Wie schnell hilft Yoga bei Depressionen?

Regelmäßiges Yoga-„Training“ könnte depressiven Personen helfen, sich besser zu fühlen. [Foto: Getty]

Viele machen Yoga, um gelassen, ausgeglichen und in sich ruhend zu bleiben. Aber bisher es war unklar, wie schnell Posen wie der nach unten schauende Hund oder der Lotus unser Wohlbefinden steigern können.

Um mehr über diesen Effekt zu lernen, untersuchten Wissenschaftler von der Boston University 30 Personen, die an Depressionen litten. Nach nur einem Monat regelmäßiger Yoga-Stunden fühlten sich die Patienten erheblich besser, waren weniger ängstlich und schliefen besser.

Yoga entspannt ...

Laut den Zahlen der Mental Health Foundation zeigte allein 2014 jeder Fünfte (19,7 Prozent) der Briten über 16 Jahren Anzeichen von Depression oder Angstzuständen. Laut dem National Institute of Mental Health (USA) hatten 2017 schon 17,3 Millionen Erwachsene in den USA (7,1 Prozent) mindestens eine depressive Episode.

Der britische National Health Service empfiehlt Personen mit leichten Symptomen, mehr Sport zu treiben und sich einem geliebten Menschen anzuvertrauen. Bei schwereren Fällen kann eine Therapie oder ein Antidepressivum erforderlich sein.

... aber wie hoch muss die “Dosis” sein?

Viele Studien kamen zu dem Schluss, dass Yoga und Atemübungen entspannen und gleichzeitig das geistige Wohlbefinden steigern. Es war jedoch unklar, wie viele Trainingseinheiten erforderlich sind, um eine Veränderung zu bewirken.

Um das herauszufinden, teilten die Bostoner Wissenschaftler die Teilnehmer in zwei Gruppen ein: eine „hochdosierte“ Yoga-Gruppe, mit drei 90-minütigen Yoga-Klassen und vier halbstündigen Übungseinheiten zu Hause pro Woche, und eine „niedrig dosierte Gruppe“ mit zwei 90-minütigen Yoga-Klassen und drei halbstündigen Übungseinheiten zu Hause.

„Medikamente werden in unterschiedlichen Dosierungen verabreicht, um ihre Wirkung auf den Körper in unterschiedlichem Maße zu entfalten“, sagte Studienautor Dr. Chris Streeter. „Hier nutzen wir das gleiche Prinzip, nur mit Yoga.“

Und weiter: „Bisherige Studien zu Yoga und Depression haben sich nicht wirklich eingehend mit der Dosierung beschäftigt.“

Teilnehmer fühlen sich besser

Die Ergebnisse wurden im Journal of Psychiatric Practice veröffentlicht. Es zeigte sich, dass sich alle Teilnehmer nach vier Wochen positiver und weniger ängstlich fühlten. Sie gaben auch an, besser zu schlafen und sich weniger erschöpft zu fühlen.

Die positiven Effekte hielten sogar langfristig an und waren auch noch in der zwölften Woche messbar, als die Teilnehmer erneut evaluiert wurden. Wie genau Yoga Depressionen lindert, ist aber unklar. Aber die Kombination von leichter Bewegung mit Meditation verbessert wohl unsere Stimmung.

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Die kontrollierten, langsamen Bewegungen verbinden wahrscheinlich den Körper mit dem Geist und ermöglichen es uns, uns auf das Hier und Jetzt konzentrieren. Die Wissenschaftler hoffen, dass ihre Ergebnisse Menschen mit Problemen dazu ermutigen, die jahrhundertealte Sportart auszuprobieren.

Studienautorin Dr. Marisa Silveri: „Die Daten sind für begleitende Untersuchungen und die zugrundeliegende Neurobiologie von zentraler Bedeutung. Sie werden dabei helfen, zu klären wie Yoga funktioniert.“

Alexandra Thompson

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