Alltagsfrage: Warum kann man sich nicht selbst kitzeln?

Jennifer Caprarella
Freie Autorin

Die meisten Menschen sind an irgendeiner Stelle ihres Körpers kitzelig. Doch nur, wenn die Hände von jemand anderem am Werk sind. Sich selbst kitzeln - das kann niemand. Woran liegt das eigentlich?

Besonders Kinder sind kitzelig - viele Erwachsene aber auch noch. Selbst kitzeln funktioniert allerdings bei niemandem (Symbolbild: Getty Images)

Ja, auch mit dieser Frage hat sich die Wissenschaft eingehend befasst. Ein britisch-kanadisches Forscher-Team hat schließlich die Antwort entdeckt: Beim Versuch, sich selbst zu kitzeln, bleibt der Überraschungseffekt aus.

Auf fremde Berührungen reagiert der Körper anders

Dass wir überhaupt kitzelig sind, wenn es durch Fremdberührung stattfindet, liegt daran, dass unser Körper vom dem Berührungsreiz überrascht wird. Da wir von unseren Urinstinkten darauf gepolt sind, bei unerwarteten Berührungen mit schneller Bewegung zu reagieren, die früher dem Fluchtreiz diente, zuckt unser Körper zusammen.

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Auch das Lachen, das mit Kitzeln einhergeht, erklären sich manche Forscher damit, dass der Körper die Berührung zunächst wie eine Bedrohung deutet: Durch Lachen wird die entstandene Spannung wieder abgebaut. Andere sehen das Losprusten als simplen Reflex auf eine Kitzelattacke.

Körpereigene Reize werden vom Gehirn ausgeblendet

Klarer sieht die Beantwortung der Frage aus, warum das Kitzeln beim eigenen Körper nicht funktioniert. Nähert sich die eigene Hand dem Körper, berechnet unser Gehirn den Zeitpunkt des Kontaktes mit der Haut voraus und schickt entsprechende Signale an das zentrale Nervensystem. Das sorgt dafür, dass die Nervensignale an der betroffenen Stelle gedämpft werden.

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Sinn und Zweck des Ganzen: In der Fülle an Reizen, die ständig auf unser Nervensystem hereinprasseln, kann unser Gehirn priorisieren und sich besser auf diejenigen konzentrieren, die möglicherweise eine Gefahr darstellen könnten. Unwichtigere Reize, die von selbst ausgelöst werden, blendet es ein wenig aus.

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