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Was ist der „Damp Drinking“-Trend auf TikTok und kann er dein Verhältnis zum Alkohol verbessern?

Mach Platz, Dry January, es gibt jetzt einen neuen alkoholeinschränkenden Trend, der bei TikTok viral geht, und dieser könnte dein Verhältnis zum Alkohol für immer verändern. Dürfen wir vorstellen: Damp Drinking.

Was ist „Damp Drinking”, der Wellness-Trend, der gerade bei TikTok die Runden macht? (Getty Images)
Was ist „Damp Drinking”, der Wellness-Trend, der gerade bei TikTok die Runden macht? (Getty Images)

Wenn dir der völlige Verzicht auf Alkohol in einem der deprimierendsten Monate des Jahres ein wenig zu extrem erscheint, dann könnte der neue Wellness-Trend „Damp Drinking", der derzeit die sozialen Medien erobert, interessant für dich sein.

Der Hashtag #damplifestyle, bei dem es um ein gesünderes Verhältnis zum Alkohol durch achtsames Trinken geht, hat inzwischen 10,3 Millionen Aufrufe in der App und es werden von Tag zu Tag mehr.

Aber was genau ist Damp Drinking und wie unterscheidet es sich von kompletter Abstinenz?

Alles, was du über Damp Drinking wissen musst, in 10 Punkten

Was ist Damp Drinking?

Während es beim Dry January darum geht, den ganzen Monat lang überhaupt keinen Alkohol zu trinken, geht es beim Damp Drinking [damp = feucht] mehr darum, bewusst weniger zu trinken. „Für manche Leute kann der Gedanke, ganz auf Alkohol zu verzichten, etwas zu extrem sein“, erklärt Dr. Catherine Carney von der privaten Entzugsklinik Delamere.

„Bei dem Damp Lifestyle-Trend geht es nicht darum, mit dem Trinken aufzuhören, sondern sich stattdessen bewusster darüber zu sein, wie viel du zu dir nimmst. Dazu gehören Trinken in Maßen, eine gesündere, ausgeglichenere Beziehung zum Alkohol und eine Änderung der Einstellung zur Trinkkultur.

Was treibt den Damp Drinking-Trend voran?

Wir haben bereits gesehen, dass sich in den letzten Jahren die Einstellung zum Alkoholkonsum stark verändert hat. Jüngste Statistiken der Society of Independent Brewers (Siba) zeigen, dass ein Viertel der Briten keinen Alkohol mehr trinkt, während sich jeder Dritte dazu entschlossen hat, seinen Alkoholkonsum zu reduzieren.

„Seit dem Ende der Pandemie hat sich das Trinkverhalten im Vereinigten Königreich stark verändert. Die Untersuchungen von Delamare zeigen, dass 60 % der Menschen beschlossen haben, ihren Alkoholkonsum zu reduzieren, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern", fügt Dr. Carney hinzu.

Viele Menschen verschreiben sich einem „Damp“-Lebensstil. (Getty Images)
Viele Menschen verschreiben sich einem „Damp“-Lebensstil. (Getty Images)

Auch TikTok hat eine Rolle bei diesem Erfolg gespielt.

Die TikTok-Hashtags „damp lifestyle" und „sober curious" – beide mit Millionen von Beiträgen, in denen beschrieben wird, wie man Alkohol bewusster genießen kann – sind ein weiterer Beweis dafür, dass sich viele von der Norm des Komasaufens entfernen und zu einem maßvolleren und kontrollierteren Trinkverhalten übergehen.

„Im vergangenen Jahr haben wir einen wachsenden Trend bei Erwachsenen festgestellt, die einen positiveren Ansatz für den Alkoholkonsum wählen. Immer mehr Menschen suchen nach Möglichkeiten, ihr Trinkverhalten zu ändern", erklärt Dr. Carney.

TikTokerin Hana Elson hat den Begriff für diese Bewegung geprägt.

Sie betreibt jetzt eine TikTok-Seite, auf der es um diesen Trend geht. „Kleine Änderungen der Gewohnheiten führen zu großen Ergebnissen und etabliereneinen Lebensstil", sagt Elson über den „Damp Lifestyle“.

Damp January ist ein realistischeres Ziel als Dry January

Das sagen Experten, weil man sich sehr viel leichter daran halten kann.

„Ein Damp January ist eine weniger extreme und potenziell viel nachhaltigere Version der Herausforderung, die sich darauf konzentriert, unseren Alkoholkonsum im Januar zu reduzieren", sagte Vedant Pradeep, Geschäftsführer und Mitbegründer der Alkoholreduktions-App Reframe gegenüber Better Homes & Gardens.

Weil man nicht völlig auf Alkohol verzichtet, finden es diejenigen, die einen Damp January versuchen, leichter, auch nach dem ersten Monat des Jahres damit weiterzumachen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sich dauerhaft eine Veränderung des Trinkverhaltens einstellt.

Ist Damp Drinking gesünder?

Es gibt einige Hinweise darauf, dass der nachhaltige Ansatz des Damp Drinking langfristig der Gesundheit zuträglicher ist als der völlige Verzicht auf Alkohol. Eine Studie aus dem Jahr 2021 ergab, dass die Teilnahme am "Dry January" dazu führte, dass danach mehr getrunken wurde.

Die Untersuchung, bei der die Teilnehmer des “Dry January" im Vereinigten Königreich zwischen 2015 und 2018 analysiert wurden, ergab, dass die Menschen sich „eher gerechtfertigt fühlen, zu anderen Zeiten des Jahres übermäßig zu trinken".

Was sind die gesundheitlichen Pluspunkte des Damp Drinking?

Zunächst einmal ein besserer Schlaf. Alkohol wird oft als Einschlafhilfe verwendet, um das Einschlafen zu erleichtern. Doch obwohl er zur Entspannung beiträgt, kann übermäßiger Alkoholkonsum die Qualität und den Rhythmus des Schlafs beeinträchtigen, da er zu Kopfschmerzen, Dehydrierung und erhöhtem Harndrang führt.

Es kann deinen Schlaf verbessern, wenn du dir einen Damp Drinking-Lebensstil angewöhnst. (Getty Images)
Es kann deinen Schlaf verbessern, wenn du dir einen Damp Drinking-Lebensstil angewöhnst. (Getty Images)

Damp Drinking kann auch gut für die Psyche sein.

Alkohol ist ein ziemlich trügerisches Beruhigungsmittel. Während man sich während des Konsums entspannt oder euphorisch fühlt, hat Alkohol tatsächlich erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.

„Wenn man Alkohol trinkt, und ganz besonders, wenn man viel trinkt, hat das Auswirkungen auf die Chemie des Gehirns, die dafür zuständig sind, die Psyche gesund zu halten. Das heißt, dass man sich nach dem Trinken depressiv und ängstlich fühlen kann“, erklärt Dr. Delamare.

„Wenn du dich für einen Damp Lifestyle entscheidest, heißt das, dassbei Gelegenheiten, bei denen denen du nicht trinkst, der Alkoholgehalt die Balance der chemischen Stoffe in deinem Gehirn nicht mehr beeinträchtigen kann, sodass sich deine psychische Gesundheit möglicherweise verbessert.“

Ein Verzicht auf übermäßiges Trinken kann allgemein zu einer besseren Gesundheit führen. Übermäßiger Alkoholkonsum führt oft dazu, dass man sich am nächsten Tag groggy, lethargisch und allgemein unwohl fühlt, weil er das tägliche Funktionieren des Körpers beeinträchtigt.

„In den Zeiten, in denen du nichts trinkst, hast du möglicherweise mehr Energie, um Dinge zu tun, die dunormalerweise nicht tun würdest, wie zum Beispiel aktiver zu sein", erklärt Dr. Delamare.

Übermäßiger Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum kann deinen Blutdruck in ungesunde Höhen treiben, was zu komplizierteren Gesundheitsproblemen im Zusammenhang mit Bluthochdruck und Alkoholkonsum wie Schlaganfall, Herzerkrankungen und chronischen Nierenerkrankungen führen kann.

Beim Damp Drinking geht es darum, achtsamer mit dem umzugehen, was man zu sich nimmt. (Getty Images)
Beim Damp Drinking geht es darum, achtsamer mit dem umzugehen, was man zu sich nimmt. (Getty Images)

Wie du mit dem Damp Drinking beginnst

In ihren diversen Videos zur Damp Lifestyle-Bewegung beschreibt Elson, wie wichtig es ist, zu verstehen, dass kleine Veränderungen von Gewohnheiten große Ergebnisse hervorbringen können.

Und sie hat eine ganze Reihe von Tipps, wie man sich eine Damp Drinking-Einstellung zulegen kann, zum Beispiel das Glas Wein gegen einen Mocktail auszutauschen, während man sich zum Weggehen fertig macht.

Außerdem empfiehlt sie, zwischen jedem alkoholischen Getränk ein Wasser zu trinken und Getränke mit weniger Alkoholgehalt (Prozent) zu wählen, wenn man etwas trinken geht.

Der völlige Verzicht auf Schnäpse, Verzicht auf Spirituosen und sich den ganzen Abend an eine Sorte Alkohol zu halten, sind weitere Anpassungen, die sich für sie bei der Umstellung auf einen Damp Lifestyle bewährt haben.

Video: Alkoholkonsum weltweit: Wie schneidet Deutschland ab?

Marie Claire Dorking