Ekliges Geheimnis: Was du bei einer Feige alles mit isst

Antonia Wallner
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Eine Feige ist eine Frucht. Und damit rein pflanzlich. Oder etwa doch nicht? Tatsächlich besitzen Essfeigen einen ganz besonderen Mechanismus von Mutter Natur, bei dem sich der eine oder andere Veganer und Vegetarier wohl an seinem Stück verschluckt.

Tasty organic figs at local market
Die Feige verfügt über einen speziellen Mechanismus von Mutter Natur. (Bild: Getty Images)

Zwischen August und Oktober hat die Feige in ihren Anbaugebieten Hochsaison und schmeckt auch bei uns im Handel besonders aromatisch und süß. Aber wusstet ihr, dass die Feige eigentlich gar keine Frucht ist? Die exotische Knolle ist nämlich eine in sich gekehrte Blüte. Und nicht nur das: Die Feige killt auch Insekten.

Komplexe Befruchtung, die zur Todesfalle wird

Wie sie das macht? Durch ein kompliziertes System von Mutter Natur. Um sich fortzupflanzen, muss natürlich auch die Feige, wie alle Blumen, bestäubt werden. Dafür ist diesmal aber keine Biene, sondern eine spezielle Wespenart zuständig, die sogenannten Feigenwespen.

Nun hat aber die Essfeige nur weibliche Blüten. Für die Befruchtung muss die Wespe aber vorher eine männliche Blüte anfliegen. Dafür muss das Insekt einen Umweg nehmen und die zweite große Feigenart, die Bocksfeige, finden, die sowohl über männliche als auch über weibliche Blüten verfügt. Das große Problem dabei: Die weiblichen Blüten der Essfeigen sind sehr eng gebaut. Schafft es die Wespe dort hinein, kommt sie in den meisten Fällen nicht lebendig wieder hinaus. Nach der Bestäubung stirbt das Insekt in der Feige.

Hackfleisch braten: Diesen Fehler machen die meisten

Die kuriose Krux ist, dass sowohl Wespe als auch Feige aufeinander angewiesen sind. Denn die Wespen legen in den männlichen Bocksfeigen-Blüten ihre Eier ab. Die gibt es nur dann in ausreichender Zahl, wenn die Tiere genügend weibliche Blüten bestäuben. Und wenn sich die Wespe eben statt in eine weibliche Bocksfeigen-Blüte in eine Essfeigen-Blüte verirrt, wird ihr das zum Verhängnis.

Von der Feige verdaut

Und der “Leichnam“? Der wird praktischerweise von der Feige durch ein Enzym komplett zersetzt. Zwar kann man das weder riechen noch schmecken, doch streng genommen macht das die Feige für Veganer und Vegetarier zumindest zu einem fragwürdigen Lebensmittel.

VIDEO: Wieviel Obst und Gemüse pro Tag ist genug?