Der neueste Fashion-Trend ist gar nicht so neu

Chiffon oder Strick, Pastell oder Neon – was ist in diesem Frühling eigentlich angesagt? Wer jetzt ins nächste Geschäft rennen möchte, um die neuesten Frühjahrstrends abzugreifen, kann sich entspannt zurücklehnen. In dieser Saison lautet die Frage nämlich nicht “Was ist neu?”, sondern “Was ist alt?” Mit Aufräumkönigin Marie Kondo haben sich auch neue Shopping-Gewohnheiten in unsere Kleiderschränke geschlichen – nämlich gar keine! No-Buy heißt der neue Trend und veranlasst uns dazu, einen genauen Blick in unsere alte Garderobe zu werfen. 

Ein tiefer Blick in den Kleiderschrank reicht für den neuen No-Buy-Trend (Symbolbild: Getty Images)

“Ich dachte, ich hätte das weggeschmissen” oder “Wow, wusste gar nicht, dass ich dieses Teil noch besitze” – es wird mit Sicherheit ein paar Aaahs und Ooos geben, wenn du dich dazu entschließt, die düstersten Ecken deines Kleiderschrankes zu erforschen. Aber genau darum geht es beim neuesten No-Buy-Trend. Was auch immer du aus deiner alten Garderobe entstauben und wiederverwerten kannst, wird neuen Klamotten vorgezogen.

Auch unter Stars und Royals macht sich dieser Trend breit. Herzogin Kate ist die Königin des Recyclings und trägt ihre Kleider oft nicht nur einmal, manchmal sogar zwei oder drei Mal – selbst bei aktuellen Anlässen. Und auch Herzogin Meghan führt Lieblings-Pieces öfter als nur einmal aus. Man denke nur an ihre khakifarbene Jacke von J.Crew oder ihre Samt-Boots von Tabitha Simmons. Und auch Lady Gaga beeindruckte jüngst mit einem No-Buy, als bei der Oscar-Verleihung ein Diamant an ihrem Hals baumelte, der zuletzt von Audrey Hepburn für Fotoaufnahmen für “Frühstück bei Tiffany” getragen wurde.

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Dieses Kleid von Alexander McQueen hat Herzogin Kate nicht nur einmal getragen (Bild: Getty Images)

Es ist an der Zeit, nun ebenfalls diesem Trend zu folgen. Denn alleine 2018 haben die Deutschen laut “statista” mit Bekleidung rund 59 Milliarden Euro umgesetzt. 59 Milliarden Euro! Das muss man sich erst mal auf der Zunge zergehen lassen. Deshalb schadet es auch niemandem, auch ein bisschen Marie Kondo zu sein. Dafür müsst ihr euch nur Folgendes fragen: Welche Kleidungsstücke bereiten euch wirklich Freude? Wenn euer Kleiderschrank überquillt, werdet ihr beim Aussortieren vermutlich Dinge entdecken, die bereits lange in Vergessenheit geraten sind – und plötzlich trägt man sie wieder und irgendwie sind sie dann doch wieder neu.

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Beim No-Buy-Trend geht es nicht nur darum, seinen eigenen Schrank auszumisten und alte Klamotten zu recyclen, sondern auch die Garderobe der Schwester oder Freundin zu erforschen. Sie wird ihre sonnengelbe Bluse vielleicht nicht mehr mögen, du findest sie aber toll und weißt, dass sie perfekt zu deinem schwarzen Plisseerock passen würde. Eine Hand wäscht die andere, dein Outfit ist neu und ihr habt beide Geld gespart.

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Diese fünf Tipps helfen dir dabei, beim No-Buy-Trend das Meiste herauszuholen:

Richtig aussortieren

Wetten, dass es Dinge in deinem Kleiderschrank gibt, die du seit Jahren nicht mehr gesehen hast? Wenn dein Kleiderschrank überquillt, ist es an der Zeit auszumisten. Lege alles erst mal aufs Bett und vergewissere dich, dass du nur die Sachen behältst, die dir Freude bereiten. Du wirst sehen: Plötzlich hast du ein völlig neues Blümchenkleid, das du vor fünf Jahren im Sale gekauft hat, und sogar eine neue Jeanshose.

Aufwerten ist alles

Ein Gürtel, ein Haarband oder auch eine ausgefallene Handtasche können aus einem simplen Outfit einen völlig neuen Look machen. Bist du sicher, dass du alle Accessoires kennst, die sich in deinem Schrank verstecken?

Reparieren statt wegschmeißen

Der Absatz von deinem Lieblings-Manolo-Schuh ist abgebrochen und der Reißverschluss an deinem Trenchcoat, den du letztes Jahr gekauft hast, ist kaputt. Statt diese Dinge zu entsorgen oder sie weiter nur im Schrank hängen zu lassen, bringe sie zur Reparatur. Der Gang zum Schneider oder zum nächsten Schuhdienst lohnt sich – und kostet dich fast nichts.

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Verkaufen

Du musst Dinge, die du nicht mehr trägst, nicht wegschmeißen. Es gibt zwei Möglichkeiten: spenden oder verkaufen. Gut erhaltene Stücke finden leicht einen Abnehmer auf eBay oder in Vintage-Shops.

Swapen

Swapen statt spenden: Warum nicht eine Art Tupperparty veranstalten, allerdings nicht mit Tupperware, sondern mit Klamotten? Deine Freundinnen nehmen zur Swap Party mit, was sie nicht mehr brauchen, und du hängst deine Sachen raus, die du loswerden möchtest – und dann wird so lange getauscht, bis du wieder ein völlig neues Outfit hast.

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