Geschmacklos: Diese Burger-Werbung sorgt für Empörung

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Weil der belgische Burger-Hersteller “Bicky Burger“ mit häuslicher Gewalt wirbt, wird ihm gerade der Hass des Landes zuteil. Mehr als 300 Beschwerden gingen bislang bei der Werbeaufsicht gegen die geschmacklose Aktion ein.

Diese Werbung löste eine Welle der Entrüstung aus (Bild: AFP)

Ein bisschen erinnert die Illustration an ein Gemälde von Roy Lichtenstein. Oder an einen Batman-Comic aus den Sechzigern; doch selbst diese sind womöglich mehr zeitgemäß als die Werbe-Aktion des belgischen Lebensmittelhändlers “Bicky Burger“. Dessen jüngste Reklame zeigt nämlich einen Mann, der einer Frau mit der Faust ins Gesicht schlägt – weil diese ihm den falschen Burger mitgebracht hat.

“Im Ernst, ein falscher Bicky?“ kann man in der Sprechblase der comicartigen Werbung lesen. Dabei handelt es um einen Bild-Post, der auf Facebook veröffentlicht wurde.

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Häusliche Gewalt ist ein ernstes Problem – nicht nur in Belgien

Doch viele Belgier finden die Werbung nicht zum Lachen. Denn Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein großes Problem: Statistisch gesehen wird in Belgien alle zehn Tage eine Frau von ihrem (Ex-) Partner getötet – täglich kommt es zu Vergewaltigungen, Demütigungen und Übergriffen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur “AFP“ gingen bei der belgischen Werbeaufsicht mehr als 300 Beschwerden gegen die “Bicky Burger“-Werbung ein. Auch die Zeitung "Le Soir" zeigt sich entrüstet darüber, dass Werbe-Texter im Jahr 2019 eine derart geschmacklose Kampagne starten. "Bicky, ein Hamburger zum Kotzen", heißt es in einem Kommentar, den die Zeitung dazu veröffentlichte.

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“Bicky Burger“ hat den Original-Post inzwischen gelöscht und scheint die Aktion zu bereuen: “Wir wollen uns bei allen Menschen entschuldigen, die an unserer Werbung Anstoß genommen haben“, schreiben sie auf ihrer Facebook-Seite.