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Wetter-Apps: Was bedeutet eigentlich Regenwahrscheinlichkeit?

Ein kurzer Blick auf die Wetter-App unseres Smartphone zeigt uns eine Regenwahrscheinlichkeit von 40 Prozent an. Doch was bedeutet dieser Wert eigentlich und wie zutreffend ist er?

Immer mehr Menschen nutzen auf ihrem Smartphone eine Wetter-App. Doch was sagen die Daten eigentlich aus? (Symbolbild: Getty Images)
Immer mehr Menschen nutzen auf ihrem Smartphone eine Wetter-App. Doch was sagen die Daten eigentlich aus? (Symbolbild: Getty Images)

Wer im Freien etwas unternehmen oder morgens, vor der Klamottenwahl, einfach nur wissen möchte, wie das Wetter über den Tag oder die nächsten Tage wird, greift mittlerweile regelmäßig zum Smartphone und checkt seine Wetter-App.

Verschiedene Symbole zeigen uns auf, wie das Wetter über Tag sein wird, welche Temperaturen und wie viele Sonnenstunden zu erwarten sind oder wie hoch die Regenwahrscheinlichkeit sein wird.

Neben ein paar Zahlen und Prozentangaben werden die Werte aber nicht weiter erläutert. Ob die Wettervorhersage also wirklich verlässlich ist, bleibt in den allermeisten Fällen offen.

Vor allem die Regenwahrscheinlichkeit, die ja oft ausschlaggebend dafür ist, was man anzieht oder ob man unter freiem Himmel etwas unternimmt oder nicht, bleibt oftmals eine rätselhafte Angabe.

Was bedeutet eine Regenwahrscheinlichkeit von 40 Prozent?

"Regenwahrscheinlichkeit: 40 Prozent" – was genau soll man sich unter solch einer Angabe denn vorstellen? Heißt das nun, dass es zu 40 Prozent wirklich regnen wird?

Anders als viele Wetter-App-Nutzer wohl vermuten, handelt es sich bei der Angabe der Regenwahrscheinlichkeit nicht um einen Blick in die Zukunft, sondern vielmehr um einen Blick zurück zu längst vergangenen Tagen.

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Wenn es nun also heißt "Regenwahrscheinlichkeit: 40 Prozent", dann ist damit nicht gemeint, dass es zu dem abgefragten Zeitpunkt zu 50 Prozent regnen wird, sondern, dass es an dem jeweiligen Ort bei der vorhergesagten Wetterlage in der Vergangenheit in vier von zehn Fällen geregnet hat. "Es ist damit also nicht ausgesagt, dass 40 Prozent des Zeitraumes des morgigen Tages verregnet sein werden und auch nicht, wie viel es regnen soll", so Markus Valk vom Deutschen Wetterdienst erklärend zur "Geo".

Auch klärt der Wert nicht darüber auf, ob es sich bei der Regenwahrscheinlichkeit um starke Schauer handelt oder nur um leichten Nieselregen. Noch ungenauer wird die Aussage, wenn sich der Wert auf den ganzen Tag und nicht nur auf eine bestimmte Stunde bezieht.

Prognostizierte Niederschlagsmenge ist der genauere Wert

Genauer als die Regenwahrscheinlichkeit ist dagegen die prognostizierte Niederschlagsmenge, welche allerdings nicht von jeder Wetter-App angegeben wird. Geht es um die persönliche Tagesplanung, dann ist die prognostizierte Niederschlagsmenge der entscheidende Wert.

Zeigt die Wetter-App zum Beispiel eine hohe Regenwahrscheinlichkeit, aber nur geringe Niederschlagsmengen an, dann dürfte die Freiluftveranstaltung nicht zwangsläufig ins Wasser fallen. Wird allerdings eine hohe Niederschlagsmenge angegeben, dann sollte man, auch bei einer geringeren Regenwahrscheinlichkeit, vorbereitet sein und für alle Fälle eine Indoor-Aktivität in petto haben.

"Grundsätzlich spielt bei Niederschlagsereignissen die Zeit, in der der Regen fällt, eine entscheidende Rolle. Lesen Sie beispielsweise Werte von 15 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb eines Tages, dann könnte das ein Landregen sein, den die Natur mit Wohlgefallen aufnimmt. Geht es dagegen um 15 Liter in einer Stunde, dann ist das schon mal ein Wert, der einem Gewitterschauer entsprechen kann. Sind es 20 bis 40 Liter oder mehr, dann sind auch Überflutungen relativ sicher", so Meteorologe Björn Alexander in der "Geo" über das Verständnis zu Regenmengen-Angaben.

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In Deutschland sind Regenmengen zwischen 400 und 700 Litern auf jeden Quadratmeter übers Jahr gesehen übrigens keine Seltenheit.

Wer nun sicher gehen möchte, wie sich das Wetter in den nächsten Stunden entwickelt, sollte neben der Wetter-App auch einen Blick auf das Regen-Radar werfen. Dieses tastet die Atmosphäre alle fünf Minuten nach Niederschlägen ab, aus den erhaltenen Daten wird dann die Niederschlagsvorhersage für die nächsten zwei Stunden berechnet. Das ist genaugenommen auch kein Blick in die Zukunft, sondern vielmehr eine Weiterberechnung der Niederschlagsbewegung der vergangenen Stunde, aber man kann daraus durch aus die Wahrscheinlichkeit für die nächsten Stunde herauslesen.

Neben Wetter-Apps und Regen-Radar kann man aber auch einfach mal einen Blick gen Himmel werfen und die Situation selbst einschätzen. Ist am Himmel weit und breit kein Wölkchen zu sehen, dürfte einer trockenen Joggingrunde oder einem leckeren Eisbecher im Straßencafé wohl nichts im Wege stehen.

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