Say high! Eis von Ben&Jerry’s gibt es bald mit Cannabis-Wirkstoff

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Während in Deutschland strenge Gesetze für Produkte gelten, die Cannabidiol enthalten, sind andere Länder im Umgang damit entspannter. Die Eis-Marke Ben&Jerry’s will bald ein CBD-Eis auf den Markt bringen und folgt damit einem Trend, in dessen Fahrwasser auch schon Cannabis-Kaugummis und Kaffeekapseln vertrieben werden. Was allerdings noch fehlt, ist die Zustimmung der US-Behörden.

Wer Eis von Ben&Jerry’s mag, mag es gerne etwas wilder: Mit großen Keksstücken oder rohem Kuchenteig versetzt, mit Salzbrezeln oder riesigen Karamellstraßen durchzogen kommt das Eis der Marke daher, die zum riesigen Lebensmittel-Konzern Unilever gehört. Im Hinblick auf neue Sorten schon immer ein Vorreiter setzen die Amerikaner jetzt noch einen obendrauf: In den USA soll es bald ein Eis zu kaufen geben, das CBD enthält.

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Hanf ja, aber keine berauschende Wirkung

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol und ein Extrakt aus der Hanfpflanze, das vor allem als Öl vertrieben wird. Anders als medizinisches Cannabis enthält es kaum psychoaktives THC und wird von der Weltgesundheitsorganisation WHO als gut verträglich eingeschätzt. Es macht also nicht high, sondern soll eine beruhigende Wirkung auf die Konsumenten haben. Die Gefahr einer möglichen Sucht schließen die Experten aus, jedoch ist noch nicht geklärt, ob es in Kombination mit Medikamenten zu Nebenwirkungen kommen kann. Cannabidiol wird nachgesagt, entkrampfend, schmerzstillend und entzündungshemmend zu wirken, und auch bei Stress gute Dienste zu leisten.

Zu den Eissorten von Ben&Jerry's gesellt sich nun auch Cannabis. (Symbolbild: Getty Images)

Noch ist CBD in Lebensmitteln in den USA nicht erlaubt

Bevor das Eis in den USA auf den Markt kommt, muss erst noch die zuständige “Food and Drug Administration“ grünes Licht geben, die den Einsatz von CBD in Lebensmitteln und Getränken bislang noch verbietet. Eine erste Anhörung mit Experten zu einer möglichen Legalisierung von CBD fand jedoch am 31. Mai statt. Der Verkauf von CBD in Ölen und Nahrungsergänzungsmitteln ist dagegen in den meisten Staaten in den USA seit zwei Jahren zugelassen - und das sogar in Staaten, die THC nicht legalisiert haben. Cannabis ist in den USA auf Bundesebene noch immer illegal, egal ob man nur anbaut oder kifft. Den US-Gliedstaaten steht es jedoch frei, vom Bundesrecht abzuweichen. So ist zum Beispiel Cannabis-Konsum in Michigan legal, in Utah darf THC nur zum medizinischen Gebrauch verkauft werden. Der jüngste Teilstaat der USA, der die Gesetzgebung zum Cannabis-Konsum gelockert hat, ist New Mexico.

Was ist mit CBD-Produkten in anderen Ländern?

Während andere CBD-haltige Produkte in vielen Staaten Europas frei verkäuflich sind, schaut man in Deutschland genauer hin. Alle Produkte, deren THC-Gehalt höher ist als 0,2 Prozent, dürfen nicht verkauft werden. Zuletzt gab es Ärger um Cannabidiol-Öle, die es seit dem vergangenen Jahr bei dm und Rossmann gab und bei denen zwischenzeitlich nicht klar war, ob sie verkauft werden dürfen. Bei dm ist das Öl mittlerweile wieder erhältlich, bei Rossmann nicht.

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Wird CBD in Lebensmitteln erlaubt, wird sich der Trend noch fortsetzen

Ben&Jerry’s jedenfalls scheint ziemlich sicher zu sein, dass das CBD künftig auch in Getränken und Nahrungsmitteln eingesetzt werden darf und auch die Konzerne Walmart und Target sollen schon mit eigenen Cannabis-Produkten planen. Wer in Deutschland nach entsprechenden Produkten sucht, findet neben Cannabidiol-Ölen auch CBD-haltige Kaffeekapseln, die kompatibel mit Nespresso-Maschinen sind, oder CBD-Matcha-Tee.

Und auch Kosmetik-Fans erfreuen sich an einer großen Auswahl von Produkten, die CBD beinhalten.

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