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Wunsch der Produktionsfirma: "Will & Grace"-Star Debra Messing lehnte "Brustvergrößerung" ab

Debra Messings preisgekrönte Rolle in "Will & Grace" soll damit begonnen haben, dass die Schauspielerin aufgefordert wurde, größere Brüste vorzutäuschen.

Wenn die Chemie stimmt: Charme, Witz und die besondere Freundschaft zwischen
Wenn die Chemie stimmt: Charme, Witz und die besondere Freundschaft zwischen "Will & Grace", verkörpert von Eric McCormack und Debra Messing, waren das Erfolgsgeheimnis der beliebten Sitcom. (Bild: Getty Images)

Im Rahmen der Podiumsdiskussion "The Magic of Will & Grace" im Paley Center for Media schwelgte Hauptdarstellerin Debra Messing in Erinnerungen an ihre Zeit in der preisgekrönten TV-Show. Neben vielen Highlights, die die Schauspielerin während der Arbeit an "Will & Grace" erleben dufte, könnte man den Beginn der NBC-Serie diplomatisch als holprig bezeichnen.

Messing berichtet davon, dass der damalige NBC-Präsident Warren Littlefield angeblich wollte, dass sie in ihrer Rolle als Grace Adler "große Brüste" habe. Bei der ersten Kostümprobe hätte man dafür sorgen wollen, dass ihre Oberweite mehr Volumen hat, so die Schauspielerin, die dem Busen-Schwindel allerdings nichts abgewinnen konnte: "Ich war einfach kein Fan der ganzen Idee."

Zu wenig Sex-Appeal bei "Will & Grace"?

Doch Debra Messing lehnte die Forderungen des NBC-Chefs ab. "Ich dachte: 'Weißt du was? Das brauche ich nicht'", erzählte sie, obwohl das Produktionsteam sie umstimmen wollte: "Sie sagten: 'Nun, es ist der Präsident, der das möchte.' Und ich sagte: 'Wenn er es will, dann muss er hierher kommen und es mir ins Gesicht sagen.'"

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Starke Worte einer starken Frau, die damit nach eigener Aussage auch ihrer Rolle als Grace Adler einen Dienst erweisen wollte. Und der Erfolg gab ihr Recht: Debra Messing spielte zwischen 1998 und 2005 in acht Staffeln die Innenarchitektin Grace Adler und schlüpfte für drei weitere Staffeln für das Revival der Sitcom zwischen 2017 und 2019 nochmals in ihre Erfolgsrolle.

"Will & Grace" galt als bahnbrechende Serie - doch Sexismus war auch hier im Hintergrund präsent (Bild: Chris Haston/NBCU Photo Bank)
"Will & Grace" galt als bahnbrechende Serie - doch Sexismus war auch hier im Hintergrund präsent (Bild: Chris Haston/NBCU Photo Bank)

Sexismus in der TV-Branche – wird sich jemals etwas ändern?

Heutzutage lässt diese von Debra Messing öffentlich gemachte Episode, die inzwischen 25 Jahre her ist, einmal mehr die Frage aufkommen, ob und wann sich in der Film- und Fernsehbranche etwas verändert? Schließlich gehörte die US-Sitcom "Will & Grace" mit zu den ersten TV-Formaten, die sich mit den gesellschaftlichen Aspekten von Homosexualität auseinandersetzten – und dennoch steht ganz zu Beginn die Entscheidung im Raum, wie groß die Brüste der Hauptdarstellerin zu sein haben.

Und dies ist kein Einzelfall: Immer wieder erleben Schauspielerinnen, wie sie zum einen auf ihre Körper reduziert oder diese mithilfe von Photoshop massiv verändert werden. Das Paradox dabei wird klar, wenn man auf soziale Netzwerke wie Instagram blickt – ist hier eine weibliche Brust oder gar eine Brustwarze zu sehen, wird rigoros zensiert: zu sexy!

Stellt sich dann die Frage: Was wollen wir eigentlich – Frauen, die ihre sexy Kurven zur Schau tragen oder Frauen, die ihre Weiblichkeit verstecken? Es scheint wie so oft zu sein, dass Frauen, vor allem Frauen in der Öffentlichkeit, es nie "richtig" machen können und sich, vor allem Männer, immer wieder anmaßen über die Körper von Frauen entscheiden zu wollen.

Debra Messing ist vor über zwei Jahrzehnten nicht nur für ihre Rolle als Grace Adler, sondern vor allem auch für alle anderen Kolleginnen ihre Frau gestanden.

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