"#FilterFreeFriday": Warum die Botschaft dahinter vor allem für Kinder wichtig ist

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Als Make-up Artistin weiß Brooke Simons ganz genau, mit welchen Mitteln Menschen das vermeintliche Optimum aus sich selbst herausholen können. Um ihrer Tochter zu zeigen, dass jeder Mensch auch ohne Schminke schön ist, hat sie eine besondere Bewegung ins Leben gerufen.

Vor allem für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, zu begreifen: Ich bin schön so, wie ich bin! (Bild: Getty Images)
Vor allem für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, zu begreifen: Ich bin schön so, wie ich bin! (Bild: Getty Images)

"Wow Mama, ich sehe wunderschön aus!" war der Satz, der bei der Make-up Artistin Brooke Simons blankes Entsetzen auslöste. Geäußert hatte ihn die 5-jährige Tochter der Londonerin. Und wo sie sich sonst unbändig über die kindliche Begeisterung gefreut hätte, lag hier ein spezieller Fall vor.

Ein Filter, der ein starres Schönheitsideal verkörpert

Zusammen mit ihrer Mutter hatte das kleine Mädchen verschiedene Instagram-Filter ausprobiert und sich dabei verschiedene Tierohren und -nasen verpasst oder Schmetterlinge um ihr Gesicht fliegen lassen. Dann aber aktivierte sie aus Versehen einen Filter, der weit weniger kindlich war. Die Augen der Kleinen wurden größer, ihre süße Stupsnase wurde schmaler und ihre Lippen aufgeplustert, so schreibt es ihre Mutter in der britischen "Grazia".

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Künstlich schön?

Dass es gerade diese Veränderungen waren, mit denen sich das Mädchen besonders hübsch fand, löste in ihrer Mutter etwas aus. Sie wollte nicht, dass ihre Tochter schon in so jungen Jahren von dem künstlichen Schönheitsideal angesteckt wird, das gerade in den sozialen Medien vorherrscht und das ästhetische Empfinden vor allem junger Menschen prägt.

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Der Weg könnte auch zurückführen

Um diese Erfahrung reicher, rief Brooke Simons die #FilterFreeFriday-Bewegung ins Leben. Die Idee dahinter: Wenigstens an einem Tag der Woche sollten sich die Menschen so zeigen, wie sie wirklich aussehen. Und sich vor allem selbst lieben für das, was sie ohne Make-up, Haarstyling und Bildbearbeitungsprogrammen wirklich ausmacht. Es sei ein Zeichen der Zeit, dass es heute schon als mutig gelte, ein unbearbeitetes Foto von sich zu posten, schreibt die Mutter in der "Grazia". Aber auch eines, das sich wieder rückgängig machen lasse.

Das Leben dreht sich nicht um Äußerlichkeiten

Für sie sei Make-up nach wie vor ein schönes Tool, um seinen persönlichen Stil zu unterstreichen und auch nicht jedes Bild müsse genau so geteilt werden, wie es aufgenommen wurde. Worum es ihr geht, ist, sich darüber bewusst zu werden, dass man sich mit den künstlichen Veränderungen jedes Mal aufs Neue die Chance nimmt, ein größeres Selbstbewusstsein für das natürliche Ich zu entwickeln.

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Dass ihr immer wieder Menschen schrieben, gerade für die filterlosen Beiträge besonders viele positive Kommentare zu bekommen, freut die Initiatorin von #FilterFreeFriday. Ihr großer Traum: Dass aus #FilterFreeFriday eines Tages #FilterFreeForever wird. Für Kinder wie ihre Tochter, deren Selbstbewusstsein sie bis dahin mit einer besonderen Message stärkt: Das Leben dreht sich nicht um Äußerlichkeiten, jeder Mensch ist schön und verfügt darüber hinaus über besondere Fähigkeiten und eine einzigartige Persönlichkeit.

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