So hat sich die Berichterstattung über Herzogin Meghan verändert

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Hat sich das öffentliche Bild von Herzogin Meghan durch die Medien verändert? (Bild: Getty Images)

Meghan Markle hat im scheidenden Jahr 2018 eine Wandlung durchgemacht. Von der Schauspielerin zur Herzogin. Von der Freundin zur Ehefrau und werdenden Mutter. Doch während die britische Presse die Amerikanerin anfangs noch feierte, wird sie von den Medien nun immer häufiger als Störfaktor oder Spaßbremse dargestellt. Das wirkt sich auch auf die öffentliche Meinung aus.

Bis zu ihrer Hochzeit mit Prinz Harry am 19. Mai 2018 eroberte Herzogin Meghan die Welt im Sturm. Wo sie auftauchte, jubelten ihr die Massen zu, die Medien überschlugen sich mit Lob für ihren Style und das Auftreten. Und auch nach der Hochzeit erfreute sich die gebürtige Amerikanerin großer Beliebtheit.

In Sachen Sympathien liegt Herzogin Meghan hinter Herzogin Kate

Doch inzwischen ist das Image der ehemaligen “Suits”-Schauspielerin leicht angekratzt. Eine im November veröffentlichte Umfrage zeigte, dass die Beliebtheitswerte von Herzogin Meghan recht dürftig sind. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov listete Prinz Harry mit einer Zustimmung von 77 Prozent auf Platz 1, knapp vor der Queen. Platz 3 ging an Herzogin Kate (64 Prozent). Mit 55 Prozent abgeschlagen auf Platz 6 landete Herzogin Meghan, die sogar einen Prozentpunkt weniger als Prinz Philip bekam.

Herzogin Meghan begleitet Prinz Harry bei den meisten öffentlichen Auftritten. (Bild: Getty Images)

Mitverantwortlich für dieses magere Ergebnis könnte auch die Berichterstattung der britischen Presse sein. In Boulevard-Blättern wie “The Sun” oder “Daily Mail” wurden mehrere Artikel publiziert, die die Herzogin in ein ungünstiges Licht rückten – meist jedoch mit wenig Gehalt. Gemeinsam erreichen diese Blätter sowie deren Online-Portale tagtäglich Millionen von Briten.

Weihnachts-Hickhack um die Herzoginnen Meghan und Kate

So wurde in den Wochen vor Weihnachten wiederholt berichtet, dass Prinz William und Prinz Harry Weihnachten nicht gemeinsam feiern würden. Grund dafür sei das angeblich schwierige Verhältnis von Herzogin Meghan. Dieses habe die sonst so harmonische Beziehung der Brüder getrübt.

Wer Weihnachten wo mit wem verbringen würde, war demnach eines der häufigsten Themen auf den Online-Seiten der “Daily Mail”, wenn es um die Royals ging. Und immer wieder war klar, wer für das ganze Durcheinander verantwortlich sei: Herzogin Meghan. Am Ende feierten alle sowohl den Christmas Lunch in London als auch das Weihnachtsfest auf Schloss Sandringham zusammen.

Mit der Queen scheint sich die Herzogin gut zu verstehen. (Bild: Getty Images)

Galt Meghan Markle vor der Hochzeit mit Prinz Harry noch als eine Person, die das Königshaus perfekt ergänzt, so wird sie inzwischen als Zicke und Skandalnudel bezeichnet. So betitelte etwa “Daily Mail”-Autorin Amanda Platell im März Meghan Markle noch als “willkommenen Hauch von frischer Luft” (“welcome breath of fresh air”).

Im November schrieb deren Kollegin Dolly Dunbar, die Herzogin sei “weniger ein Hauch von frischer Luft, sondern mehr ein Wirbelwind”. Jeden Tag soll die Herzogin um fünf Uhr morgens aufstehen und Mitarbeiter mit Handy-Nachrichten quälen. Zudem halte sie sich nicht an Traditionen oder das Regelwerk und würde mit ihrem Modegeschmack am Hof für Stirnrunzeln sorgen, heißt es in dem Artikel.

Angeblich soll Herzogin Meghan Prinz Harry zudem verboten haben, auf Fasanenjagd zu gehen. Das Schießen von Fasanen ist ein Brauch unter den Royals, der alljährlich am zweiten Weihnachtstag begangen wird. Diese Gerüchte dürften sich als falsch herausgestellt haben: Am Ende war Harry wie jedes Jahr auf der traditionellen Fasanenjagd. Die Zeitungen scheinen jedoch aktuell krampfhaft nach vermeintlichen Skandalen zu suchen: Wie “The Sun” aktuell berichtet, soll Meghan einst damit geprahlt haben, bei ihrer ersten Hochzeit mit Trevor Engelson im Jahr 2011 über 200 Marihuana-Joints für ihre Gäste serviert zu haben.

Die allermeisten dieser Geschichten jedoch basieren auf Gerüchten und anonymen Quellen. Ernsthafte Sorgen um ihre Reputation muss sich Herzogin Meghan demnach wenige machen.