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Experten( )Wissen: Grippeschutzimpfung: Alles, was man wissen muss

Dr. Thomas Maibaum im exklusiven Interview

Neben dem Coronavirus ist auch das Influenzavirus gerade auf dem Vormarsch, wobei das Robert-Koch-Institut zuletzt eine Verdopplung der Grippefälle im Vergleich zur Vorwoche verzeichnete. Der Start der Grippewelle wird aber erst für Anfang Januar erwartet. Wer sich jetzt noch impfen lassen sollte, erklärt der Hausarzt Dr. Thomas Maibaum gegenüber Yahoo Life.

Ärztin zieht Spritze auf
Eine Grippeschutzimpfung schützt nicht vor einer Ansteckung, aber vor schweren Verläufen.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Grippeschutzimpfung?

Dr. Thomas Maibaum: Aus unserer Sicht ab Anfang November bis Anfang Januar. Nach zwei bis vier Monaten sinkt die Antikörpermenge nach der Impfung. Da die allermeisten Grippe-Saisons erst im Januar richtig beginnen, ist es bis Mitte Oktober zu früh, um den vollen Schutz durch die gesamte Saison hindurch zu haben. Ab Januar kann es dann wiederum zu spät werden. Ausnahme war das Jahr 2022, da begann die Grippe-Saison schon im November.

Wie schnell ist eine Grippeschutzimpfung wirksam?

Die Impfung braucht rund zwei Wochen bis zur vollen Wirksamkeit.

Für wen ist eine Grippeschutzimpfung sinnvoll?

Für Kinder bis zum Alter von 10 Jahren, wobei es dafür allerdings in Deutschland keine STIKO-Empfehlung gibt. Schwangere sollten sich bevorzugt in den ersten zwei Trimenons impfen lassen – aber das lässt sich ja nicht immer planen. Ebenfalls geimpft werden sollten Menschen mit Immunschwäche und schweren kardiologischen und Nieren-Erkrankungen, Menschen, die im Gesundheitswesen und in der Altenpflege arbeiten und alle über 60 Jahre.

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Insbesondere ist die Impfung auch sinnvoll für Menschen direkt nach einem Herzinfarkt, also im ersten Jahr danach. Allerdings sollte man den Schutz nicht überschätzen. Wie bei COVID-19 schützt die Impfung eher vor einer schweren Erkrankung als vor der Infektion selbst. Ebenfalls ist zu beachten: Die Impfung schützt vor der Influenza, nicht vor einer Erkältung.

Gibt es Personen, die sich explizit nicht impfen lassen sollten?

Personen mit einer Allergie auf Hühnereiweis.

Worauf sollte man nach einer Impfung achten?

Man kann danach seinen Alltag ganz normal weiterführen, sollte aber Exzesse jeglicher Art vermeiden. Also keinen Leistungssport, keine finnische Sauna mit drei Gängen bei 100 Grad oder auch keinen hochprozentigen Junggesellenabschied…

Dr. Thomas Maibaum ist stellvertretender Sprecher der Sektion Prävention der 
DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin). (Foto: DEGAM / Antje Boysen)
Dr. Thomas Maibaum ist stellvertretender Sprecher der Sektion Prävention der DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin). (Foto: DEGAM / Antje Boysen)

Unser Experte: Dr. Thomas Maibaum

Dr. Thomas Maibaum ist seit 2009 niedergelassen in der Gemeinschaftspraxis Rostock-Schmarl, Gelbensande und Blankenhagen. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und drei Katzen und ist der stellvertretende Sprecher der Sektion Prävention der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).

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