Zeckengefahr: Wer sich gegen FSME impfen lassen sollte

Antonia Wallner
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

In den milden Monaten von April bis in den November lauern sie in Wiesen und Wäldern: Zecken. Die blutsaugenden Insekten übertragen gefährliche Krankheiten, darunter FSME. Eine Zeckenimpfung kann davor schützen. Aber für wen ist die Impfung wirklich sinnvoll?

tick insect warning sign in forest
Zecken kommen in Wäldern und Wiesen vor. (Bild: Getty Images)

Grundsätzlich überträgt nicht jede Zecke Krankheitserreger. Die Gefahr ist aber dennoch vorhanden, vor allem in den jeweiligen Risikogebieten, die jedes Jahr vom Robert-Koch-Institut herausgegeben werden. Demnach ist vor allem der Süden Deutschlands mit Bayern und Baden-Württemberg gefährdet, aber auch einzelne Landkreise in Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Achtung: Die kleinen Blutsauger erleben aktuell immer früher, länger und intensiver ihre Hochsaison. Das liegt daran, dass die Winter immer milder werden und die Tiere damit nicht in so großer Zahl sterben wie noch vor einigen Jahren. Ältere Zecken sind bezüglich diversen Krankheiten deutlich gefährlicher.

Richtig Entfernen: Tipps zum Umgang mit Zecken

Was ist eigentlich FSME?

Etwa jede 20. Zecke kann Infektionen wie die durch Bakterien verursachte Borreliose oder die potentiell gefährlichere Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auslösen. FSME ist zwar relativ selten, kann aber einen schweren Verlauf haben. Der Biss einer verseuchten Zecken kann das FSME-Virus auf den Menschen übertragen. Etwa sieben von zehn Betroffenen entwickeln zum Glück nur leichte, grippeähnliche Beschwerden oder gar keine Symptome. Bei den Übrigen löst das Virus eine Gehirnhautentzündung aus. Die Folgen können drastisch sein und von Lähmungen über Koma bis zu bleibenden neurologischen Schäden führen. In besonders schweren Einzelfällen können die Betroffenen auch an FSME sterben.

Wer sollte sich impfen lassen?

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine FSME-Impfung allen Personen, die in Risikogebieten viel in der freien Natur unterwegs sind oder dort arbeiten. Das wären zum Beispiel Förster oder Jäger, aber auch Touristen, die wandern oder Fahrrad fahren. Auch Bewohner der gefährdeten Gebiete sollten sich gegen Zecken impfen lassen. Betroffen sind natürlich auch Hobby-Gärtner oder Hundebesitzer.

Wer außerhalb Deutschlands Urlaub machen will, sollte sich auch da über die Risikogebiete informieren. FSME kommt beispielsweise auch in Österreich, der Schweiz, Griechenland sowie Nord- und Osteuropa vor. Vor dem vierten Geburtstag wird eine Impfung nicht als sinnvoll angesehen.

Experten warnen: Hier besteht erhöhte Zeckengefahr

Wie läuft die Zecken-Impfung ab?

Die Grundimmunisierung erfolgt über drei Impfdosen. Zwischen den ersten zwei Spritzen liegen jeweils zwischen einem und drei Monaten. Die dritte Impfung erfolgt dann nach etwa fünf bis zwölf Monaten. Damit der Schutz langfristig besteht, muss die FSME-Impfung regelmäßig aufgefrischt werden. Zuerst nach drei Jahren, dann alle fünf Jahre. Ab einem Alter von 50 bis 60 Jahren sollte wieder alle drei Jahre nachgeimpft werden. Bei Personen aus Risikogebieten übernimmt die Krankenkasse die Kosten.

Wie kann man sich sonst schützen?

Idealerweise trägt man im Freien lange Kleidung an Armen und Beinen. Das ist im Sommer natürlich leichter gesagt als getan. Zumindest sollte möglichst viel Haut bedeckt sein. Spezielle Mittel zum Sprühen auf die Haut aus Drogerie und Apotheke bieten zusätzlichen Schutz. Nach dem Ausflug sollte man sich gründlich auf Zecken absuchen. Wird eine entdeckt, so schnell wie möglich entfernen, um das Infektionsrisiko gering zu halten.

VIDEO: Litauen kämpft gegen Zecken