Die schrägen Blüten des Verpackungswahns

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Von Biogurken in Plastikfolie über geschälte und vorgeschnittene Zwiebeln bis zu Geschenkboxen, in denen jedes winzige Schokoladentäfelchen noch einmal extra in Kunststoff verpackt ist, begegnet man dem Verpackungswahn in Supermärkten an jeder Ecke. Das WDR Verbrauchermagazin „Markt“ hat ein Produkt entdeckt, das gleich auf mehrfache Weise negativ auffällt.

Eier werden normalerweise in Pappe verpackt, in seltenen Fällen in Plastik - ein Produkt trieb den Verpackungswahn noch auf die Spitze (Symbolbild: Getty Images)

Eier werden normalerweise in Pappverpackungen verkauft, sind proteinreich und können auf verschiedene Arten leicht zubereitet werden. Viel mehr muss man dazu eigentlich nicht sagen, es sei denn, man ist als Vermarkter der Meinung, dass bei der Verkaufsförderung mehr einfach mehr ist.

Rewe will Umweltbewusstsein zeigen – und endet im Shitstorm

Wenn Eier zu „Protein-Snacks“ werden

Das Social-Media-Team des WDR Verbrauchermagazins „Markt“ hat kürzlich ein Foto von einem Produkt gepostet, das in seiner Aufmachung fast schon absurd war. Mehr oder weniger hübsch in ganz viel Plastik verpackt konnten Kunden eines Rewe-Marktes im Westen Deutschlands einen „Protein Snack“ kaufen, der noch dazu ganz „ohne Farbstoffe“ auskommt. Normale Eier also, die aber schon vorgekocht und „mit Salz“ angeboten wurden. Überdies aus Bodenhaltung, was die Sache auch nicht besser machte.

Nur Vorkauen würde noch fehlen

In den Kommentaren fielen daraufhin Wörter wie „Kundenverdummung“ und „Kükenmord- und Plastikmüllprodukt“, der Marketingabteilung wurde übermäßiger Alkoholkonsum unterstellt und gefragt, ob die Eier eventuell auch schon vorgekaut wären. Natürlich wurde auch gefragt, wer diese ökologische Katastrophe tatsächlich kaufen würde und vor allem auch, warum Rewe so etwas überhaupt im Sortiment habe.

Wut über Plastikmüll: Getränkemarkt verbannt Plastikflaschen

Rewe will das Produkt so nicht mehr verkaufen

Auf Nachfrage teilte der Pressesprecher Thomas Bonrath mit, das aktuell nicht mehr verfügbare Produkt sei kein Eigenmarkenartikel und lediglich in einer von einem selbstständigen Kaufmann geleiteten Filiale verkauft worden. Dennoch habe man folgendes vereinbart: „Sollte das Produkt in Zukunft noch einmal ins Sortiment aufgenommen werden, dann nur in einer nachhaltigeren Verpackung.“

Video: Findet sich Mikroplastik auch im Trinkwasser?