Good News des Tages: Fremder rettet Mann vor Leben unter der Brücke

Maria Timtschenko
Freie Journalistin
Otis Owill Williams (links) gab einem jungen Mann, den er unter der Brücke leben gesehen hat, einen Übergangsjob bei der Müllabfuhr. Und der nutzte seine Chance. Foto: Facebook / facebook.com/owill1978

Es gibt sie immer wieder: kleine Geschichten von Alltagshelfern. Doch was als Mini-News in den Zeitungen auftaucht, wird in Social Media als das gewürdigt, was es wirklich ist: Eine lebensverändernde Geste. Otis Owill Williams ist einer von diesen Helden des Alltags. Der 40-Jährige half einem jungen Mann, sein Leben unter der Brücke zu beenden. Und der dankte es ihm mit voller Einsatzbereitschaft.

Betrachtet man Otis Owill Williams Leben, wie es auf Facebook stattfindet, dann findet man dort kaum etwas Besonderes. Williams arbeitet als Routenmanager bei der Müllabfuhr in Baton Rouge, Lousiana. Er ist also derjenige, der den Fahrern sagt, wo sie heute ihren Dienst verrichten. Außerdem hat er eine Frau und Kinder – für beides ist er sehr dankbar. Zum elften Geburtstag seines Sohnes schreibt er: “Bitte helft mir, meinem Sohn Carter einen glücklichen 11. Geburtstag zu wünschen. Er ist mein Hauptmann, ein super kluges Kind, das mich auf Trab hält, jetzt schon ein besserer Sportler, als ich es je war… er hilft mir, jung zu bleiben … liebe diesen Kerl so sehr … mein Junge!” 

Williams Nächstenliebe veränderte ein Leben

Und auch für seine Frau hat er nur warme Worte übrig: “Wenn du endlich verstehst, dass sie dein Ein und Alles ist, gibt das deinem Herzen Trost und Frieden.” Kurz: Williams liebt seine Familie. Auf Fotos präsentiert er sich als aufgepumpten Typen – er liebt Sport. Außerdem schreibt er: “Gott ist meine Verpflichtung”. Vielleicht war es also die christliche Nächstenliebe, die ihn in diesem Herbst zu seinem Handeln veranlasste.

Als er nämlich einen jungen Mann unter der Brücke leben sah, gab er dem kurzerhand einen Job. Als Übergang sollte er in Williams’ Müllabfuhrbetrieb mitarbeiten. So hätte er tagsüber eine Aufgabe, bekäme Kleidung und würde Geld verdienen, um sich eine warme Unterkunft für den Winter leisten zu können. Und er wurde nicht enttäuscht. Der junge Mann, der zuvor sieben Monate unter der Brücke gehaust hatte, war jeden Tag pünktlich und beschwerte sich nie.

Und mehr noch: Williams schreibt auf Facebook, ohne den Namen seines neuen Mitarbeiters zu verraten, dass dieser sich wieder mit seinen Eltern versöhnt habe, Kleidung für sich kaufen könne und mittlerweile sogar ein Auto besitze. Denn, das Happy End von der Geschichte lautet: Williams konnte dem ehemals Obdachlosen einen Job auf Dauer anbieten. Er ist nun Vollzeit Angestellter bei der Müllabfuhr – mit allen Vorzügen. Williams schreibt: “God is good” – Gott ist gut.

Über 216.000 Likes für Facebookpost

Für seinen Facebookpost bekam Williams über 216.000 Reaktionen, sein Beitrag wurde bis jetzt 93.000 Mal geteilt und über 700 Mal kommentiert. Die Leute sind begeistert von Williams Tat und danken ihm dafür, dass er dem jungen Obdachlosen eine Chance gegeben hat. Eine Userin schreibt: “Ich habe deine Geschichte geteilt. Ja, Gott ist gut und du bist es auch!!!! Ich weine während ich das schreibe. Es sollte mehr Menschen wie dich geben.”

Damit hat die Kommentatorin Recht. Von 325 Millionen Einwohnern leben laut der Initiative “National Alliance to End Homelessness” etwa 550.000 Menschen auf der Straße. In Williams Heimat-Bundesstaat Louisiana sind es 3300. Doch auch in Deutschland gibt es immer noch viel zu viele Obdachlose. Laut dem Hilfswerk “Malteser” haben 50.000 Menschen kein Dach über dem Kopf. Besonders in den kalten Wintermonaten, die nun folgen, ist das ein massives Problem. Man wünscht sich mehr Menschen wie Williams, die die Initiative ergreifen und so ein Leben verändern.