Was kann man für ein gutes Raumklima im Sommer tun?

Carolin Klar
Freie Autorin für Yahoo Style
Die Hitze im Sommer weckt das Bedürfnis nach Erfrischung. Ein Ventilator kann helfen. (Bild: Tom Merton/ Photodisc/ Getty Images)

Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit machen einem in der heißen Jahreszeit nicht nur das Arbeiten schwer – sie können einem auch zuhause, etwa tagsüber im Wohnzimmer oder nachts beim Schlafen, zu schaffen machen. Es gibt jedoch ein paar einfache Mittel, wie man das Raumklima positiv beeinflussen kann.

Das ideale Raumklima in Zahlen

Als unangenehm kann es empfunden werden, wenn die Temperatur - sofern wir uns bewegen - über 19 Grad steigt, oder wenn sie mehr als 23 Grad beträgt, während wir sitzen. Sie sollte aber auch nicht - etwa durch eine Klimaanlage gesteuert - unter 18 Grad bei Bewegung beziehungsweise unter 20 Grad bei Ruhephasen liegen. Im Schlafzimmer hingegen sind “kühle” 18 Grad ausreichend und angenehm.

Hygrometer von Homidy, Preis: rund 15 Euro (Bild: amazon.de)

Die ideale Luftfeuchtigkeit liegt im Bereich zwischen 40 und 60 Prozent. Sie sollte nicht unter 35 sinken. Beim Messen der Luftfeuchtigkeit hilft ein sogenanntes Hygrometer. Manche Hygrometer geben zusätzlich die Raumtemperatur an, und es gibt auch Geräte, die einem anzeigen, wann man etwas fürs Raumklima tun sollte - für Elektronik-Fans sogar App-gesteuert.

Warum ist das Raumklima wichtig?

Nicht nur die Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden werden von “schlechter Luft” beeinträchtigt. Auch die Schleimhäute leiden unter Lufttrockenheit: Die Augen und Atemwege können gereizt werden, und man bekommt leichter einen Infekt. Zu hohe Luftfeuchtigkeit hingegen verhindert, dass der Schweiß, den der Körper zum Abkühlen produziert, nicht mehr verdunstet. Bei zu feuchter, warmer Luft empfindet man Schwüle.

Was kann man also für ein gutes Raumklima im Sommer tun?

1. Die Hitze abwehren

Für einen kühlenden Effekt im Rauminneren sorgt ein Sonnenschutz an den Fenstern. Man sollte also Rollos oder Jalousien schließen, um die direkte Sonneneinstrahlung abzuhalten und den Raum vor dem Aufheizen zu schützen. Falls die Fenster keine Jalousien haben sollten, können nachträglich welche angebracht werden. Modelle mit Oberschienen lassen sich einfach am Fensterrahmen montieren.

2. Die Luftfeuchtigkeit erhöhen

Ist die Luft zu trocken, kann sie befeuchtet werden, beispielsweise indem ein paar feuchte Baumwolltücher im Zimmer aufgehängt werden – etwa über die Heizung, einen Kleiderbügel oder einen Stuhl.

Auch Aquarien können zur Befeuchtung der Luft beitragen.

Der Nestfarn braucht im Sommer viel Wasser und gibt dafür auch gut Feuchtigkeit an die Luft ab. (Bild: OlgaMiltsova/ iStock / Getty Images Plus)

Pflanzen können das Raumklima ebenfalls positiv beeinflussen. Sie dünsten Wasser aus, filtern Schadstoffe, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und produzieren Sauerstoff. Pflanzen, die viel Wasser brauchen und häufig gegossen werden, geben viel Feuchtigkeit ab. Besonders geeignet als “Frischluftlieferanten” sind Grünlilien, Efeu, Zimmerlinden, Nestfarn, Bogenhanf und Papyrus-Pflanzen.

Das Plätschern von Zimmerbrunnen ist nicht jedermanns Sache, aber sie erweisen sich im Sommer als sehr nützlich, da sie Wasserdampf an die Luft abgeben. Allerdings können die Geräte, ebenso wie Vernebler oder Zerstäuber, Keime produzieren und an die Raumluft abgeben, wenn sie nicht ordnungsgemäß gereinigt werden. Insofern sollten lieber erst andere Methoden ausprobiert werden, um das Raumklima zu optimieren.

Am besten kontrolliert man die Luftfeuchtigkeit über ein Hygrometer, vor allem wenn sie aktiv erhöht wird. Denn bei zu viel Luftfeuchtigkeit im Raum kann sich das Wasser an den Wänden absetzen und Schimmel entstehen.

Ist die Luftfeuchtigkeit zu hoch? Dann lässt sich durch Lüften regulieren – oder durch Salz und Reis binden. Die Lebensmittel nehmen nämlich Feuchtigkeit auf, und dadurch sinkt die Luftfeuchtigkeit im Raum. Einfach Salz oder Reis in einer Schale aufstellen und regelmäßig bei Bedarf austauschen.

3. Saisongerecht lüften

Im Sommer sollten die Fenster tagsüber lieber geschlossen bleiben, damit nicht die heiße Luft eindringt. Besser für das Raumklima ist es, früh morgens und nachts frische, kühle Luft hereinzulassen. Ein sehr guter Zeitpunkt zum Lüften ist außerdem nach einem Gewitter.

4. Einen Ventilator aufstellen

Ein Ventilator senkt zwar nicht die Raumtemperatur, bringt aber durch einen kühlen Luftzug einen erfrischenden Effekt. Es muss jedoch darauf geachtet werden, dass man nicht direkt mit Gesicht und Oberkörper im Luftzug sitzt, da sonst die Schleimhäute und Augen austrocknen oder Muskelverspannungen entstehen können.

Mit Hilfe eines Ventilators lässt sich übrigens auch stickige Luft aus einem Raum heraussaugen. Dazu muss der Ventilator am Fensterbrett (oder bei bodentiefen Fenstern auf dem Boden) so aufgestellt werden, dass er nach draußen zeigt. Gleichzeitig wird das Rollo soweit heruntergelassen, dass über dem Ventilator keine Luft in den Raum eintreten kann. Zusätzlich muss in einem gegenüberliegenden Zimmer ein Fenster geöffnet werden, durch das neue Luft in den Raum kommt.

Fazit

Natürlich können auch Klimaanlagen für Abkühlung sorgen und die Raumluft filtern. Sie sind aber teuer in der Anschaffung und regelrechte Stromfresser. Außerdem müssen sie ordnungsgemäß gereinigt werden, damit keine Bakterien und Pilzsporen entstehen, die in die Luft gewirbelt werden.

Am besten versucht man, sich durch einfache Methoden ein besseres Raumklima zu verschaffen und zusätzlich durch andere Mittel wie viel Trinken, erfrischende Fußbäder und kühlende Sprays (zum Beispiel kaltes Wasser aus dem Pumpspender) für Erfrischung zu sorgen.