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Experten( )Wissen: Lässt das blaue Licht von Smartphones & Co. unsere Haut altern?

Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg im exklusiven Gespräch

Dass man die Haut vor der schädlichen Wirkung des UV-Lichts schützen muss, gilt heutzutage als Selbstverständlichkeit. Doch was ist mit dem blauen Licht, das von digitalen Bildschirmen ausgeht und dem wir uns im Beruf und privat immer länger aussetzen? Der Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg erklärt es gegenüber Yahoo Life.

Frau, in deren Brille sich blaues-Display-Licht spiegelt.
In der digitalen Welt sind Menschen viel mehr blauem Licht ausgesetzt als von der Sonne als natürlicher Quelle ausgeht.

Was ist überhaupt blaues Licht und wovon geht es aus?

Dr. Uwe Schwichtenberg: Blaues Licht ist Teil des elektromagnetischen Spektrums und liegt im sichtbaren Lichtbereich mit Wellenlängen zwischen 450 und 495 Nanometern. Es kommt sowohl von natürlichen Quellen wie der Sonne als Hauptquelle als auch von künstlichen Lichtquellen. Unnatürliche Quellen sind zum Beispiel digitale Bildschirme wie Fernseher, Laptops und Mobiltelefone sowie LED- und Leuchtstofflampen.

Was ist der Unterschied zu natürlichem UV-Licht?

Der Hauptunterschied zwischen blauem Licht und natürlichem UV-Licht liegt in der Wellenlänge und der Unsichtbarkeit von UV-Licht. UV-Licht umfasst UVA- (320-400 nm), UVB- (280-320 nm) und UVC-Strahlen (unter 280 nm). Diese Strahlen sind für das menschliche Auge unsichtbar. Im Gegensatz dazu ist blaues Licht im sichtbaren Bereich, was bedeutet, dass das menschliche Auge es sehen kann. In Bezug auf Auswirkungen auf die Haut hat blaues Licht unterschiedliche Effekte im Vergleich zu UV-Licht.

Worin liegen die Unterschiede?

Blaues Licht ist für die Haut nicht so schädlich wie die UV-Strahlen der Sonne. Es wurde jedoch festgestellt, dass blaues Licht mit bestimmten Wellenlängen mit einer verstärkten Pigmentierung der Haut, sogenannter Hyperpigmentierung, und mit vorzeitigem Altern in Verbindung gebracht werden kann. UV-Licht ist dagegen für Sonnenbrand, Hautkrebs und andere schädliche Auswirkungen bekannt.

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Blaues Licht erzeugt unter anderem reaktive Sauerstoffspezies, eine Art freier Radikale, die Oxidation verursachen und so zu Zeichen von vorzeitigem Altern wie feinen Linien, Falten und ungleichmäßiger Pigmentierung der Haut führen. Blaues Licht kann auch zum Abbau von Kollagen und Elastin beitragen.

Wer sollte sich vor blauem Licht schützen?

Die beobachtbaren Effekte variieren je nach Alter des Patienten, Hautelastizität und anderen Faktoren. Obwohl die bisherige Forschung einen Bedarf an Hautpflege gegen blaues Licht in bestimmten Fällen zeigt, ist es zu früh, um zu sagen, ob dies für alle unerlässlich ist. Allgemein gilt, dass Menschen mit mittlerem bis dunklem Hautton anfälliger für Hyperpigmentierungen sind. Sonnencreme allein kann die Haut nicht ausreichend gegen blaues Licht schützen. UV-Filter bieten hauptsächlich Schutz gegen UVA/UVB-Strahlen, aber nicht gegen sichtbares Licht.

Was könnte denn helfen?

Als Antioxidantien sind Vitamine C und E, grüner Teeextrakt und Preiselbeeren bekannt, die alle hohe Mengen an Polyphenolen, also antioxidative Pflanzenverbindungen, enthalten. Niacinamid (Vitamin B3) kann bei durch blaues Licht verursachtem oxidativem Stress und Schäden helfen, insbesondere in Kombination mit Polyphenolen.

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Eisenoxide werden oft in mineralischen Sonnencremes zur Farbgebung verwendet. Es wurde gezeigt, dass diese vor dem sichtbaren Lichtspektrum schützen können, insbesondere in Kombination mit Zink und Titandioxid. Wenn man regelmäßig vor einem Bildschirm oder künstlichem Licht sitzt, kann es außerdem hilfreich sein, sich eine Brille mit Blaulichtfilter zu besorgen, um die Augen vor Schäden zu schützen.

Der Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg. (Foto: Privat)
Der Dermatologe Dr. Uwe Schwichtenberg. (Foto: Privat)

Unser Experte: Dr. Uwe Schwichtenberg

Dr. Uwe Schwichtenberg hat seine Ausbildung zum Facharzt für Dermatologie & Allergologie in Hamburg, Ulm und an der Hautklinik des Klinikums Bremen-Mitte absolviert. Er ist Vorsitzender des Landesverbandes der Bremer Dermatologen und Leitender Arzt der Derma Nord Hautarztpraxen. Außerdem ist er Vorstandsmitglied des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) und unterstützt die Initiative "In meiner Haut".