Wigald Boning würde nicht mehr verweigern: So denkt er heute über die Bundeswehr

Wenn Wigald Boning (55) den Begriff Bundeswehr hörte, dachte er vor allem an betrunkene Wehrdienstleistende. Nicht zuletzt deshalb leistete er lieber Zivildienst. Mittlerweile hat sich sein Bild von der Bundeswehr jedoch komplett gewandelt – den Wehrdienst würde der TV-Entertainer heute nicht mehr verweigern, erklärte er im Gespräch mit 'Die Zeit'.

Eine Reise mit überraschenden Einblicken

Vor einigen Jahren reiste Wigald Boning nach Afghanistan, wo er eine Schule einweihen sollte. "Das war eine der wichtigsten Reisen meines Lebens. Ich habe dort die Bundeswehr ganz neu kennengelernt", sagte er im Interview. "In Afghanistan traf ich plötzlich auf schlaue, gebildete, besonnene Menschen, die sich dort für die Sicherheit der Bevölkerung eingesetzt haben. Ich lernte einen 26 Jahre alten Feldwebel kennen, der den kriegsgebeutelten Bewohnern eines Bergdorfs das Prinzip des Rechtsstaats erklärte. Was für eine Aufgabe! Das wäre auch was für mich gewesen."

Nicht nur Wigald Boning hat umgedacht

Nicht nur Wigald Boning hat seine Einstellung zur Bundeswehr mittlerweile geändert – auch Campino (60), der Frontman der Toten Hosen, würde heute anders handeln: "Ich persönlich habe den Kriegsdienst 1983 verweigert. Das würde ich heute, unter diesen Umständen, wenn ich jetzt meine Einberufung bekäme, wahrscheinlich nicht mehr tun", sagte er im Mai gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. "Gerade lernen wir doch eindrücklich, warum eine Identität als Europäer so wichtig ist und warum wir eine Wertegemeinschaft sein müssen."

Auch in anderen Fragen hat Wigald Boning seine Ansichten geändert. Während er in der Schule in den naturwissenschaftlichen Fächern schwächelte, ist er heute von diesen Themen fasziniert: "Heute lese ich immer, wenn ich Zeit habe, Sachbücher, um mich weiterzubilden", sagte Wigald Boning in 'Die Zeit'.

Bild: Felix Hörhager/picture-alliance/Cover Images

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