Abtauchen in Plastik - Fotoprojekt macht Müllproblem deutlich

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Man kennt die Bilder von verendeten Walen, in deren Mägen Unmengen von Plastik gefunden wurden, und auch von Vögeln, Schildkröten und Robben, die sich in Plastikmüll verheddern und schließlich sterben. Wie man auf ganz andere Art auf das universelle Problem aufmerksam machen kann, zeigt eine britische Künstlerin.

Laut dem Naturschutzbund Deutschland landen jedes Jahr um die 7,5 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Weltmeeren, wobei 90 Prozent davon auf den Meeresboden sinken und damit erst einmal aus unserem Blickwinkel verschwinden. Schon heute weiß man, dass das Plastik über die Nahrungskette auch wieder von den Menschen aufgenommen wird, dazu verenden jährlich eine Million Meeresvögel und 135.000 Meeressäuger an Kunststoff.

"Extrem erschreckende Werte": So gefährlich ist Plastik wirklich

Jedes Jahr landen rund 7,5 Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen (Symbolbild: Getty Images)

Jeder kann etwas beitragen

Um Menschen dazu zu bewegen, selbst zum Plastikmüllsammler zu werden, hat die Londoner Fotografin Elisabeth Hoff in diesem Jahr eine besondere Kampagne aufgezogen. Die studierte Meeresbiologin arbeitet normalerweise für die Fashion- und Beauty-Industrie und hat die dort vorherrschende Ästhetik kurzerhand übertragen. “Drowning in Plastic“ nennt sie die Serie, in der die Models in einem vor Plastikmüll berstenden Meer schwimmen.

Die Botschaft dahinter ist klar: Irgendwann ertrinken nicht mehr nur die Meeresbewohner in Kunststoff, sondern wir alle. Weshalb der Ausruf lautet: “Be part of the solution, not the pollution.“ (zu deutsch: “Sei Teil der Lösung, nicht der Verschmutzung.”)

Alternative Aufbewahrung: Tipps für weniger Plastik in der Küche

Ein britisches Event dokumentiert den Ist-Zustand

Das Problem mit dem Plastikmüll wird sich in den kommenden Jahren vermutlich noch verschlimmern und muss dringend angegangen werden. In Großbritannien findet deshalb jedes Jahr ein Event namens The Great British Beach Clean statt, das von der Marine Conservation Society veranstaltet wird.

Vom 20. September an sind Freiwillige drei Tage lang aufgerufen, an einem 100 Meter langen Strandabschnitt ihrer Wahl den dort gefundenen Plastikmüll einzusammeln und zu dokumentieren, wie viel es ist. Im vergangenen Jahr fanden die rund 15.000 Freiwilligen ganze 8550 Kilo Plastikmüll an 494 Stränden. Im Schnitt wurden so 600 Plastikteile pro 100 Meter Strand gefunden. Man kann also nie genug dafür tun, um die Menschen wachzurütteln und auf den Plastikmüll aufmerksam zu machen.

VIDEO: Mikroplastik im Trinkwasser