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Better Life: Vorsicht, giftig - warum Xylit für Hunde gefährlich ist

Für Menschen gilt Xylit als gesunder Zuckerersatz - für Hunde ist er gefährlich. Wir verraten, welche Menge für eine Xylit-Vergiftung bereits reicht, was die Folgen sind und woran man sie erkennt.

Xylit oder Birkenzucker ist bei Menschen beliebt - für Hunde aber giftig (Symbolbild: Getty Images)
Xylit oder Birkenzucker ist bei Menschen beliebt - für Hunde aber giftig (Symbolbild: Getty Images)

Xylit ist buchstäblich in aller Munde: Als kalorienarmes und zahnfreundliches Süßungsmittel ist Xylitol, oft auch Birkenzucker oder nur Xylit genannt, schon lange bekannt, erfährt seit einigen Jahren aber neue Beliebtheit. In einer Zeit, in der das Bewusstsein um die gesundheitlichen Folgen von Zuckerkonsum wächst, sind Alternativen gefragt, und anders als andere Süßstoffe ist Xylit geschmacklich nahe am Zucker und hat dabei anders als natürliche Zuckerersatzprodukte einen so niedrigen glykämischen Index, dass er sogar für Diabetiker geeignet ist.

Hergestellt wird es aus pflanzlichem Material wie Birkenrinde - daher der Name Birkenzucker - oder Maisfasern und wird im Handel als weiße Pulver oder Dragees zum Backen oder Süßen angeboten. Vielen Produkten wie Kaugummi, zuckerfreien Bonbons, Diabetikerprodukten oder sogar Mundspülungen ist er teilweise reichlich zugesetzt, und einige Lebensmittel wie Mais oder Steinobst enthalten Xylit auch von Natur aus.

So giftig ist Xylit für Hunde

Doch während Xylit für Menschen - bis auf eine leicht abführende Wirkung - unschädlich ist, sollten Hundebesitzer auf der Hut sein: Für Hunde ist Xylit hochgiftig. Denn während das Süßungsmittel den Blutzucker beim Menschen kaum beeinflusst, verursacht Xylit beim Hund eine rapide, übermäßige Ausschüttung von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse.

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Dies führt zu Hypoglykämie - ein Abfall des Blutzuckerspiegels, der unbehandelt lebensbedrohlich sein kann.

So viel Xylit reicht für eine Vergiftung beim Hund aus

Die Menge Xylit, die ein Hund hierfür zu sich nehmen müsste, hängt stark von der Größe und in geringerem Maße auch vom Stoffwechsel des Tieres ab. Dem Gesundheitszentrum für Kleintiere in Lüdinghausen zufolge reicht jedoch schon eine Menge von 0,1 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht für einen starken Abfall des Blutzuckerspiegels.

Ab 0,5 Gramm pro Kilo wird es richtig gefährlich - hier droht Leberversagen. Je größer die Menge an gefressenem Xylit, desto höher ist das Risiko für den Hund. Für einen mittelgroßen Hund reichen also schon wenige Kaugummis oder Bonbons aus.

Wenn Hunde Dinge naschen, in denen Xylit enthalten ist, sollte sofort ein Tierarzt konsultiert werden (Symbolbild: Getty Images)
Wenn Hunde Dinge naschen, in denen Xylit enthalten ist, sollte sofort ein Tierarzt konsultiert werden (Symbolbild: Getty Images)

Hund hat Xylit gefressen: Symptome und Maßnahmen

Die Anzeichen einer Xylit-Vergiftung beim Hund machen sich in der Regel 15 bis 30 Minuten nach dem Fressen vom Birkenzucker bemerkbar. Dazu gehören:

  • Erbrechen

  • Schwäche

  • Teilnahmslosigkeit

  • Koordinationsprobleme beim Laufen oder Schwanken beim Stehen

  • Zittern

  • Krampfanfälle

  • nach einer Weile im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit

Hat ein Hund Xylit gefressen, sollte umgehend ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. Auf keinen Fall sollten auf eigene Faust Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden, wie beispielsweise den Hund zum Erbrechen zu bringen - dies kann den Blutzuckerspiegel zusätzlich senken. Auch weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen wie dem Hund Honig oder Traubenzuckerlösung auf die Mundschleimhäute zu schmieren, um eine Unterzuckerung auf einem womöglich längeren Weg in die Tierklinik zu vermeiden, sollten nur unter Rücksprache mit dem Tierarzt erfolgen.

Wie bei vielen Dingen haben Hunde übrigens keinen Selbstschutz, wenn es süße Leckereien geht - die meisten fressen, was ihnen vor die Nase kommt. Xylit-haltige Lebensmittel sollten also nicht frei zugänglich für den Hund herumliegen und ihm schon gar nicht angeboten werden.

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