Backen mit Gemüse: Schmeckt das noch oder ist das nur gesund?

Antonie Hänel
Freie Autorin

Karotten im Kuchen, Kartoffeln im Strudel und rote Bete in den Brownies: Was auf den ersten Blick wirkt wie eine unangenehmer Versuch, sich gesünder zu ernähren, macht auf den ersten Bissen durchaus Sinn.

Was mit Karotten funktioniert, geht auch mit Zucchini, roter Beete - oder sogar Sauerkraut. (Bild: Getty Images)

Smoothies statt Frühstück, Detox statt Alkohol – und jetzt auch noch Gemüsekuchen statt Kalorienbomben? Ja, bitte! Die Dessertkarte bedient sich neuerdings im Gemüsegarten und hat schon einige Kreationen in die Kuchenauslage gebracht, die sich mittlerweile großer Beliebtheit erfreuen. Wir sagen nur: Karottenkuchen.

Kuchen mit Gemüse klingt natürlich gesünder als Doublechocolate-Cheesecake-Brownies mit Sahne. Aber ist es das wirklich? Kommt drauf an, wie viel Kompromisse man beim Backen eingehen möchte. In erster Linie sorgt da Gemüse im Kuchen aber nicht für Vitamine, sondern für eine besonders tolle Konsistenz. Das heißt aber nicht, dass ihr auf Zucker und Butter verzichten müsst.

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Kartoffeln machen sich zum Beispiel im Nusskuchen oder Strudel sehr gut und sorgen dafür, dass der Teig saftig, aber nicht matschig wird. Zucchini sorgen für eine gute Textur und ein feines Aroma – und können teilweise das Fett ersetzen.

Rote Bete passt wunderbar zu Schokolade und sorgt ebenfalls für besondere Saftigkeit. Und Karotten und Kürbis bringen eine eigene, feine Süße ins Spiel.

Experimentierfreudige Gemüseback-Anfänger können ihrem Rührteig für den Anfang einfach geraspeltes Gemüse hinzufügen. Wer auch den Rest des Kuchens so gesund wie möglich gestalten will, findet für fast alle “ungesunden” Zutaten mittlerweile Ersatz.

So wird es wirklich gesund

Zucker lässt sich mit Zuckerersatzstoffen wie Xylit oder natürlichen Alternativen wie Honig, Früchten oder zerdrückten Bananen ersetzen. Statt Butter nimmt man pflanzliche Öle oder Nussmuss. Und statt Weizenmehl greift der bewusste Zuckerbäcker zu Vollkornmehl oder Haferflocken – oder eben fein geriebenem Gemüse. So wird der Kuchen sogar “Low Carb”.

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Allerdings Vorsicht: Wer seinen Lieblingskuchen nach dem konventionellen Rezept backen möchte, muss improvisieren. Die Menge der Ersatzzutaten unterscheidet sich von den Originalzutaten. Besser gleich ein Rezept suchen, das etwa mit Zuckerersatz oder Nussmuss arbeitet, sonst müsst ihr einige misslungene Probekuchen einplanen.

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