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10 Fakten: Was du über die Adventszeit noch nicht wusstest

Worum geht es im Advent eigentlich? Warum hat der Adventskranz vier Kerzen, der Adventskalender aber 24 Türchen? Warum stellen wir einen geschmückten Baum auf? Wir haben 10 Fakten über den Advent gesammelt – von historisch bis kurios.

Im Advent wird's besinnlich: Adventskalender, Christbaum und Weihnachtsmann – welche Bräuche wo ihren Ursprung haben, klären wir hier. (Bild: Getty Images)
Im Advent wird's besinnlich: Adventskalender, Christbaum und Weihnachtsmann – welche Bräuche wo ihren Ursprung haben, klären wir hier.

Zum Jahresende freuen wir uns auf die "Staade Zeit": Heißer Punsch, Plätzchen backen, dazu Kerzenschein und Weihnachtsmusik – der Advent sollte eigentlich besinnlich sein und Raum bieten für Reflexion und Innenschau. Oftmals hetzen wir aber von einem Termin zum nächsten, es müssen Kleinigkeiten für den Adventskalender und Geschenke besorgt sowie ein Baum und das Essen für die Feiertage organisiert werden.

Welche Bräuche und Traditionen mit dem Advent einhergehen, wo diese ihren Ursprung haben und ob die Adventszeit überall auf der Welt gleich begangen wird, schauen wir uns mit unseren 10 Fakten genauer an.

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Warten auf die Ankunft – aber von wem oder was?

Das Wichtigste vorweg: Das Wort "Advent" leitet sich vom lateinischen "adventus" ab und bedeutet "Ankunft". Vor allem im Christentum ist damit die Vorbereitungszeit auf Weihnachten gemeint: Zum einen erwarten die Christ*innen die Geburt von Jesus Christus sowie die Menschwerdung Gottes. Mit dem ersten Advent beginnt seit Mitte des 8. Jahrhunderts aber auch das neue Kirchenjahr, das mit dem Totensonntag zu Ende ging.

Die vier Adventssonntage symbolisieren im Christentum die wachsende Nähe Gottes zu den Menschen – jeder der Sonntage hat zudem eine eigene Bedeutung: Am ersten Adventssonntag beginnt für die Christ*innen die Zeit des Wartens auf die Wiederkunft Christi am "Letzten Tag". Am zweiten Adventssonntag steht Johannes, der Täufer, und dessen Predigt, mit der er die Menschen auf die Ankunft des Messias vorbereiten wollte, im Mittelpunkt. Der dritte Sonntag ist auch unter dem Namen "Gaudete"-Sonntag (lateinisch "Freut Euch!") bekannt, einem Vers aus dem Philipperbrief, der besagt: Der Herr ist nahe, es dauert nicht mehr lange. Der vierte Adventssonntag ist in der katholischen Kirche der Gottesmutter Maria gewidmet, in den protestantischen Kirchen thematisiert er allgemeiner die nahende Freude der Geburt Christi.

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Der Adventskranz, Weihnachtsuhren, Himmelsleitern und Strohhalme

Warten kann, gerade für Kinder, manchmal ganz schön anstrengend sein. Um die Ungeduld der Kleinen, die so sehnlichst auf das Christkind warteten, zu zügeln und ihnen veranschaulichen zu können, wie lange es noch bis zum Heiligen Abend ist, erfand der Hamburger Erzieher und Theologe Johann Hinrich Wichern den Adventskranz.

So erdachte er 1839 den sogenannten "Wichernkranz", die Urform des Adventskranzes, mit mindestens 22 und höchstens 28 Kerzen, je nach Länge der Adventszeit eine für jeden Tag des Advents. Dieser Kranz bestand aus einem Wagenrad sowie aus vier großen weißen Kerzen für die Adventssonntage und 19 kleinen roten Kerzen für die übrigen Tage. So konnten die Kinder nicht nur bildlich erkennen, wie viele Tage es noch bist Weihnachten waren, sondern lernten zugleich auch das Zählen. Aus dem "Wichernkranz" hat sich dann im Laufe der Jahre der klassische Adventskranz mit den vier Kerzen für die vier Adventssonntage entwickelt.

Vier Kerzen für die vier Sonntage im Advent. (Bild: Getty Images)
Vier Kerzen für die vier Sonntage im Advent.

Angelehnt an den Adventskranz von Johann Hinrich Wichern entstand schließlich auch der Adventskalender, der in seiner ursprünglichen Form von simplen Kreidestrichen am Türrahmen bis hin zu weihnachtlichen Bildchen auch kleine Rituale umfasste: In katholischen Familien durften die Kinder beispielsweise bis Heiligabend täglich einen Strohhalm in die Krippe legen, damit das Jesuskind es bei seiner Ankunft schön weich hat. Ähnlich gedacht ist die Tradition der "Himmelsleiter", bei der sich das Christkind täglich eine Sprosse der Leiter abwärts bewegt und damit veranschaulicht, dass Gott zu Weihnachten in seinem Sohn Jesus Christus auf die Erde heruntersteigt.

Weitere traditionelle Adventskalender, sogenannte "Adventszeitmesser", die sich im 19. Jahrhundert entwickelten: die Weihnachtsuhr, eine Scheibe mit 12 bzw. 24 Abschnitten mit je einem Liedtext oder Bild, bei der jeden Tag der Zeiger einen Schritt nach vorne gestellt werden durfte; die Adventskerze mit 24 Abschnitten, die täglich bis zur nächsten Markierung herunterbrannte; und 1903 der erste Adventskalender mit 24 Fensterbildern zum Ausschneiden des Münchner Verlegers Gerhard Lang, der in den Folgejahren auch das "Christkindleinhaus zum Füllen mit Schokolade" auf den Markt brachte … den Rest der Geschichte kennen wir.

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Das Adventsfasten

Beim Anblick von Plätzchen, Schokolade und Lebkuchen bringt im ersten Moment sicher niemand den Begriff "Fastenzeit" mit dem Advent in Verbindung; doch tatsächlich war die Adventszeit früher eine geistliche sowie körperliche Vorbereitung auf die Ankunft Jesu Christi und wurde deshalb mit Fasten und Beten vollzogen.

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Die Fastenzeit sollte in der christlichen Kirche nach dem Vorbild Jesu 40 Tage lang dauern. Rechnete man also zurück vom 25. Dezember, landete man beim 11. November, dem Martinstag, der auch zugleich das Ende des bäuerlichen Wirtschafsjahres markierte – bis zu diesem Tag sollten alle verderblichen Lebensmittel aufgebraucht sein. Ab 1917 wurde das Fasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt. Übrigens: Ganz im Charakter der Buß- und Fastenzeit durfte in der Adventszeit nicht getanzt und nicht geheiratet werden.

Heutzutage freuen sich die meisten Menschen allerdings gerade zur Vorweihnachtszeit auf die dafür typischen Leckereien: Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2022 gehören Kekse, Stollen, Lebkuchen und andere Köstlichkeiten für 60 Prozent der Deutschen unbedingt zum Advent und zur Weihnachtszeit dazu.

Kommt der Weihnachtsbaum aus dem Paradies?

Werfen wir einen Blick auf die Geburtsgeschichte Jesu, finden wir dort viele Symbole, die auch im Advent eine Rolle spielen – Sterne und Kerzen beispielsweise –, aber ein Weihnachtsbaum? Fehlanzeige!

Der heutige Weihnachtsbaum soll seinen Ursprung in einer heidnischen Tradition zur Wintersonnwende haben: So holte man sich "Wintermaien", also grüne Tannenzweige, ins Haus, die die Wintergeister vertreiben, Unheil abwehren und Fruchtbarkeit und neues Leben symbolisieren sollten.

Im Sinne der Nachhaltigkeit setzen viele Menschen inzwischen auf künstliche Weihnachtsbäume. (Bild: Getty Images)
Im Sinne der Nachhaltigkeit setzen viele Menschen inzwischen auf künstliche Weihnachtsbäume.

Historiker*innen gehen davon aus, dass sich im Mittelalter heidnische und christliche Bräuche vermischt haben, da die Kirche damit begonnen hatte, das weitgehend ungebildete Volk zu unterrichten; biblische Szenen wurden (nicht nur) im kirchlichen Krippenspiel aufgeführt, besonders beliebt war die Geschichte von Adam und Eva – daraus entwickelte sich der "Paradiesbaum", behangen mit roten Äpfeln. Spätestens ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurden Bäume auch auf Marktplätzen aufgestellt, nach und nach hielt der Brauch ab dem 18. Jahrhundert Einzug in heimischen Wohnstuben.

Glück in Vasen: die Heilige Barbara

Ein nicht ganz so bekannter, aber wunderschöner Brauch zur Adventszeit ist das Schneiden der sogenannten Barbarazweige: Am 4. Dezember, dem Namenstag der Heiligen Barbara, werden Kirschzeige vom Baum geschnitten und in eine Vase gestellt. Idealerweise sollen die zarten Knospen dann am 24. Dezember blühen – und Glück bringen.

Ein schöner Brauch im Advent, der Glück bringen soll: Am 4. Dezember werden die sogenannten Barbarazweige geschnitten. (Bild: Getty Images)
Ein schöner Brauch im Advent, der Glück bringen soll: Am 4. Dezember werden die sogenannten Barbarazweige geschnitten.

Die Heilige Barbara ist die Schutzpatronin der Bergleute und soll, der Überlieferung nach, als Märtyrerin für ihren Glauben gestorben sein: Als Barbara von Nikomedien soll sie in der heutigen Türkei als Tochter eines reichen Kaufmanns gelebt haben. Ihr heidnischer Vater war mit ihrem Bekenntnis zum Christentum nicht einverstanden, doch Barbara wollte ihre jungfräuliche Hingabe zu Gott nicht aufgeben. Der Vater brachte seine Tochter vor Gericht und der Legende nach soll sie auf dem Weg ins Gefängnis mit ihrem Gewand an einem Zweig hängen geblieben sein; er bracht ab, Barbara stellte ihn in ein Gefäß mit Wasser und der Zweig erblühte genau an dem Tag, an dem sie von ihrem Vater enthauptet wurde.

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Tipp: Damit die Blüten auch wirklich aufgehen, benötigen sie einen Kältereiz. Hat es vor dem Abschneiden der Zweige noch keinen Frost gegeben, sollte man sie für mehr als zehn Stunden ins Gefrierfach legen. Dann die Enden schräg anschneiden und die Zweige in lauwarmes Wasser stellen und dieses alle drei bis vier Tage wechseln.

Glanz und Gloria

Eine sehr besondere Einstimmung auf Weihnachten zelebriert man bei den sogenannten Rorate-Messen: Diese besonderen Gottesdienste werden in der Adventszeit oft sehr früh morgens oder am Abend, nach Sonnenuntergang, und meist nur bei Kerzenschein gefeiert. Die Gemeinde wartet dabei in der dunklen Kirche auf Jesus Christus, symbolisiert durch das Licht der Kerzen.

Unter "Rorate" versteht man die zu Beginn eines Gottesdienstes erklingenden Gesänge und Gebete. Der Rorate-Vers "Rorate caeli desuper, et nubes pluant iustum – Tauet, Himmel, von oben, und die Wolken sollen den Gerechten herabregnen" gehört dabei zu den beliebtesten Adventsliedern.

Neben den besinnlichen und stimmungsvollen Gesängen spielen auch die Kerzen und ihr glanzvolles Licht eine wichtige Rolle: Der Kerzenschein soll die Freude und Erwartung auf die Geburt Jesu Christi darstellen. Außerdem dient das Licht im übertragenden Sinne in der dunklen Jahreszeit als Orientierung – und das nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich. Der Stern von Bethlehem, das Licht in der Krippe, die Kerzen auf dem Adventskranz – alles Symbole für "das Licht der Erlösung, das Licht des Friedens".

Andere Länder, andere Sitten: der Luca-Stuhl

Geht es hierzulande zur Adventszeit äußerst besinnlich zu, wird es in manch anderen Ländern übernatürlich und skurril: In Ungarn beispielsweise beginnt man am 13. Dezember, dem Luca-Tag bzw. dem dann beginnenden Luciafest, damit, einen Holzstuhl zu bauen.

Der Luca-Stuhl muss aus genau sieben verschiedenen Holzarten gefertigt und exakt zu Weihnachten fertig sein, denn der Stuhl wird zur Christmette mitgenommen – allerdings darf jeden Tag nur ein Holzstück hinzugefügt werden.

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Sinn und Zweck der kuriosen Aktion: Der Stuhl soll vor Hexen schützen. Während des Gottesdienstes stellt man sich darauf, hält Ausschau nach Hexen – meint man, eine an ihren Hörnern auf dem Kopf zu erkennen, schnappt man sich den Holzstuhl, rennt damit nach Hause und verbrennt ihn – so soll man das kommende Jahr vor Hexen sicher sein.

Ein Glühwein, swei Glühweih, rei Lühwei…

Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt ist in der Adventszeit ein Muss. Dazu gehört auch das ein oder andere Tässchen Glühwein. Dass der Glühwein älter ist als Weihnachten selbst, hat uns dann aber doch überrascht: Offenbar haben bereits die Römer in der Antike Wein mit den charakteristischen Gewürzen wie Lorbeer, Safran und Pfeffer verfeinert, zumindest legt das ein Rezept aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, das vom antiken Feinschmecker Apicius stammen soll, nahe.

So wird's im Advent gemütlich: Ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt bringt auch den größten Grinch in Stimmung. (Bild: Getty Images)
So wird's im Advent gemütlich: Ein Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt bringt auch den größten Grinch in Stimmung.

Eine weitere Theorie, woher der Glühwein stammt, stützt sich auf die Erkenntnisse des Deutschen Weininstituts in Mainz, das davon überzeugt ist, dass die Schweden im 16. Jahrhundert unter König Gustav Wasa warmen Würzwein tranken.

Im Sächsischen Hauptstaatsarchiv Dresden soll das älteste Glühwein-Rezept Deutschlands gefunden worden sein: August Josef Ludwig von Wackerbarth (1770-1850) soll zahlreiche Rezepte für diverse Weinmischgetränke niedergeschrieben haben, darunter auch im Jahre 1843 eines, das dem heutigen Glühwein schon sehr nahe kommt und Zutaten wie Zimt, Ingwer, Anis, Granatapfel, Muskatnüsse, Kardamom sowie Safran aufführt.

Weihnachtsmann, Christkind und der Nikolaus

Wer bringt denn nun die Geschenke an Weihnachten und sind Nikolaus und der Weihnachtsmann ein und derselbe?

Wir versuchen – gemäß der adventlichen Tradition – Licht ins Dunkel zu bringen, denn die religiösen und lokalen Unterschiede stiften immer wieder Verwirrung. Die Figur des Weihnachtsmannes, der Geschenke bringt, geht im Ursprung auf den heiligen Bischof von Myra – besser bekannt als Nikolaus, dem zu Ehren wir am 6. Dezember feiern – zurück. Es gibt ihn erst seit der Reformation im 16. Jahrhundert.

Den Kindern ist es herzlich egal, wie die richtige Bezeichnung lautet: Weihnachtsmann, Christkind, Santa Claus – egal, Hauptsache, er oder sie hat Geschenke dabei! (Bild: Getty Images)
Den Kindern ist es herzlich egal, wie die richtige Bezeichnung lautet: Weihnachtsmann, Christkind, Santa Claus – egal, Hauptsache, er oder sie hat Geschenke dabei!

Innerhalb von Deutschland herrscht quasi Arbeitsteilung: Im Norden und Osten kommt fast ausschließlich der Weihnachtsmann, im Süden dagegen bringt das Christkind die Geschenke. Es soll übrigens Reformator Martin Luther selbst gewesen sein, der das Christkind ins Spiel brachte. Ihm war die Heiligenverehrung ein Dorn im Auge, weshalb er um 1535 den Nikolaus durch das Christkind ersetzte, das fortan den Protestant*innen die Geschenke brachte.

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Moment, das Christkind ist doch katholisch?! Nun ja, vor etwa 100 Jahren wurde der Weihnachtsmann aus den USA quasi importiert, der wiederum an den Heiligen Nikolaus angelehnt ist. Daraufhin wurde aus dem evangelischen Christkind ein katholisches und den Protestanten bringt doch wieder der Weihnachtsmann die Geschenke. Wie gesagt: Es ist verwirrend!

Stiefel raus, es ist Nikolaus!

Apropos, Nikolaus: Dass wir am 6. Dezember den Nikolaustag feiern, verdanken wir einem Bischof: Es wurde überliefert, dass Nikolaus von Myra, dem heutigen Demre in der Türkei, im 4. Jahrhundert zum Bischof geweiht wurde und an einem 6. Dezember gestorben ist. Als Schutzpatron und Helfer der Armen soll er drei arme Mädchen gerettet haben, die ihr Vater in seiner finanziellen Not zur Prostitution nötigen wollte. Nikolaus von Myra soll jeder Tochter Geld bzw. einen goldenen Apfel für ihre Aussteuer in ihren Stiefel, die vor der Tür standen, gesteckt und ihnen damit die Möglichkeit zu einer standesgemäßen Heirat ermöglicht haben.

Deshalb ist es auch Brauch, am Vortag, also dem 5. Dezember, die Stiefel vor die Tür zu stellen. Es gibt aber auch eine Variante der Geschichte, in der Nikolaus von Myra die Geschenke durch den Kamin oder durchs Fenster warf, weshalb in Amerika zu Weihnachten Strümpfe beispielsweise an den Kaminsims gehängt werden.

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