Good News des Tages: Farmerin will Dürre-geplagte Kollegen aufmuntern

Maria Timtschenko
Freie Journalistin
Wie auf diesem Symbolbild litten die Farmer in Australien in diesem Jahr unter einer schlimmen Dürre, die sie um ihre Existenz fürchten ließ. Doch eine ihrer Kolleginnen versucht sie nun mit einer lieben Geste aufzumuntern. Foto: Getty Images / Dave Reede

Australien wurde in diesem Jahr von einer extremen Dürre heimgesucht. Das erschwerte die Arbeit der Farmer und ließ viele um ihre Existenz fürchten. Kellie Potts ist selbst Bäuerin und möchte nun ihre Kollegen mit einer ganz besonderen Geste aufmuntern. 

Wenn bei uns Sommer ist, dann ist auf der Südhalbkugel der Erde Winter. Winter ist in manchen Gegenden Australiens nahezu der einzige Zeitpunkt, an dem es mal so richtig regnet. Die Sommer sind brütend heißt, doch wenn der Winter kommt, dann haben Bundesstaaten wie New South Wales (NSW) oder Queensland auch eine Chance darauf, etwas vom Wasser abzubekommen.

Doch nicht in diesem Jahr. 2016 hat es an diesen Orten das letzte Mal so richtig geregnet. Im August war es so trocken, dass die Bauern bereits an ihren Grenzen angekommen waren. Futter für Rinder musste teuer zugekauft werden, da sie sich nicht von sprießendem Gras ernähren konnten. Wasser für die Tiere und die Familien mussten die Farmer kilometerweit herankarren. NSW, 100 Mal so groß wie die Schweiz, war vollständig von der Dürre betroffen, die Regierung Australiens sagte ihnen staatliche Hilfen zu, damit sie nicht ihre Existenz verlören – doch für manche kam dieses Hilfspaket zu spät. Sie konnten sich das Bauern-Dasein nicht mehr leisten, mussten ihren Tieren den Gnadenschuss geben.

Selbstmordrate auf dem Land verdoppelt sich

Manchen Farmern war die Welle der Hilfsbereitschaft von ihrer Regierung und Privatleuten fast schon unangenehm. Sie fürchteten um ihren internationalen Ruf als zuverlässiger Handelspartner. Ihr Wunsch: “Wir wollen kein Heulsusen-Image”. Trotzdem: Eine Studie des Centres for Rural and Remote Mental Health (Zentrum für psychische Gesundheit in ländlichen und abgelegenen Gegenden) fand heraus, dass während einer Dürreperiode die Selbstmordrate besonders bei jungen Bauern fast doppelt so hoch ist wie bei Gleichaltrigen in der Stadt. Stress ist Stress – und der setzt jedem zu.

All das veranlasste Kellie Potts dazu, den betroffenen Bauern ein besonderes Angebot zu machen. Sie selbst besitzt eine Blaubeerenfarm und stellt ihren Pflückern eine Wohnung zur Verfügung, nahe Coffs Harbor – einem wunderschönen Ort am Strand von NSW. Sie schreibt: “Zu Weihnachten möchten wir die Wohnung einem besseren Zweck zuführen.” Farmer sollen darin kostenlos mit ihren Kindern Erholung finden und Abstand gewinnen von dem Stress der vergangenen Wochen. “Es ist eine schlichte Wohnung, aber sie liegt in einer fantastischen Gegend”, schreibt Kellie weiter.

Farmerin geht mit gutem Beispiel voran

Die Facebook-Community war von ihrer Geste so angetan, dass sie ihren Beitrag fast 4000 Mal teilte. So viel Platz hat Kellie Potts wahrscheinlich nicht in ihrer Wohnung, aber durch ihre Initiative werden vielleicht auch andere Farmer, die nicht so sehr unter der Dürre gelitten haben, weil sie beispielsweise kein Vieh versorgen mussten, ihrem Beispiel folgen und Hilfe anbieten. Die Kommentatoren sind begeistert. Viele schreiben ihr: “Was für eine wundervolle Idee!”