Suizidgedanken? Hier finden Sie Hilfe und Beratung

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
Personen mit suizidalen Gedanken stehen vielfältige Hilfsangebote zur Verfügung. (Bild: AP Photo/Michael Sohn)

Traumatische Ereignisse, Schicksalsschläge, Depressionen: Es gibt viele Gründe für tiefe Verzweiflung bis hin zu Selbstmordgedanken. Hier finden Sie Hilfsangebote und Ansprechpartner, die Ihnen einen Weg aus der Krise zeigen können.

Der tragische Tod von Nationaltorwart Robert Enke schockierte 2009 ganz Deutschland. Nun rückt der Suizid von Designerin Kate Spade das Thema erneut in den Fokus. Selbstmord infolge psychischer Probleme ist leider kein Einzelfall – auch wenn meist nur über die Fälle von Prominenten berichtet wird. Allein in Deutschland soll es jährlich rund 10.000 Fälle von Selbsttötung geben.

Ein Problem: Viele Menschen, die mit dem Gedanken an Suizid spielen, fühlen sich allein oder wissen nicht, mit wem sie über ihre Probleme sprechen sollen. Doch regionale und überregionale Angebote helfen Betroffenen dabei, einen Weg aus der Verzweiflung zu finden.

Telefonseelsorge

Bei der Telefonseelsorge können Betroffene unter zwei Telefonnummern Ängste und Sorgen besprechen. Beide Hotlines sind komplett anonym, kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Wer nicht persönlich sprechen möchte, kann Probleme auch via E-Mail loswerden.

„Bei der sog. Mail-Seelsorge schreibt man eine E-Mail in einem geschützten Bereich. Hier kann über einen längeren Zeitraum eine Art Brieffreundschaft mit einem bestimmten Partner entstehen“, erklärt Astrid Fischer von der Telefonseelsorge. Dieser Partner hat – wie auch der Betroffene – keinen Klarnamen, sondern einen Nicknamen, um die Anonymität zu gewährleisten.

Chat-Seelsorge

Auch möglich: die Chat-Seelsorge. Dabei muss man lediglich einen Wunschtermin ankündigen, sodass der Berater sich zu 100 Prozent auf den Betroffenen konzentrieren kann. „Hierbei sind nur ganz wenige Personen im Raum. Alle Gespräche sind anonym, natürlich auch innerhalb der Telefonseelsorge-Stelle. Da wird nichts weitergegeben“, versichert Astrid Fischer.

Bei jeglicher Beratung wird übrigens Wert auf Regionalität gelegt, sodass ein Betroffener etwa in seinem Dialekt sprechen kann. „Kommt man beim Telefonat übrigens nicht direkt durch, wird man automatisch zur nächsten freien Stelle der Telefonseelsorge weitergeleitet, erklärt Astrid Fischer weiter. 105 solcher Stellen gibt es in ganz Deutschland. Außerdem sind Vor-Ort-Beratungen möglich: ohne Termin, mit einem Berater und natürlich kostenfrei.

Direkte Kontakte in Deutschland

Hier finden Sie eine Auswahl von Anlaufstellen.

Telefonberatung für Menschen mit Suizidgedanken:
Tel: 0800/111 0 111 bzw. 0 800/111 0 222

Mailberatung:
https://ts-im-internet.de/new.php

Chatseelsorge:
https://chat.telefonseelsorge.org

Vor-Ort-Beratung:
http://www.telefonseelsorge.de/?q=node/7647

Auch Angehörige können sich bei der Telefonseelsorge melden, um Probleme besprechen zu können. Nach Schätzungen der WHO sind durchschnittlich sechs Personen von einem Suizid betroffen, darunter Angehörige, Freunde, Kollegen, Mitschüler etc. Auch sie benötigen in den meisten Fällen Hilfe.

Außerdem gibt es weitere Anlaufstellen für Betroffene, etwa die Deutsche Depressionshilfe oder das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dessen Angebot sich auch an ältere Menschen mit suizidalen Gedanken richtet.

Daneben gibt es ein spezielles Angebot der Caritas für Jugendliche unter 25 Jahren oder die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention (DGS) für Betroffene jeden Alters.