill: Die Werbung ist weitaus größer als groß. Victoria: "Ich versuch es ja." – "Sag es". – "Okay. Es wird während eines großen Baseballspiels gezeigt." Wieder daneben. Und wieder deutlich.

Baseball, Hockeyball oder was?

David weiß es aber auch nicht besser, auch er verfehlt mit jedem Wort das Eigentliche. Es sei ein "super-großes Baseballspiel", korrigiert er. Nein, das kann auch nicht stimmen. Victoria setzt nach: "Oder war es doch Hockeyball?" David nickt. Stimmt, Hockeyball. Weiter David: "Ach, und erzähl ihnen noch von Jessica." Victoria: "Oh ja, Jessica Aniston wird auch dabei sein." David: "Danke". Sagt es, dreht sich um und schleudert im Gehen den Satz nach: "Wir lieben Jessica."

Das Ganze ist lustig und gekonnt umgesetzt und gespielt. Trotzdem erschließt sich der Werbeclip nur jenen Zuschauern ganz, die den Kontext kennen, aus dem er entstanden ist. Es ist eine Parodie auf ein Original, zu dem Victorias T-Shirt, genauer: der Satz darauf eine Brücke schlägt. Und das Original ist: "Beckham", eine im Oktober vergangenen Jahres veröffentlichte Netflix-Dokumentation, die von David Beckhams Aufstieg als Fußballer, aber auch von seinem Privatleben erzählt.

Die Sache mit dem Rolls-Royce

Und in dieser Doku gibt es eine Szene, die Ursache von allem ist, des T-Shirts, des Satzes darauf und des Uber-Clips. Victoria spricht darin von ihren und Davids sozialen Wurzeln. Beide stammten aus der Arbeiterklasse, sagt sie, und ihre Eltern seien hart arbeitende Menschen gewesen. Waren sie das? David stellt das in Frage. "Sei ehrlich!", sagt er aus dem Off. Die Kamera schwenkt zu ihm, er lugt ins Zimmer. "Ich bin ehrlich", sagt Victoria. Er insistiert: "Sei ehrlich! Mit welchem Auto hat dein Vater dich zur Schule gefahren?" Sie leistet noch etwas Widerstand, doch dann gibt sie auf. "Okay, in den 80ern hatte mein Vater einen Rolls-Royce." David: "Danke." Sagt es und geht.

Die Szene verursachte einen Aufschrei, doch Victoria Beckham wurde nicht kleinlaut, sondern ging in die Offensive. Sie nahm den Satz "My Dad had a Rolls-Royce" und machte ihn zum Mittelpunkt einer Werbekampagne rund um ihr eigenes Modelabel. Der Satz war bald weit verstreut, machte als Meme im Netz die Runde, prangte auf T-Shirts. Nun ist er zentrales Motiv eines Werbespots, der wieder den Umsatz von Beckhams Modemarke ankurbeln dürfte. So schließt sich der Kreis (der Wirtschaft). Oder ist es doch eine Linie? Eine Lebenslinie? Aus der Tochter hart arbeitender Eltern – wenn sie es denn waren – ist schließlich eine erfolgreiche Geschäftsfrau geworden.

Nutzer begeistert von "großartigem" Werbeclip

Davon zeugt auch der Uber-Spot, der – wie seinerzeit der Rolls-Royce-Satz – zu einem viralen Hit geworden ist. Die Nutzer lieben den Clip und seine Darsteller. "Ihr zwei seid ein nationaler Schatz und müsst um jeden Preis geschützt werden", schreibt jemand auf Instagram. Ein Nutzer findet, die Beckhams verdienten "eine eigene Reality-Sendung auf Netflix." Ein anderer meint, die beiden seien "großartig". Die einen heben die Leistung der Beckhams hervor, die anderen loben den Werbespot. Das sei "die beste Werbung", die er "seit langer Zeit" gesehen habe, schreibt ein Nutzer. Der Clip, so ein weiterer Kommentar, sei "unglaublich".

Ein Nutzer stimmt nicht in die Lobeshymne ein. Was aber auch kein Wunder ist, denn offenbar steht er auf dem Schlauch, anscheinend ist ihm etwas entgangen. "Jessica?", fragt er. Wer also ist Jessica Aniston? Wie beneidenswert, er darf noch gespannter sein als wir auf den Tag, wenn der kleine, pardon, große Werbespot während des Superbowls zwischen den Baseball-, nein Hockeyball-Mannschaften 49ers und Chiefs ausgestrahlt wird.

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