Das gehört auf keinen Fall in die Papiertonne

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Nicht aller Müll lässt sich vermeiden und wenn man ihn recyceln kann, ist der Schaden für die Umwelt zumindest begrenzt. Allerdings ist die Entscheidung, was in den Restmüll gehört und was nicht, nicht immer einfach. Gerade, wenn es um Papiermüll geht, ist die Verwirrung häufig groß.

Welche Papierprodukte dürfen im Papiermüll landen? (Bild: Getty Images)

Was ist mit Taschentüchern?

Taschentücher gehören genau wie Servietten, Küchenpapier und überhaupt alles, was mit Körperhygiene zu tun hat oder in der Küche benutzt wird, nicht in den Papiermüll. Der Grund dafür ist nicht die Beschaffenheit des Materials, sondern eher, womit die Einwegtücher in Kontakt gekommen sind. Als hygienische Maßnahme sollte man Tücher, die mit Viren und Bakterien in Berührung gekommen sind, ausschließlich als Restmüll entsorgen, der verbrannt wird.

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Tickets, Kassenbons, Fahrscheine

Mit Papieren wie Kinokarten, U-Bahn-Fahrscheinen, Parktickets und Kassenbons hat jeder von uns nahezu täglich zu tun, doch auch sie gehören nicht in die Papiertonne. Sie bestehen oft aus so genanntem Thermopapier. Dieses Papier kann die gefährlichen Bisphenole A oder S enthalten, die im Verdacht stehen, das Erbgut zu schädigen, weshalb man Konzertkarten und ähnliches auch nie Kindern zum Spielen in die Hand drücken sollte, die es zusätzlich noch in den Mund stecken könnten. Darüber hinaus stören die Chemikalien auch den Papierprozess, weshalb Thermopapier von den Papier-Entsorgern aussortiert wird. Erkennen kann man das Thermopapier, indem man mit dem Fingernagel darüberkratzt. Wird dabei ein grauer oder schwarzer Strich sichtbar, handelt es sich im Thermopapier. Danach sollte man sich unbedingt die Hände waschen.

Backpapier

Durch die Beschichtung, die meistens aus Teflon besteht, ist Backpapier nicht wasserlöslich und kann darum auch nicht recycelt werden. Dasselbe gilt für alle Papiere, die mit Kunststoff beschichtet sind, wozu zum Beispiel auch bestimmte Geschenkpapiere zählen, komplette Hochglanzzeitschriften oder manchmal auch nur der Umschlag von Magazinen. Kopierpapier hat ebenfalls oft eine beschichtete Verpackung. Fotopapier gehört immer in den Restmüll.

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Tiefkühlverpackungen

Wer Erbsen, Himbeeren, Fischstäbchen oder andere Tiefkühlprodukte kauft, die abgesehen von der äußeren Verpackung nicht noch zusätzlich verpackt sind, hat es mit beschichteten Verpackungen zu tun. Diese gehören wie alle beschichteten Papiere nichts ins Altpapier. Außer Tiefkühlprodukten gibt es aber noch andere Lebensmittel wie Nudeln oder Reis, die ebenfalls oft in beschichteten Verpackungen verkauft werden.

Pizzakartons

Pizzakartons gehören aus zweierlei Gründen nicht ins Altpapier: Erstens, weil sich in ihnen oft Fettflecken oder Essensreste finden und zweitens, weil sie mitunter mit einer fettabweisenden Beschichtung versehen sind. Dasselbe gilt zum Beispiel auch für Pappteller oder die Pappunterlagen für Kuchen zum Mitnehmen.

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