DogPhone: Spielzeug lässt Hunde ihre Besitzer anrufen

·Freie Autorin
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Es gibt mittlerweile jede Menge Smart-Spielzeug, mit dem Hundebesitzer auch in Abwesenheit nach ihren Vierbeinern sehen können. Alle davon überlassen es hierbei dem Menschen, den ersten Schritt zu machen - bis jetzt.

Der eigene Hund ruft per Video-Call an? Eine Forscherin aus Glasgow sieht das in naher Zukunft (Symbolbild: Getty Images)
Der eigene Hund ruft per Video-Call an? Eine Forscherin aus Glasgow sieht das in naher Zukunft (Symbolbild: Getty Images)

Hunde haben über Jahrtausende der Domestizierung diverse Mittel und Wege gefunden, mit Menschen zu kommunizieren. Die Welt der Technik haben sie dabei noch nicht erobert, doch wenn es nach der Universität von Glasgow geht, gehören diese Zeiten bald der Vergangenheit an. Denn dort wurde ein Prototyp für das "DogPhone" entwickelt. 

DogPhone: Genau das, wonach es klingt

Der Name ist hier Programm: Tatsächlich handelt es sich dabei um ein Gerät, mit dem Hunde ihre Besitzer in deren Abwesenheit anrufen können. Ein hundemaulgerechter Softball muss hierfür bewegt werden - beispielsweise durch Schütteln - damit dieser ein Signal an einen Laptop sendet, der dadurch einen Video-Call initiiert. 

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Der Besitzer des Hundes kann diesen annehmen oder ablehnen. Wird der Call angenommen, kann der Besitzer seinen Hund sehen, hören und mit ihm sprechen, wie es andere Geräte ebenfalls bereits zulassen. Zudem können Menschen ihre Hunde auch selbst anrufen - abnehmen kann der Vierbeiner dann ebenfalls durch Bewegen des Balls. 

Die dazugehörige Studie wurde im Fachmagazin "Proceedings of the Association for Computing Machinery on Computer-Human interaction" veröffentlicht. "Die bestehende Technologie erlaubt einem, seine Haustiere nachzuverfolgen oder sie in Abwesenheit zu füttern, aber dabei hat der Hund keine richtige Wahl", zitiert "The Guardian" Studienleiterin Dr. Ilyena Hirskyj-Douglas. Hunden würde es aber gut tun, eigene Entscheidungen treffen zu können, behauptet sie weiter. 

Studienleiterin Ilyena Hirskyj-Douglas testete das DogPhone mit ihrem eigenen Hund Zack (Bild: Dr Ilyena Hirskyj-Douglas)
Studienleiterin Ilyena Hirskyj-Douglas testete das DogPhone mit ihrem eigenen Hund Zack (Bild: Dr Ilyena Hirskyj-Douglas)

Sie sieht das DogPhone als ersten Schritt in Richtung eines breiten Angebots an Technologie, die speziell für Tiere entwickelt ist. Zukünftig könnten sich Hunde beispielsweise gegenseitig anrufen.  

Gleichgültigkeit beim Hund, Sorge beim Menschen - wie sinnvoll ist das DogPhone?

Dass jedoch auch das DogPhone selbst noch nicht ganz marktreif ist, zeigt die Versuchsreihe, die Hirskyj-Douglas mit ihrem eigenen Hund, einem neunjährigen Labrador namens Zack, durchgeführt hat. 

"Hund rief mich an, schien aber nicht interessiert an unserem Telefonat und suchte stattdessen nach Gegenständen in seinem Bett", heißt es in dem Tagebuch, das zusammen mit der Studie veröffentlicht wurde. 

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Auch ein weiteres Problem wurde darin aufgeführt: Das fehlende Verständnis von Hunden für menschliche Termine. "Hund lief herum, wedelte mit dem Schwanz und legte sich hin. Ich war im Meeting und musste schnell auflegen", lautet ein weiterer Eintrag. Zudem räumt Hirskyj-Douglas ein, dass ein derartiges Gerät zwar Trennungsängste beim Hund lindern könne, allerdings neue Probleme beim Menschen schaffen könnte: Sie selbst sei gelegentlich besorgt gewesen, wenn sie länger nichts von Zack gehört hätte.

Nicht selten schienen die Interaktionen des Hundes mit dem Ball jedoch reiner Zufall zu sein anstatt echter Wünsche nach Telefonaten mit dem Besitzer. Hirskyj-Douglas zeigt sich davon recht unbeirrt: "Wir verstehen die Entscheidung, die der Hund trifft, vielleicht nicht. Aber das heißt nicht, dass er keine Wahl haben sollte. 

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