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Warum "Who TF Did I marry?" auf TikTok so begeistert

Trauma-Verarbeitung einer gescheiterten Ehe

Das Ende einer von Lug und Betrug geprägten Ehe: Auf TikTok erzählte Reesa Teesa ihre ganze Geschichte und fesselte damit Millionen Follower*innen. (Symbolbild: Getty Images)
Das Ende einer von Lug und Betrug geprägten Ehe: Auf TikTok erzählte Reesa Teesa ihre ganze Geschichte und fesselte damit Millionen Follower*innen. (Symbolbild: Getty Images)

Das Leben schreibt die besten Geschichten, so heißt es: Im Fall der Amerikanerin Reesa Teesa handelt es sich leider um eine dramatische Geschichte, die nun auf TikTok viral ging. Reesa postete über 50 Videos, in denen sie ihre gescheiterte Ehe und den damit einhergegangenen Betrug thematisiert – und dadurch in gewisser Weise verarbeitet.

Wäre Reesas Geschichte nicht so dramatisch und traumatisch, die Macher einer Daily Soap hätten das "Drehbuch" nicht besser konstruieren können: Über zweieinhalb Millionen Follower*innen hat Reesa Teesa auf TikTok und die Clips, in denen sie ihre Geschichte teilt, sammelten zum Teil fast zehn Millionen Views. Die TikTok-Serie trägt den vielsagenden Namen "Who TF Did I marry?", auf Deutsch "Wen zum Teufel habe ich geheiratet?".

Ihren Ex-Mann bezeichnet Reesa als "pathologischen Lügner" oder auch als "die Vereinten Nationen der Red Flags". Die Beziehung des Paares begann ihrer Aussage nach im März 2020 und endete im Juni 2021. Was sich während dieser rund eineinhalb Jahre abspielte, worüber ihr inzwischen Ex-Partner alles gelogen hat und wie sie all das aufdeckte, beschreibt die Frau unter anderem in diesem Video:

Angefangen bei seinem Beruf über seine Familie bis hin zur Tatsache, dass er eine Ex-Frau hat – der Mann, den Reesa in ihren Clips "Legion" nennt – wie den biblischen Mann, der von Dämonen besessen ist –, hatte sie einfach in jeglicher Hinsicht betrogen.

"Legion" spielte ihr beruflichen Erfolg vor, behauptete, er sei Vizepräsident in einer Firma, arbeitete in Wirklichkeit aber als Gabelstaplerfahrer. Auch die regelmäßigen Telefonate mit seinem Bruder und seinen Freunden – alles Fake, denn er hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu seinen Angehörigen. Dies bestätigte letztendlich dann auch "Legions" Ex-Frau, die ihn ebenfalls aufgrund seiner notorischen Lügen verlassen hatte.

Eigene Geschichte soll anderen als Warnung dienen

Es mag am Timing gelegen haben – der erste Lockdown war im März 2020 – oder am sogenannten "Love Bombing" (ein manipulatives Verhalten) nach ihrem Kennenlernen, dass Reesa Teesa sogleich mit ihrem damaligen Partner zusammenzog. "Legion" und Reesa lebten also in einem Haus und der Mann fing seiner Aussage nach an, die Miete und Nebenkosten zu begleichen. Was wie der Beginn einer großen Liebesgeschichte klang, wandelte sich, als das Paar beschloss, nach einem anderen Haus zu suchen, wo sie sesshaft werden und eine Familie gründen können.

Im Laufe der Immobiliensuche gab es laut Reesa gefälschte Telefonanrufe, ein Schreiben, das "Legion" angeblich eine Hypothek in Höhe von 750.000 US-Dollar genehmigen würde, verwirrte Makler und geplatze Haus-Deals. "Die meisten Frauen, die bei klarem Verstand sind, hätten gesagt: 'Ich bin draußen'", so Reesa reuemütig, die zum damaligen Zeitpunkt sogar schwanger war, aber leider eine Fehlgeburt erlitt. "Und ich habe es nicht getan."

Das Paar unterbrach die chaotische Haussuche, heiratete sogar im Januar 2021. Es folgten weitere Monate, in denen "Legion" Telefonate fälschte, behauptete, er würde sich Immobilien ansehen, und selbst als Reesa herausfand, dass ihr Mann auf Facebook mit anderen Frauen flirtete und Sexting-Nachrichten austauschte, versuchte sie noch, die Ehe mit einer Paartherapie zu retten.

Erst als Reesa im Rahmen ihrer Jobsuche auffiel, dass die Sozialversicherungsnummer ihres Mannes nicht mit der auf der Heiratsurkunde übereinstimmte und sie diese auf eigene Faust überprüfen ließ, brach das Lügenkonstrukt in sich zusammen. Sie trennte sich, warf ihren Ex aus dem Haus und musste ihn sich zeitweise sogar mithilfe der Polizei vom Leib halten.

In einem der aktuellsten Videos erklärt Reesa nachdrücklich, warum sie diese TikTok-Serie gestartet und ihre Geschichte auf diese Art und Weise erzählt hat: Das, was ihr widerfahren ist, soll anderen als Warnung dienen.

Offiziell bestätigt ist die ganze Geschichte übrigens nicht, auch wenn Reesa Teesa behauptet, sie habe für all ihre Aussagen Beweise und Zeugen. Vielleicht erfahren wir in einem weiteren Video irgendwann, ob die Amerikanerin die Wahrheit gesagt hat oder einfach eine irre gute Storytellerin ist – für diese Performance hätte sie dann wirklich einen Award verdient…