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Experten( )Wissen: 5 Lebensmittel, die sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken können

Ernährungsmediziner und Fachärztin im exklusiven Interview

Wie wir uns ernähren, hat auf unterschiedliche Weise Einfluss auf viele psychische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen. Gegenüber Yahoo Life erklären der Ernährungsmediziner Dr. Bastian Willenborg und Dr. Wiebke Greggersen, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, von welchen Lebensmitteln ihr unter bestimmten Umständen besser die Finger lassen solltet.

Frau verdeckt ihr Gesicht mit den Händen.
Wenn die Psyche leidet, kann das auch mit der Ernährung zusammenhängen (Symbolbild: Getty Images)

1. Zucker

Dr. Bastian Willenborg: Zuckerhaltige Speisen und Getränke sollten vermieden oder stark reduziert werden, da Zucker die Entstehung von Entzündungen begünstigen kann. Diese spielen eine bedeutende Rolle bei depressiven Erkrankungen. Das bedeutet, nicht nur den Süßigkeiten-Konsum zu reduzieren, sondern vor allem Lebensmittel, denen Zucker beigefügt wurde. Es konnte gezeigt werden, dass Lebensmittel und Getränke, denen Zucker beigemischt wurde, wie zum Beispiel bei Softdrinks, die Auftretenswahrscheinlichkeit von Depressionen erhöhen können.

2. Fertigprodukte

Dr. Bastian Willenborg: Fertigprodukte wie Mikrowellenmahlzeiten oder Tütensuppen enthalten neben zahlreichen Geschmacksverstärkern und Fett viel Zucker und stehen in Verdacht, kognitive Funktionen beeinträchtigen zu können. Ein Grund, auch diese weitestgehend vom Speiseplan zu streichen.

3. Fleisch

Dr. Bastian Willenborg: Weil rotes Fleisch in Verdacht steht, Entzündungen auslösen zu können, sollte der Verzehr ebenfalls reduziert werden. Der Konsum von rotem Fleisch einmal wöchentlich deckt bereits einen Großteil des Bedarfs an Vitamin B12.

4. Alkohol

Dr. Wiebke Greggersen: Wer übermäßig viel Alkohol konsumiert hat, kennt meist die Folgen in Form eines Hangovers am darauffolgenden Tag. Doch auch Angst- oder Panikattacken – sogenannte Hangxiety – sind mögliche Folgen. Vereinfacht dargestellt: Alkohol blockiert unter anderem die Rezeptoren für den Botenstoff Glutamat, der für eine zügige Kommunikation zwischen den Zellen zuständig ist. Mit dem Ergebnis, dass sich die konsumierende Person entspannt und ruhig fühlt. Klingt der Alkoholspiegel im Körper jedoch wieder ab, wird dieser Effekt aufgehoben, was in der Folge zu Angst- oder Panikzuständen führen kann.

5. Kaffee

Dr. Wiebke Greggersen: Kaffee wird meist eine positive Wirkung nachgesagt. Er nimmt Einfluss auf die Ausschüttung von Adrenalin, Noradrenalin und Dopamin und wirkt anregend, auch auf die Psyche. Doch bei Menschen mit einer Angst- oder Panikstörung kann ein hoher Kaffeekonsum auch Angst- und Panikattacken auslösen. Deshalb sollten Menschen mit einer entsprechen Erkrankung beim Kaffeekonsum vorsichtig sein und stattdessen auf koffeinfreie Alternativen setzen.

Welche Ernährung der Psyche guttut

Dr. Wiebke Greggersen: Das Zusammenspiel von Darm und Gehirn (Darm-Hirn-Achse) spielt bei der Ernährung für die Psyche eine wichtige Rolle. Ein Grund: Der Magen-Darm-Trakt ist durchzogen von einem komplexen Nervengeflecht, das Signale an das Gehirn sendet. Vitamine und Spurenelemente sind an zahlreichen neurochemischen Reaktionen hier beteiligt.

Angststörung: Sind diese Gene dafür verantwortlich?

Wenn sie nicht ausreichend zur Verfügung stehen, kann es zur Störung kognitiver Leistungen oder zu psychischen Befindlichkeitsstörungen kommen. In einer großen australischen Studie von u. a. Prof. Felice Jacka der Deakan University konnte zum Beispiel die Wirksamkeit ernährungsmedizinischer Interventionen zur Behandlung von Depression nachgewiesen werden. Deshalb ist es wichtig, sich “darmgesund“ zu ernähren, also auf Speisen zu setzen, die der Darmflora guttun, wie Joghurt, Gemüse und Vollkornprodukte.

Dr. med. Bastian Willenborg und Dr. med. Wiebke Greggersen. (Fotos: Wolfgang Stahr / Isabella Pyrskala)
Dr. med. Bastian Willenborg und Dr. med. Wiebke Greggersen. (Fotos: Wolfgang Stahr / Isabella Pyrskala)

Unsere Experten: Dr. med. Wiebke Greggersen und Dr. med. Bastian Willenborg

Dr. med. Wiebke Greggersen ist Leitung und Chefärztin der Oberberg Tagesklinik Bremen. Außerdem ist sie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. https://youtu.be/jJWRaXEfu7A

Dr. med. Bastian Willenborg ist Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Oberberg Tagesklinik Bonn. Außerdem ist er Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie und Ernährungsmediziner. Er referiert regelmäßig z. B. in der Oberberg Tagesklinik Bremen rund um das Thema “Ernährung und Psyche“.

Anmerkung der Redaktion: Suizidgedanken sind häufig eine Folge psychischer Erkrankungen. Letztere können mit professioneller Hilfe gelindert und sogar geheilt werden. Wer Hilfe sucht, auch als Angehöriger, findet sie etwa bei der Telefonseelsorge unter der Rufnummer 0800 – 1110111 und 0800 – 1110222. Die Berater sind rund um die Uhr erreichbar, jeder Anruf ist anonym und kostenlos.

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