Alltagsfrage: Warum gibt es kein gelbes Licht an der Fußgängerampel?

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Ein gelbes Licht an der Fußgängerampel könnte hilfreich sein. (Bild: Getty Images)

Fußgängerampeln können tückisch sein: Weil die Grünphasen von Ampel zu Ampel völlig unterschiedlich lang sind, ist es häufig schwer einschätzbar, ob man es noch über die Straße schafft. Schaltet die Ampel bereits kurz nach Betreten der Straße auf Rot, lassen rücksichtslose Autofahrer schon bedrohlich den Motor aufheulen.

Eine gelbe Lampe könnte Abhilfe schaffen – aber die gibt es nur für Autofahrer. Dabei könnte das Signal gerade für ältere Menschen hilfreich sein, die Schwierigkeiten haben, sich beim Überqueren der Straße zu beeilen.

Gelbphase ist Räumphase – aber nicht zwingend nötig bei Fußgängerüberwegen

Klar, eine Gelbphase könnte vielerorts dabei helfen, die verbleibende Zeit auf der Straße besser einzuschätzen. Für Kraftfahrzeuge mit einem gewissen Bremsweg ist das auch essentiell. Doch die Erfahrung der Stadtentwickler sowie die Unfallstatistik besagt, ein Gelbsignal für Fußgänger ist nicht zwingend nötig.

Weil die Signalfarben Rot und Grün bereits für andere Verkehrsmittel – vor allem bei der Eisenbahn – genutzt wurden und früher mit den damaligen Gaslampen noch kein zuverlässiges Gelb erzeugt werden konnte, übernahm man für die ersten Ampeln das Rot und Grün also einfach – und dabei blieb es bis heute.

Düsseldorf hat Gelbphasen für Fußgänger

Eine Ausnahme bildet Düsseldorf: Dort haben Fußgängerampeln seit 1953 eine Gelbphase, die nach dem gleichen Prinzip funktioniert wie bei Autofahrern. Weil das Gesetz dies bei Fußgängerampeln aber nicht vorsieht, hat die Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen das gelbe Licht seitdem als Modellversuch deklariert, wie die “Rheinische Post” schreibt. In der bundesweit geltenden Straßenverkehrsordnung ist jedoch geregelt, dass eine Fußgängerampel die Farben Rot und Grün trägt – und daran soll sich auch so schnell nichts ändern.

Für Nicht-Düsseldorfer sind die drei Lampen an der Fußgängerampel ein ungewöhnlicher Anblick. (Bild: Getty Images)

Countdown-Ampeln sind keine Alternative

In anderen Ländern sind Fußgängerampeln häufig anders gestaltet: Vielerorts gibt es einen Countdown, der den Fußgängern anzeigt, wie viele Sekunden ihnen zum Überqueren der Straße noch bleiben – oder wie lange sie noch warten müssen. Wie die “Süddeutsche Zeitung” schreibt, birgt dieses Modell aber Tücken: Studien sollen gezeigt haben, dass lange Wartezeiten die Wartenden zum Überqueren bei Rot verleiten. Außerdem sollen die Countdown-Ampeln fehleranfällig sein.

Schon 2013 setzte sich die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) mit der Frage auseinander, ob es ein sinnvolleres Ampelmodell für Fußgänger geben könnte. Dabei kam man zu dem Ergebnis, die Signalfolge Grün-Rot-Grün beizubehalten – und nicht wie in Düsseldorf eine Gelbzeit einzuführen.