Berlin Fashion Week: Lena Hoschek wühlt ungeniert im Herren-Kleiderschrank

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Auf der Berlin Fashion Week zeigte Lena Hoschek ihre Herbst/Winter-Kollektion 2019/20 unter dem Motto “Men at Work”. Dafür hauchte die österreichische Designerin nicht nur der klassischen Herrengarderobe jede Menge Weiblichkeit ein, sondern feiert auch eine Premiere: Erstmals knöpfte sich Hoschek das Material Denim vor und zeigte Jeans, die ihrem weiblichen Figur-Ideal entsprechen.

Im Herbst Winter 19/20 vergreift sich Lena Hoschek an konventionellen männlichen Rollenbildern. (Bild: Getty Images)

Nach der Runway Show von Lena Hoschek war das Verlangen groß, die nächste Saloon-Tür aufzustoßen, sich ein Bier zu bestellen und anschließend auf den Tischen zu tanzen. Nicht nur die Country- und Westernklänge ließen das Wild West-Feeling aufkommen, sondern auch die Neuinterpretation klassischer Herrenschnitte, die vom Hut über Hemden, Kleider und Overalls bis zu Brogue-Schuhen sichtbar wurden – und sich selten weiblicher zeigten.

Liebe zum Detail: Zu weißen Hemden tragen die Models Hosenträger, Krawatten und Paperboy Caps. (Bilder: Getty Images)

Die neue Business Class

Die weißen Hemden mit Button-Down-Kragen sind figurnah geschnitten und stecken (zusammen mit der Krawattenspitze) in Bleistiftröcken mit aufgesetzten XL-Taschen, die von Industriearbeitern inspiriert wurden. Genauso gut passt der Herrenklassiker zum weit ausgestellten Taillenrock, der aus italienischem Krawattenstoff gefertigt wird. An Lässigkeit gewinnen die Looks durch die Paperboy Caps sowie die Hosenträger.

Lena Hoschek hat bei der Wahl ihrer Models zumindest in Sachen Alter mehr Vielfalt auf dem Laufsteg zugelassen. (Bilder: Getty Images)

The Gentlewoman

Der klassische Männer-Dreiteiler verwandelt sich bei Lena Hoschek in ein scharf geschnittenes Kostüm.

Berlin Fashion Week: Lena Hoschek schließt die Show mit einem besonderen Walk

Wärmende Jacketts mit großen Taschen aus feinsten Materialien ersetzen in der nächsten Kälte-Saison Jeans- oder Lederjacken und werden mit farblich abgestimmten Taillengürtel kombiniert. Das i-Tüpfelchen: die in Handarbeit entstandenen Herrenhüte.

Lena Hoschek setzt auch auf Western-Elemente wie Fransen und Rodeo-Muster. (Bilder: Getty Images)

Auf zum (Fashion)-Duell!

Rodeo-Hemden werden zu bodenlangen Kleidern mit durchgehender Knopfleiste, Blümchen-Prints und vergoldeten Kragenspitzen oder zeigen sich als feine Blusen in erdigen Farben mit Boho-Fransen als Western-Finish.

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Premiere feiert Lena Hoschek mit Denim, das sie in der Herbst/Winter-Kollektion 2019/20 erstmals verarbeitet.

Westen dürfen in der Herbst/Winter-Saison 2019/20 auch für sich alleine stehen. (Bilder: Getty Images)

Go West: Kombinationstalent

Zu weit ausgestellten, schwingenden Röcken oder über der Bluse zum taillierten Jeansrock: Zugeknöpfte Westen lösen elegante Tops ab. In der lässigen Variante werden klassische Anzugwesten zu Hemden mit einem anderen Muster kombiniert – wie hier als Streifenvariante zum Karo-Hemd.

Der gemütliche Alltags-Look: Jumpsuits sind zurück. (Bilder: Getty Images)

Karrieresprung: Jumpsuits sind zurück

Langärmelig, über und über mit Taschen versehen und in einem bequemen Oversize-Schnitt: Die Jumpsuits greifen einen Klassiker der damaligen Arbeiterkleidung auf und zeigen sich in leuchtendem Senfgelb oder im dunkelgrünen Army-Style mit gedecktem Blumen-Print.

Lena Hoscheks Ziel war es, Jeans mit perfekter Passform zu designen. (Bilder: Getty Images)

Lena Hoschek knöpft sich Denim vor

Erstmals hat die österreichische Designerin in einer Kollektion Denim verarbeitet. „Wir haben ewig am perfekten Schnitt gefeilt um eine Jeans zu kreieren, die meinem Figurideal entspricht.

Berlin Fashion Week: Rebekka Ruétz mit dem bequemsten Laufsteg

Eine Jeans, die super Kurven, einen tollen Hintern und eine schlanke Taille macht”, so die österreichische Designerin.

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